Dies academicus 2026: Auszeichnungen für Wissenschaft und Engagement

26 Oktober 2026

Im Rahmen der diesjährigen Dies academicus - Feier am 23. Oktober 2026 standen die Erfolge des wissenschaftlichen Nachwuchses, exzellente Forschungsleistungen und der besondere Einsatz verschiedener Universitätsmitglieder im Mittelpunkt. In ihrer Eröffnungsrede thematisierte die Präsidentin der UniBw M, Prof. Eva-Maria Kern, die antike Göttin Athene, die für Weisheit, strategisches Denken und handwerkliches Können steht. Darüber hinaus ist die Athene ein zentraler Bestandteil des Uni-Logos und ein „zeitgemäßes Symbol unserer Universität“. 
„Was also erzählt uns diese Athene über die Universität der Bundeswehr München in der Gegenwart? Sie erzählt von einer Universität, die Wissen nicht um seiner selbst willen generiert, sondern Verantwortung übernimmt. Unsere gemeinsame Vision bringt das auf den Punkt: Wir stehen für zukunftsweisende Bildung, Forschung und Innovation für eine resiliente Gesellschaft und eine wehrhafte Demokratie. Unsere Mission konkretisiert diesen Anspruch: Wir qualifizieren Führungspersönlichkeiten, verbinden grundlagenorientierte mit anwendungsnaher Forschung und leisten einen Beitrag zu Freiheit, Sicherheit sowie zur digitalen und technologischen Souveränität unseres Landes“, erklärt Präsidentin Kern.


Präsidentin Kern hält eine 3D-gedruckte Athene in der Hand und steht hinter einem Rednerpult.

Um die 3D-gedruckte Athene und ihre Bedeutung für die Universität der Bundeswehr München geht es in der Ansprache von Präsidentin Eva-Maria Kern  (© Wagner)


Resilienz in der Gesellschaft

Bevor es zum feierlichen Höhepunkt der Veranstaltung überging - der Verleihung der Universitäts- und Forschungspreise - stand zunächst der folgende Teil der Veranstaltung unter dem Motto „Von der Krisenvorsorge zur Krisenbewältigung: Politik, Verwaltung und Gesellschaft in der Verantwortung“.

Dr. Fritz Helge Voß, der Landesbeauftragte des THW Bayern, ging in seiner Rede darauf ein, dass eine Steigerung der persönlichen Resilienz erforderlich sei, beispielsweise durch die Anlegung von Notfallpaketen.

„Die große Frage ist doch, warum ist eine Wehrhaftigkeit notwendig? Alleine die Meinungsfreiheit und das Wahlrecht in unserem Land sind es schon wert“, sagte Dr. Voß.


Dr. Voss steht hinter einem Rednerpult beim Dies academicus

Der Landesbeauftragte des THW Bayern, Dr. Fritz Helge Voß, sagt in seiner Rede, dass unsere Gesellschaft sich momentan in einem „schmerzlichen Umgewöhnungsprozess“ befinde (© Wagner)


In der anschließenden Podiumsdiskussion zwischen Präsidentin Kern, Prof. Thomas Braml, Prof. Maximilian Moll und Dr. Voß wurde der Gedanke der resilienten Gesellschaft erneut aufgegriffen. So sagte Präsidentin Kern, dass auch keine Fachdisziplin an dem Thema Resilienz vorbeikommt. „Als Universität sind wir ein Raum für Diskussion und den Dialog auch wenn es kontrovers sein sollte.“ 

Prof. Braml wies darauf hin, dass hybride Bedrohungen für die Infrastruktur bereits Realität geworden seien. „Planungsbüros, Baufirmen und Baustellen werden gezielt angegriffen. Auch registrieren wir, dass eine Überladung von LKWs aus Osteuropa die dann über unsere Brücken fahren zugenommen hat in der letzten Zeit. Wer im Internet schaut, findet von jeder Brücke in Deutschland die technischen Daten. Wir müssen entscheiden, ob wir künftig sensible Daten unserer Kritischen Infrastruktur öffentlich noch zugänglich machen wollen.“


Im Vordergrund ist das Publikum im Audimax zu sehen. Vorne sitzen die vier Podiumsteilnehmer.

