Edwaert Collier (ca. 1640?–after 1707), Vanitas Still Life, 1662, Met Museum New York
Nur aus einem fundierten Bewusstsein für die Vergangenheit heraus können wir Gegenwart und Zukunft gestalten. Die Frühe Neuzeit, häufig als „Musterbuch“ (W. Schulze) oder „Laboratorium der Moderne“ (G. Schmidt) bezeichnet, ist dabei eine Schlüsselepoche der europäischen wie globalen Geschichte, die uns ermöglicht, unsere heutige Welt besser zu verstehen.
In Grundlagen- und Spezialveranstaltungen vermitteln wir einerseits spezifische Kenntnisse zu dieser spannenden Epoche ebenso wie allgemeine Methoden, Konzepte und Theorieangebote, die lebhaft debattiert wurden und heute noch werden. Unsere Lehrangebote ergänzen das gegenwartsorientierte Studium der Staats- und Sozialwissenschaften um längerfristige Perspektiven. Wir betrachten die Frühe Neuzeit dabei sowohl als Epoche der „Frühmoderne“, in der Grundlagen für die heutige Welt geschaffen wurden, als auch in ihrer Fremdartigkeit.

Ein Schwerpunkt in den Seminar- und Übungsangeboten der Professur im weiteren Verlauf des Bachelorstudiums liegt darin, das geschichtliche Werden der Gegenwart kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei wird deutlich, dass vertraute Elemente der Moderne – wie z. B. die unterschiedlichen Konfessionen und der moderne (National-)Staat, dessen Entstehung eine eigene Vorlesung gewidmet ist – erst im Laufe langer Zeiträume entstanden sind. Ihre Entwicklung war keineswegs immer geradlinig und alternativlos. Gerade angesichts der Herausforderungen von Postmoderne, Postkolonialismus und transnationaler Verflechtung ist das Wissen um die Vorgeschichte moderner Kategorien unabdingbar.
