Übersicht über unsere Dissertationsprojekte

Unsere aktuellen Dissertationsprojekte aus den Bereichen Personalmanagement, Organisation und Unternehmensführung beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten und Phänomenen der Arbeitswelt auf individueller und organisationaler Ebene und berücksichtigen Aspekte der digitalisierten Gesellschaft.

Laufende Dissertationsprojekte

Alternative Karrieren in Anwaltskanzleien - eine Analyse ihrer Ausgestaltung und Attraktivität für Studierende

Zahlreiche Studien haben den Wandel hin zu flexibleren und komplexeren Karrieren beschrieben und verknüpfen dies häufig mit positiven Auswirkungen für Arbeitnehmer. Ein solcher Wandel des Karrieresystems hin zu flexibleren und weniger traditionellen Karrierepfaden kann auch in Professional Service Firms, wie z.B. Anwaltskanzleien, beobachtet werden. Gleichzeitig gibt es jedoch Studien, die darauf hinweisen, dass Eigenschaften traditioneller hierarchischer Karrieren, wie z.B. Beförderungen, für Arbeitnehmer nach wie vor von zentraler Bedeutung sind.

 

Ziel des Forschungsprojektes: Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, die Attraktivität verschiedener Karrierepfade aus Sicht der zukünftigen Angestellten, d.h. der Jura-Studierenden zu untersuchen.

 

Theoretischer Hintergrund: Theoretisch ist die Arbeit in der Karriereforschung verortet. Dabei wird insbesondere auf das Konzept des Person-Career Fits und die Unterscheidung zwischen objektivem und subjektivem Karriereerfolg zurückgegriffen. Zusätzlich werden Erkenntnisse aus der Professional Service Firms Forschung mit einem besonderen Fokus auf Anwaltskanzleien herangezogen.

 

Methode: Es wurde zunächst auf eine qualitative Interview-Vorstudie zurückgegriffen, bevor die quantitative Hauptstudie durchgeführt wurde. Für diese wude auf ein Paper-Pencil-Survey zurückgegriffen.

 

Kontakt: Bianca Littig

Die Institutionalisierung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements der Bundeswehr

Sich ändernde sicherheitspolitische Rahmenbedingungen, die damit einhergehende Zunahme globaler Krisenherde sowie beispielhaft die Herausforderungen der Digitalisierung und des demographischen Wandels erfordern eine Anpassung und Wandlungsfähigkeit der Bundeswehr, mit dem Ziel, sich als zukunftsfähige Organisation aufzustellen. Die Agenda Bundeswehr in Führung - Aktiv. Attraktiv. Anders.“ leistet dazu einen Beitrag und forciert die Steigerung der Attraktivität des Arbeitgebers Bundeswehr. Die Einführung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in der Bundeswehr soll durch eine gesundheitsförderliche und -schützende Gestaltung der Arbeits- und Dienstbedingungen, der Steigerung der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit auch die Attraktivität des Arbeitgebers Bundeswehr steigern und damit einen Beitrag zur zukunftsfähigen Ausrichtung der Bundeswehr liefern.

 

Ziel des Forschungsprojektes: Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Einführung und Durchsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in der Bundeswehr und damit den Institutionalisierungsprozess zu rekonstruieren und zu beschreiben. Welche Akteure die Institutionalisierung beeinflussen, welche Strategien und Ziele sie verfolgen und die Rahmenbedingungen der Institutionalisierung bilden den Schwerpunkt der Forschung.

 

Theoretischer Hintergrund: Als theoretischer Bezugsrahmen dient dabei der soziologische Neoinstitutionalismus, der mir unter anderem mit der ‚institutional work‘ die Möglichkeiten einer mikroinstitutionalistischen Perspektive bietet und damit die Analyse des Handelns der an der Institutionalisierung beteiligten Akteure ermöglicht.

 

Methode: Diese Fallstudienforschung stützt sich auf qualitative Forschungsmethoden. Dabei wird auf Dokumentenanalysen, teilnehmende Beobachtungen und Experteninterviews zurückgegriffen.

 

Kontakt: Michael Fuchs

 

Innovationen im Personalmanagement

Kontakt: Melissa Wischer

Lernpraktiken von Unternehmensberatern: Erscheinungsformen, Einflussfaktoren und Manifestation

Die Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten kann für Unternehmensberater als zunehmend bedeutsame Voraussetzung dafür angesehen werden, in einem von steigenden Klientenanforderungen geprägten Arbeitsumfeld zu bestehen. Digitale Geschäftsmodelle und exponentielle Wachstumspfade neuer Marktteilnehmer stellen ihre Klienten heute vor Herausforderungen, bei deren Bewältigung immer seltener auf vergleichbare Problemstellungen und einschlägigen Projekterfahrung zurückgegriffen werden kann. Für die Bearbeitung weniger spezifischer bzw. automatisierbarer Aufgaben ist mittlerweile auch im Kontext der Managementberatung der vermehrte Einsatz von künstlicher Intelligenz zu beobachten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage zunehmend an Relevanz, wie individuelles Lernen als Anpassungsmechanismus an ein sich immer schneller veränderndes Umfeld erfolgreich praktiziert (Perspektive des Unternehmensberaters mit Interesse an einer erfolgreichen Laufbahnentwicklung) und gefördert (Perspektive der Personalentwicklung eines Beratungsunternehmens mit Interesse an der langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit) werden kann.