Auf dem Podium diskutieren Prof. Michael Eßig (l.), Dr. Fritz Helge Voß (2.v.l.), Prof. Thomas Braml (3.v.l.), Prof. Maximilian Moll (2.v.r.) und Präsidentin Eva-Maria Kern (r.) miteinander über das Thema „Von der Krisenvorsorge zur Krisenbewältigung: Politik, Verwaltung und Gesellschaft in der Verantwortung“ (© Wagner)


Forschungspreise für hervorragende Dissertationen

Im Rahmen des Dies academicus wurden auch wieder herausragende Dissertationen ausgezeichnet. Mit den Forschungspreisen werden Dissertationen geehrt, die durch ihre wissenschaftliche Qualität und ihre besonderen Beiträge zum jeweiligen Forschungsgebiet überzeugen.

Der Vizepräsident für Forschung, Innovation und nachhaltige Entwicklung, Prof. Geralt Siebert, überreichte die Preise an die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Die beiden Preise des Freundeskreises der Universität der Bundeswehr München e.V. gingen an Dr.   Linda Rave und an Dr. Daobo Zhan.
  • Dr. Sergej Schultenkämper erhielt den Forschungspreis des Instituts für Technik Intelligenter Systeme – ITIS e.V. für seine Arbeit „Informationspreisgabe im Web: Entwicklung eines Gefährdungsmodells für den digitalen Zwilling”.
  • Dr. Philipp Zilk und Dr. Johannes Flotzinger bekamen jeweils den Forschungspreis des Fördervereins Konstruktiver Ingenieurbau verliehen.
  • Der Forschungspreis der „Hans und Erika Gudladt-Stiftung“ ging an Dr. Ricardo Helm für seine Arbeit „In-Situ Manipulation during Positron Lifetime Spectroscopy in Polymers and Nanoscopic Layers”.
  • Airbus Defence and Space stiftete den Preis für die Arbeit „Optimal multi-fault tolerant control for PMSMs” von Dr. Martin Ackermann.
  • Den Rohde & Schwarz Forschungspreis für die Arbeit “The Fuzzed and the Spurious — Compiler-Assisted Program Hardening and Fuzzing” erhielt Dr. Felix Berlakovich.

Engagement für Vielfalt und Chancengerechtigkeit

Mit dem Diversity-Ehrenpreis zeichnete der Beirat für Chancengerechtigkeit und Diversität besonderes Engagement für Vielfalt, Gleichstellung und Chancengerechtigkeit an der UniBw M aus. Den Preis überreichte die Vizepräsidentin für Internationalisierung und Diversität, Prof. Isabelle Deflers, in diesem Jahr an Prof. Andreas Karcher, Professor i. R. für Informatik.

Ulrich Bayrle, Werkstattleiter am Institut für Plasmatechnik, erhielt die Universitätsmedaille für seine besonderen Verdienste um die Universität.


Prof. Deflers steht hinter einem Rednerpult. Sie hält den diesjährigen Diversity-Preis mit beiden Händen nach oben.

Vizepräsidentin für Internationalisierung und Diversität, Prof. Isabelle Deflers, zeigt dem Publikum den Diversity-Ehrenpreis, bevor sie diesen an Prof. Andreas Karcher übergibt (© Wagner)



Ulrich L. Rohde-Preis für exzellente Forschung

Präsidentin Kern übergab auch in diesem Jahr wieder den Ulrich L. Rohde-Preis. Seit 2019 zeichnet der Preis exzellente Forschungsleistungen an der UniBw M aus, die wissenschaftliche Qualität mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden. In der Kategorie MINT-Fächer erhielt Prof. Georg Düsberg, Professur für Sensortechnologien, die Auszeichnung und für die GSW-Fächer wurde Prof. Christina Binder, Professur für internationales Recht und internationalen Menschenrechtsschutz, geehrt.


Im Vordergrund spielt eine Soldatin im Festanzug eine Querflöte. Im Hintergrund sind weitere Musikanten mit ihren Instrumenten.

Dieses Jahr begleitet das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr den Dies academicus mit musikalischen Stücken (© Wagner)


Der Dies academicus macht jedes Jahr die Vielfalt der wissenschaftlichen Leistungen und des persönlichen Engagements an der UniBw M sichtbar.

Die Universität gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihren Auszeichnungen!

Ein Dank geht auch an das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr für die musikalische Untermalung der Veranstaltung.


Titelbild: Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Dies academicus im Audimax der UniBw M (© Wagner)