Gemeinsam stark für Inklusion: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

19 Dezember 2025

Menschen mit Behinderung sind ein selbstverständlicher Teil unseres Gesellschafts- und Arbeitslebens – und doch gibt es weiterhin Hürden abzubauen, Verständnis zu fördern und Chancen zu erweitern. Mit dem internationalen Aktionstag am 3. Dezember haben sich Prof. Annette Schmidt von der Professur für Sportbiologie, Eva Just-Olschewski von der zivilen Gleichstellungsstelle und Leutnant Annika P. von der militärischen Gleichstellungsstelle das Ziel gesetzt, Inklusion erlebbar zu machen – ohne Stigmatisierung und Berührungsängste, aber mit Offenheit, Respekt und Neugier.

Der Tag bot eine Mischung aus inspirierenden Vorträgen, Informationsständen und sportlichen Mitmachangeboten. Das Ziel war es, Sensibilisierung zu schaffen, Begegnungen zu ermöglichen und neue Impulse für Teilhabe und Inklusion zu setzen.

In ihrer Begrüßung betonte die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München (UniBw M), Prof. Eva-Maria Kern, wie wichtig es sei, dass sich alle Universitätsangehörigen mit dem Thema befassten: „Wir alle tragen Verantwortung für eine Umgebung, in der sich Menschen mit Behinderung, chronischen Erkrankungen oder besonderen Lebenslagen frei und wertgeschätzt fühlen können.“

Ein vielseitiges Programm für alle

Ein besonderer Programmpunkt war das Gespräch zwischen Leutnant Annika P. und der ehemaligen deutschen Paracycling-Sportlerin Denise Schindler. Schindler hat zahlreiche internationale Erfolge erzielt, darunter mehrere Weltmeistertitel und Medaillen bei den Paralympics. 2011 wurde sie zur „Behindertensportlerin des Jahres” gewählt.

Das Interview gab den Teilnehmenden Einblicke in die herausfordernde Kindheit der Sportlerin. Als Zweijährige wurde ihr nach einem Unfall der rechte Unterschenkel amputiert und ihre Kindheit war geprägt von vielen Krankenhausaufenthalten. Schindler erzählte dem Publikum, dass sie durch eine Spinning-Stunde im Fitnessstudio zum Radsport gekommen sei. Sie war nach der Übung zwar „fix und fertig“, hatte aber ein Grinsen im Gesicht und war „nicht wie im Schulsport die Letzte“. Sie meinte, dass sie im Laufe der Jahre angefangen habe, sich selber zu vertrauen und an ihre Fähigkeiten zu glauben, dass man mit einer Behinderung aber eben auch besondere Herausforderungen habe – wie zum Beispiel Entzündungen in der Prothese.


Auf der Bühne sitzt links Denise Schindler und rechts Leutnant Annika P. Denise Schindler hat ein Mikrofon in der Hand. Leutnant Annika P hört lächelnd zu. Im Vordergrund ist Publikum zu sehen.

Nach dem Interview mit Leutnant Annika P. (rechts) beantwortet Denise Schindler (sitzend, links) Fragen aus dem Publikum und hört Erfahrungsberichte von UniBw M-Angehörigen (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)


Zum Schluss gab Schindler dem Publikum mit auf den Weg, einfach mal aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und selbst auszuprobieren, wie es ist im Rollstuhl zu sitzen oder blind durch einen Parcours zu laufen. Es sei wichtig, andere verstehen zu wollen und mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Entdecken – Informieren – Selber ausprobieren

Die Besucherinnen und Besucher konnten sich im Messebereich des Aktionstages über ein Angebot freuen, das zum Entdecken und Informieren einlud.

Der Stand des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) trug beispielsweise den Titel „Schätze der Natur: Hausmittel & Co. fürs Immunsystem“ und bot Inspirationen rund um eine gesunde Ernährung sowie Tipps, wie man im Winter mit Kräutern und Gewürzen gesund bleibt.

Die Universitätsbibliothek präsentierte zusätzlich eine Auswahl von Büchern, Zeitschriften und Informationsmaterialien zu den Themen Inklusion, Gesundheit und Vielfalt. Ergänzt wurde das Angebot durch weitere interne und externe Beratungs- und Unterstützungsstellen, deren Mitarbeitende mit Fachwissen und Gesprächsmöglichkeiten zum Austausch bereitstanden.

Ein Highlight waren die sportlichen Mitmachangebote in der Halle, die die Besucherinnen und Besucher dazu motivierten, aktiv zu werden und Neues auszuprobieren. Neben Sitz-Volleyball und Rollstuhl-Basketball gab es einen Rollstuhl-Parcours mit leichten und schwierigeren Hindernissen sowie einen Parcours, der mit verbundenen Augen durchlaufen werden musste.


Vize-Präsident Geralt Siebert sitzt in einem Rollstuhl und versucht eine Kipp-Rampe hochzufahren.

Vizepräsident Geralt Siebert testet den Rollstuhl-Parcours, der verschiedene Schwierigkeitsstufen beinhaltet (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)


 

Titelbild: Beim Aktionstag zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung können UniBw M-Angehörige verschiedene Mitmachangebote, wie den Rollstuhl-Parcours, ausprobieren (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)