 

Ziel des Forschungsprojektes: Das Ziel des Forschungsprojekts ist es daher Erscheinungsformen (wie wird gelernt?), Einflussfaktoren (was unterstützt individuelles Lernen) und Manifestation (was resultiert aus individuellem Lernen?) im spezifischen Kontext der Unternehmensberatung untersuchen. Das Forschungsinteresse ist dabei nicht nur auf das Lernen im Sinne eines bloßen Wissenserwerbs gerichtet, sondern insbesondere auf die damit verbundenen Lernpraktiken, die nicht losgelöst vom jeweiligen sozialen Kontext und Arbeitsumfelds des Beraters betrachtet werden können.

 

Theoretischer Hintergrund: Aufgrund des besonderen Interesses an konkreten Lernpraktiken dienen zur Beantwortung der oben genannten Forschungsfragen praxistheoretische Ansätze von Wanda Orlikowski, Davide Nicolini, Silvia Gherardi und Haridimos Tsoukas. Diese basieren auf philosophischen, soziologischen und psychologischen Argumentationslinien und betrachten Wissen und Lernen in erster Linie als soziale und kulturelle Phänomene in Abgrenzung zu einer einseitig rationalistischen und kognitivistischen Auffassung. Diese Sicht auf Lernen als in einem sozialen Kontext verankerte soziale Praxis geht einher mit dem von Theodore Schatzki konstatierten „Practice Turn“ in Teilgebieten der Organisationsforschung (siehe z. B. auch Strategy as Practice im Bereich der Strategiegenese in Unternehmen).

 

Methode: Die Illustration des zu entwickelnden konzeptionellen Bezugsrahmens, der zur Erklärung von Einflussfaktoren und Manifestation individueller Lernpraktiken von Unternehmensberatern dient, erfolgt mittels qualitativ-explorativem Forschungsdesign mit semistrukturierten Interviews.

 

Kontakt: Georg Rainer

Mitarbeiter Partizipation im kollaborativen internen Crowdsourcing

Die Digitalisierung hat einen großen Einfluss auf viele Bereiche des Lebens, nicht zuletzt auch auf unseren Arbeitsalltag. Sie macht es möglich, durch digitale Systeme überall und zu jeder Zeit zu arbeiten, was ebenso die Virtualität der Arbeitsgestaltung erhöht. Unternehmen nutzen diese Virtualität bereits seit langem für verschiedene Arbeitsbereiche. So wird immer öfter auf IT-Prozesse zur internen Vernetzung und zur digitalen Aufgabenverteilung zurückgegriffen, so auch beim internen Crowdsourcing.

 

Ziel des Forschungsprojektes: Ziel dieses Promotionsvorhaben ist es, die Rolle des Managements im internen Crowdsourcing aufzuzeigen und zu validieren, wie Mitarbeiter motiviert werden können, sich langfristig in der Crowd zu engagieren.

Kontakt: Jennifer Kaiser

Psychologische Faktoren im Zusammenhang mit Lernen in einem Gaming-Kontext

„Lebenslanges Lernen“ ist ein beliebtes Schlagwort und wird von jedem erwartet. Dabei reicht es nicht aus, einfach nur das eigene Wissen zu erweitern, sondern auch die Fähigkeit zu entwickeln, berufliche und alltägliche Herausforderungen zu meistern. Eben hier sollen u.a. nun sogenannte „Serious Games“ vorteilhaft zur Anwendung kommen. Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass Spiele und Simulationen geeignete Instrumente darstellen, um aktives Lernen und Kompetenzentwicklung individuell zu fördern.

Ziel des Forschungsprojektes: Dieses Projekt verfolgt die Beantwortung zweier zentraler Fragen. Welche psychologischen Faktoren bestimmten den Lernerfolg im Gaming-Kontext und welche Unterschiede gibt es zwischen Lernern mit höherem und niedrigerem Lernerfolg? Daraus wird abgeleitet, welche Anpassungen vorgenommen werden sollten, um die Lerneffizienz in diesem Kontext zu verbessern.

Theoretischer Hintergrund: Ein wesentlicher Teil der theoretischen Fundierung stellt das erfahrungsbasierte Lernen nach Kolb dar. Diese Theorie beschreibt Lernen, unabhängig davon, ob es auf ein aktuelles Problem bezogen ist oder als lebenslange Kompetenzentwicklung betrachtet wird, als vierphasigen Kreisprozess.

