Moderator der Veranstaltung Prof. Thomas Braml von der UniBw M

Münchener Tunnelbau-Symposium – Großprojekte, Risiken und Innovationen

21 Juli 2026

Planung, Bau und Betrieb von Tunnelbauwerken gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Ingenieurbau. Entsprechend groß ist der Bedarf an fachübergreifendem Austausch. Das 9. Münchener Tunnelbau-Symposium bot dafür erneut eine Plattform und brachte am 3. Juli 2026 Fachleute aus Bauherrenschaft, Planung, Bauwirtschaft, Wissenschaft und Beratung auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) zusammen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen (STUVA e.V.) unter Leitung von Prof. Roland Leucker sowie dem Förderverein Konstruktiver Ingenieurbau der UniBw M, vertreten durch Prof. Thomas Braml, Prof. Conrad Boley, Prof. Philip Sander und  Prof. Manfred Keuser.


Vizepräsident Florian Engstler bei der Begrüßung

Vizepräsident Florian Engstler heißt die Teilnehmenden an der Universität der Bundeswehr München willkommen (© UniBw M/Saborowski)


Für die Hochschulleitung begrüßte Vizepräsident Prof. Florian Engstler die Gäste. Auch die Dekanin der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften, Prof. Silja Hoffmann, richtete Grußworte an die Teilnehmenden. Sie unterstrich, dass die UniBw M genau der richtige Ort für das Symposium sei, denn wie im Tunnelbau werde auch an der Universität täglich interdisziplinär gearbeitet. „Große Herausforderungen unserer Zeit können wir nur zusammen lösen“, so Hoffmann.

Aktuelle Tunnelbauprojekte in Bayern

Der erste Themenblock widmete sich bedeutenden Infrastrukturprojekten im Freistaat. Vorgestellt wurden unter anderem das Abdichtungssystem im Bergsturzbereich des Kramertunnels, der aktuelle Ausbau des Münchner U-Bahn-Netzes sowie die Fortschritte bei der 2. S-Bahn-Stammstrecke München. Die Vorträge machten deutlich, mit welchen technischen und organisatorischen Herausforderungen Großprojekte im urbanen Raum verbunden sind und welche Lösungsansätze derzeit verfolgt werden.

Internationale Großprojekte im Fokus

Anschließend richtete sich der Blick auf internationale Tunnelbauvorhaben. Die Experten gaben Einblicke in den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark, der nach seiner Fertigstellung Europas längster Absenktunnel sein wird. Weitere Beiträge befassten sich mit Automatisierungslösungen für den Bau des Gotthard-Straßentunnels sowie mit dem Projektrisikomanagement beim Brenner Basistunnel, der künftig die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt bilden wird.


Prof. Silja Hoffmann spricht auf dem Podium

Dekanin der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften, Prof. Silja Hoffmann, spricht über die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die nicht nur täglich an der UniBw M stattfindet, sondern auch im Tunnelbau wichtig ist (© UniBw M/Saborowski)


Impulse für den Tunnelbau der Zukunft

Der Nachmittag stand im Zeichen von Vertragsmodellen und Risikoverteilung bei Tunnelbauprojekten. Diskutiert wurden Erfahrungen aus der 2. S-Bahn-Stammstrecke München, dem Stadttunnel Feldkirch in Österreich sowie dem geplanten Elbtunnel nordwestlich von Hamburg. Zum Abschluss richtete das Symposium den Blick nach vorn. Themen waren Erkenntnisse aus transeuropäischen Tunnelprojekten, ein innovatives und ressourceneffizientes Tunneltragsystem sowie Möglichkeiten der KI-gestützten Prozessautomatisierung und Materialbewertung im Tunnelbau.

Die Beiträge verdeutlichten, dass Digitalisierung, Automatisierung und nachhaltige Bauweisen künftig eine noch größere Rolle spielen werden und neue Perspektiven für Planung, Bau und Betrieb von Tunnelbauwerken eröffnen.


Blick über die Zuhörerschaft im Audimax der UniBw M

Nationale und internationale Experten geben den Teilnehmende Einblicke in verschiedene europäische Tunnelbauprojekte (© UniBw M/Braml)


Ausblick auf die Jubiläumsveranstaltung

Neben den Fachvorträgen boten die Diskussionsrunden zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung. Die hohe Beteiligung und die lebhaften Diskussionen unterstrichen erneut die Bedeutung des Münchener Tunnelbau-Symposiums als Treffpunkt der Branche. Das Organisationsteam zog eine positive Bilanz und blickt bereits auf die nächste Veranstaltung: In zwei Jahren soll das 10. Münchener Tunnelbau-Symposium erneut Fachleute aus dem In- und Ausland an der UniBw M zusammenbringen.

 


Titelbild: Prof. Thomas Braml von der UniBw M vertritt den Förderverein Konstruktiver Ingenieurbau der Universität der Bundeswehr München und moderiert durch die Vorträge (© UniBw M/Saborowski)