HPSF Community Summit 2026 an der TU Braunschweig
28 Februar 2026
Die erste Ausgabe des HPSF Community Summit brachte 28 Teilnehmende aus Europa und den Vereinigten Staaten zu einem fokussierten Austausch über High-Performance-Simulationsframeworks und deren sich weiterentwickelndes Ökosystem zusammen. Der Workshop bot Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Anwenderinnen und Anwendern eine Plattform, um aktuelle Fortschritte, strategische Ausrichtungen und aufkommende Herausforderungen im wissenschaftlichen Rechnen zu diskutieren. Die Veranstaltung fand vom 25. bis 27. Februar 2026 an der TU Braunschweig statt. Sie wurde unter dem Dach der High Performance Software Foundation (HPSF) organisiert. Die HPSF unterstützt Projekte, die portable Software für unterschiedliche Hardware-Architekturen voranbringen, indem sie deren Verbreitung fördert, das Wachstum der Community unterstützt und Entwicklungsaktivitäten ermöglicht. Ziel der HPSF ist es, die Hürden für eine produktive Nutzung heutiger und zukünftiger Hochleistungsrechnersysteme zu senken. Sie ist Teil der gemeinnützigen Linux Foundation. Der Workshop wurde von Dr.-Ing. Matthias Mayr mitorganisiert und unterstreicht nicht nur die assoziierte Mitgliedschaft der UniBw M in der HPSF, sondern auch die Beiträge und das Engagement des IMCS im Bereich leistungsfähiger Softwarewerkzeuge wie Trilinos.
Ein zentrales Element des Workshop-Programms war eine Reihe von Projekt-Updates aus wichtigen Initiativen im HPSF-Umfeld: Trilinos, Spack, Kokkos, AMReX & WarpX. Kernentwicklerinnen und -entwickler präsentierten aktuelle technische Entwicklungen, laufende Refaktorisierungsmaßnahmen, Strategien zur Performance-Portabilität sowie Perspektiven für die Roadmap. Diese Beiträge regten vertiefte Diskussionen über Interoperabilität, Nachhaltigkeit und Community-Governance an.
Neben den Projektüberblicken umfasste das Programm zahlreiche Vorträge von Entwicklerinnen, Entwicklern sowie Anwenderinnen und Anwendern. Die Beiträge beleuchteten praktische Erfahrungen, Integrationsstrategien, anwendungsbezogene Fallstudien und „Lessons Learned“ beim Einsatz moderner Simulationssoftware auf aktuellen HPC-Architekturen. Die Vielfalt der Perspektiven - von der Framework-Entwicklung bis hin zu domänenspezifischen Anwendungen - förderte einen konstruktiven Austausch zwischen Softwarearchitektinnen und -architekten und Endanwenderinnen und -anwendern.
Ein besonderer Höhepunkt des Summit war die Keynote von Prof. Hartwig Anzt (TU Munich) mit dem Titel „Hardware is Changing – Do We Need to Change the Way We Design Simulation Software?“. Der Vortrag befasste sich mit der sich rasch wandelnden Hardware-Landschaft, einschließlich heterogener Architekturen und beschleunigerbasierter Systeme. Besonderes Augenmerk galt dem aktuellen Trend hin zu GPU-Architekturen mit geringerer numerischer Präzision, die für KI- und ML-Workloads konzipiert sind, sowie deren Auswirkungen auf die Softwareentwicklung im wissenschaftlichen Hochleistungsrechnen.
Insgesamt stärkte der HPSF Community Summit erfolgreich die Vernetzung innerhalb der Community, förderte den projektübergreifenden Dialog und unterstrich die Bedeutung kollaborativer Entwicklung für die nachhaltige Sicherung leistungsfähiger Simulationssoftware. Die Diskussionen machten sowohl die erzielten technischen Fortschritte als auch die strategischen Herausforderungen deutlich, die angesichts sich weiterentwickelnder Hardware-Architekturen und wissenschaftlicher Nachfrage bevorstehen.
Foto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des HPSF Community Summit 2026 an der TU Braunschweig (Copyright: Matthias Mayr)