„Erben der Samurai“ oder „kleine gelbe Affen“? Japanbilder deutscher Militärbeobachter während des Russisch-Japanischen Krieges 1904/05
Bildquelle: Abbildung entnommen aus Rebekka Klages, Weihnachten 1904 auf dem Kriegsschauplatz - Prinz Carl Anton von Hohenzollern und seine fotografische Sammlung aus dem Russisch-Japanischen Krieg, in: OAG (= Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens) Notizen 4/2013, S. 17.
Der Vortrag nimmt die Japanrezeption deutscher Militärbeobachter während des Russisch-Japanischen Krieges in den Blick. Er zeigt auf, wie die japanischen Soldaten, die japanische Bevölkerung und das Land als Ganzes in den deutschen Berichten rezipiert wurden. Um die Jahrhundertwende wiesen die Japanbilder im Deutschen Reich im Wesentlichen zwei Seiten auf: Einerseits galten die Japaner seit dem Sieg über China im Jahr 1895 als „Preußen des Ostens“, zumal sich die japanische Armee eng am preußisch-deutschen Vorbild orientierte. Andererseits existierte innerhalb der deutschen Führungszirkel aber auch ein anderes Japanbild: Vor allem Kaiser Wilhelm II. propagierte wiederholt seine Ansichten über die von China und Japan ausgehende „gelbe Gefahr“ für die Kultur des europäischen Abendlandes. Der zum Rassenkampf hochstilisierte Kulturunterschied machte sich häufig durch abschätzige Zuschreibungen bemerkbar, die Japaner als „gelbe Affen“ oder „kleine Japsen“ charakterisierten. Der Vortrag wird daher auch der Frage nachgehen, ob die Japanbilder der deutschen Beobachter die angesprochene Janusköpfigkeit aufwiesen.

