Forschungszentrum SPACE: Viel Raum für die Raumfahrt

28 Januar 2021

Die Universität der Bundeswehr München verfügt über eine große Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik und widmet sich dadurch schon seit vielen Jahren in Forschung und Lehre umfassend diesem Bereich und den damit verknüpften Diensten und Anwendungen. Daraus entstand jüngst das Forschungszentrum „SPACE“.  Es vernetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Fakultäten der Universität miteinander.

Das Forschungszentrum „SPACE“ wurde 2020 von Prof. Roger Förstner (Missionsentwurf und Raumfahrttechnik), Prof. Andreas Knopp (Satellitenkommunikation) und Prof. Thomas Pany (Satellitennavigation) gegründet. Es setzt sich aus zahlreichen Expertinnen und Experten mehrerer Fakultäten wie z.B. der Luft- und Raumfahrttechnik, der Elektrotechnik und Informationstechnik sowie der Elektronik und Technischen Informatik zusammen, die in den unterschiedlichsten Disziplinen wie z.B. der Physik, der Hoch- und Höchstfrequenztechnik, der Informatik oder der Geodäsie zuhause sind. Daraus entstand an der Universität ein breitangelegtes Kompetenzportfolio, das es erlaubt, raumfahrtbezogene Problemstellungen unter den verschiedenen Gesichtspunkten aller für dieses Forschungsfeld relevanten Disziplinen ganzheitlich/systemisch zu untersuchen.

Dabei werden sowohl die Kerngebiete der Raumfahrt wie die Satelliten- und Raketentechnologie oder die Erforschung des Sonnensystems und des Weltalls abgedeckt als auch unterschiedliche Anwendungen auf der Erde wie z.B. die Bereiche Kommunikation und Erdbeobachtung. Ziel des Forschungszentrums ist es, Experten mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammenzuführen, anhand gemeinsamer Projekte den Standort München auf dem Gebiet der Raumfahrt zu stärken und zugleich die Sichtbarkeit der eigenen Forschungsarbeit zu erhöhen.

Sowohl Forschungszentrum als auch Kompetenzzentrum

„SPACE“ versteht sich also einerseits als ein Forschungszentrum, das vorhandene Kompetenzen und Forschungsanlagen miteinander verknüpft, sinnvoll ergänzt und in die bestehende bzw. zukünftige Forschungsarbeit integriert. Dessen Forschungsschwerpunkte liegen z.B. in den Bereichen Missionsentwurf und Satellitentechnik, Satellitenkommunikation und Satellitennavigation, Ingenieurmathematik, Mobile Antennensysteme und Plasmatechnik.

Zum anderen fungiert „SPACE“ aber auch als Kompetenzzentrum, das sein Fachwissen und Knowhow nicht nur in der Forschung einsetzt, sondern auch in Lehre und Ausbildung dem eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs zur Verfügung stellt. Die Mitglieder von „SPACE“ agieren zudem auf nationaler und internationaler Ebene als Experten in Gremien, in Arbeitsgruppen bei Bund und Ländern sowie der Bundeswehr. Sie wirken ebenso bei verschiedenen Fachgremien der EU und der ESA mit.

Große Bereicherung für die Universität

Präsidentin Prof. Merith Niehuss sieht das Forschungszentrum als eine große Bereicherung für die Universität: „Am Standort München müssen wir uns profilieren, da wir im Wettbewerb mit zwei großen Exzellenz-Universitäten stehen. Das haben wir in der Forschung immer getan, so auch in der Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung. Mit dem Forschungszentrum „SPACE“ haben wir nun die Möglichkeit unsere Expertise in diesen Bereichen noch stärker zu bündeln und auszubauen.“

Auch die Vizepräsidentin für Forschung, Prof. Eva-Maria Kern, ist voll des Lobes für „SPACE“: „Das Forschungszentrum zeigt beispielhaft wie effektiv es ist, wenn sich Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen miteinander vernetzen. Damit lassen sich Projekte von einer Komplexität umsetzen, die der oder die Einzelne allein nicht bewerkstelligen könnte.“

Quadrocopter und eine Satellitenbodenstation

Durch den Zusammenschluss zahlreicher Forschungsbereiche und -institute, verfügt „SPACE“ über Zugang zu den unterschiedlichsten Labor- und Testanlagen. Diese bieten den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance, neue Technologien und Techniken aus den verschiedenen Bereichen zu entwickeln und zu testen. Zur technischen Ausstattung gehören z.B.  neben der auf Quadrocoptern basierenden Lande- und Formationsflugsimulation eine Thermalvakuumkammer mit Sonnensimulator, IR-Kamerasystem und Massenspektrometer, ein Robotiklabor, eine Parabolantenne zur Satellitensignalanalyse sowie eine voll ausgestattete Satellitenbodenstation mit mehreren Antennen für Forschung, Entwicklung und over-the-air Tests.


Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten von SPACE finden Sie auf der Projektseite des FZ SPACE >>

Weitere Informationen zu den Forschungseinrichtungen der Universität finden Sie in unserem Forschungsportal >>


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