Methode: Im Rahmen dieses Projekts wird ein quantitativer Ansatz fokussiert. Studierende werden im Rahmen eines Seminars zum Thema „Change Management“ eine entsprechende Simulation spielen und sowohl vorher als auch nachher mittels Fragebogen befragt werden.

Kontakt: Tanja Kreitenweis

Relevanz von Mindset Diversity für die Kreativität und Innovationsfähigkeit von Teams

Das Dissertationsvorhaben erforscht die Relevanz der Diversität von Team-Mitgliedern hinsichtlich ihres Mindsets (Persönlichkeit, Einstellung & Verhaltensweisen, Werte, u.a.) für die Teamperformance, insbesondere im Hinblick auf Kreativität und Innovationsfähigkeit. Der Fokus liegt dabei auf der Identifikation strategisch relevanter (Mindset-)Diversitäts-konstellationen sowie Mechanismen zu deren Implementierung im organisationalen Kontext eines Automobilherstellers.

Ziel ist es herauszufinden, welche spezifischen (Mindset-)Diversitätskonstellationen von Mitarbeitern zu unternehmensseitig wünschenswerten Verhaltensweisen und damit zur Generierung positiver Resultate (kreative Teamleistungen, Innovationen, u.a.) beitragen. Die Ableitung und Umsetzung entsprechender Managementimplikationen unterstützt das fokale Unternehmen bei der Differenzierung im Wettbewerb.

 

Kontakt: Christina Werner

Resistance to change, resistance to digital transformation

Das Dissertationsvorhaben erforscht die individuellen Gründe für Widerstand gegen den Wandel im Rahmen der Digitalisierung. Der Fokus liegt hierbei auf kognitiven und affektiven Prozessen, deren Natur sowie deren Effekt auf den individuellen Widerstand gegen den Wandel.

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Gründe des Widerstands gegen Digitalisierungsvorhaben zu schaffen, damit Führungskräfte und Change Manager aus ihnen lernen und sie gezielt adressieren können.

Kontakt: Richarda Rauch

Vertrauensentwicklung in temporären Organisationen

Erfolgreiche Projekte haben zumeist eines gemeinsam: ein verlässliches und gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Typischerweise sind Projekte eine Ausprägung verstärkt vorkommender temporärer Organisationen. Die Entwicklung von Vertrauen in solch temporären Organisationen gestaltet sich äußerst komplex.

Ziel des Forschungsprojekts: Ziel des Forschungsprojekts ist es, Verständnis für interpersonale Vertrauensentwicklung in temporären Organisationen zu erlangen.

Methode: Es wurde zunächst auf eine qualitative Interview-Vorstudie zurückgegriffen, bevor die qualitative Hauptstudie durchgeführt wurde. Für diese wurde auf offene Beobachtungen, Fokusgruppen und Interviews zurückgegriffen.

 

Kontakt: Linda M. Schmidt

Abgeschlossene Dissertationsprojekte

Unsere abgeschlossenen Dissertationsprojekte sind in folgenden Schriftenreihen veröffentlicht:

Schriftenreihe „Zukunftsfähige Unternehmensführung in Forschung und Praxis“

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Die Reihe "Zukunftsfähige Unternehmensführung in Forschung und Praxis" beinhaltet ausgewählte Schriften, die sich mit Theorien, Konzepten und Instrumenten für fortschrittsfähige Organisationen beschäftigen. Das Themenspektrum wird dabei durch die drei Eckpunkte, Personal-Organisation-Strategie, aufgespannt. Das Fundament der Schriftenreihe bilden wissenschaftlich fundierte Dissertationsschriften mit Anspruch auf Praxisrelevanz. Angereichert wird die Reihe durch für wertvoll erachtete Sammelbände aus Wissenschaft und Praxis. Die Verfasser wollen sowohl die Wissenschaft als auch die Führungspraxis mit Interesse an zukunftsfähiger Unternehmensführung ansprechen.

Herausgegeben von
Prof. Dr. Stephan Kaiser
Universität der Bundeswehr München

Schriftenreihe „Forschung und Praxis zukunftsfähiger Unternehmensführung“

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Die Reihe „Forschung und Praxis zukunftsfähiger Unternehmensführung“ beinhaltet ausgewählte Schriften, die sich mit Theorien, Konzepten und Instrumenten einer fortschrittsfähigen Organisation beschäftigen. Das Themenspektrum wird dabei durch die drei Eckpunkte, Humanressourcen-Organisation-Strategie, aufgespannt. Das Fundament der Schriftenreihe bilden wissenschaftlich fundierte Dissertationsschriften mit Anspruch auf Praxisrelevanz. Angereichert wird die Reihe durch für wertvoll erachtete Sammelbände aus Wissenschaft und Praxis. Die Verfasser der in der Reihe erscheinenden Bücher wollen sowohl die Wissenschaft als auch die Führungspraxis mit Interesse an zukunftsfähiger Unternehmensführung ansprechen.

Herausgegeben von
Prof. Dr. Stephan Kaiser
Universität der Bundeswehr München