22. Oktober 2025 – Nürnberg. Erstmalig fand im Rahmen der KOMMUNALE die Staat-up-Konferenz zur innovativen öffentlichen Beschaffung statt – eine Gemeinschaftsveranstaltung von KOINNO und Staat-up e.V.. Unter dem Motto „Beschaffung in Zeiten exponentieller Innovation – Sicherheit, Souveränität und kritische Infrastruktur“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft und Start-up-Szene über die Zukunft der Beschaffung im Kontext neuer Sicherheits- und Resilienzanforderungen. In mehreren Panels beleuchteten Expertinnen und Experten, darunter Prof. Dr. Michael Eßig (Universität der Bundeswehr München), Dr. Hans Michael Strepp (Bayerisches Staatsministerium für Digitales) und Marcel 'Otto' Yon (Autonomous Teaming), wie die öffentliche Hand Innovationspartnerschaften mit Start-ups gestalten und ihre Beschaffungskompetenz für die digitale Ära stärken kann. Ein interaktiver Erfahrungsaustausch bot Teilnehmenden zudem die Möglichkeit, eigene „Ups and Downs“ aus der Beschaffungspraxis zu teilen und voneinander zu lernen. Die Staat-up-Konferenz war Teil des Rahmenprogramms der KOMMUNALE 2025 und verdeutlichte, dass innovative Beschaffung zunehmend zu einer zentralen Aufgabe für Kommunen und Landesbehörden wird. 👉 Mehr zur Veranstaltung auf staat-up.net
Nachrichten
12. November 2025 – München Im Rahmen des Defence Innovation Pitch Day (DIPD) 2025 diskutierte Hendrik Bangert, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsgebiet Beschaffung, auf einem Panel zu den Themen Beschaffung von Lieferanteninnovationen und Resilienz in der Lieferkette. Ausgangspunkt der Diskussion war das derzeit massiv steigende Beschaffungsvolumen der Bundeswehr, das im deutlichen Kontrast zu einer empirisch belegten geringen Wettbewerbsintensität auf Bundeswehrausschreibungen steht. Die Diskussion betonte, dass ein „guter Wettbewerb“ entscheidend sei, um Innovationen wirksam zu beschaffen. Gemeinsam mit den weiteren Panelteilnehmenden wurden verschiedene Lösungsansätze zur Stärkung von Wettbewerb und Innovationsfähigkeit erörtert. Dazu zählen insbesondere: die strategische Nutzung von Markterkundung zur Erhöhung der Informationsbasis, ein zielgerichtetes Lieferantenmanagement, das Innovationspotenziale frühzeitig erkennt und fördert, niederschwellige Zugänge für neue Anbieter, um die Lieferantenbasis zu verbreitern, sowie die etablierende Rolle des Innovationszentrums Bundeswehr (InnoZBw) als intermediäre Schnittstelle zwischen Bedarfsträgern, Beschaffung und dem Beschaffungsmarkt als zentrale Quelle von Innovation (Open-Innovation).
Im Rahmen des diesjährigen BME-Symposiums Einkauf und Logistik moderierte Herr Prof. Eßig die Fachkonferenz „Vordenker4Inspiration“ am 12. November 2025 in Berlin. Zu Beginn der Veranstaltung wurde die Rolle von Vordenkerinnen und Vordenkern im Einkauf betont – als Impulsgeber für strategische Veränderung, Innovation und nachhaltige Wertschöpfung. Vordenken bedeutet, neue Perspektiven auf bekannte Herausforderungen zu wagen – sei es im Umgang mit Künstlicher Intelligenz, in der Gestaltung resilienter Lieferketten oder in der Verbindung von zentraler Effizienz und lokaler Anpassungsfähigkeit hieß es in der Einführung. Die Fachkonferenz brachte führende Expertinnen und Experten aus Industrie und Beschaffungspraxis zusammen, um zukünftige Anforderungen an das Einkaufsmanagement zu diskutieren.
Im Rahmen des European Defence Acquisition Manager Intercultural Course (EDAMIC) stellte Prof. Dr. Michael Eßig am 28. Oktober 2025 in Berlin aktuelle Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen zur Modernisierung der öffentlichen und verteidigungsbezogenen Beschaffung vor. Unter dem Titel „Modern Defence Procurement: An Evidence-Based Approach on Challenges and Solutions“ zeigte er auf, wie ein evidenzbasiertes Beschaffungsmanagement helfen kann, Mythen und Narrative durch faktenbasierte Analysen zu ersetzen – von der Vergabe bis zum strategischen Lieferkettenmanagement. Zentrale Themen des Vortrags waren: Von der administrativen Vergabe zum strategischen Supply-Chain-Management Supplier Alignment durch Performance-Based Contracting (PBC) – leistungsorientierte Vergütung als Anreiz für Innovation und Verfügbarkeit Resiliente Lieferketten im Verteidigungssektor und der Umgang mit „Low-Frequency-High-Impact“-Ereignissen Innovationsorientierte Beschaffung als mehrdimensionale Aufgabe – Technologie allein reicht nicht aus Marktorientierung und Wettbewerbsfähigkeit: Wie sich durch eine breitere und tiefere Einbindung der Lieferantenbasis neue Innovationspotenziale erschließen lassen Anhand empirischer Analysen – unter anderem aus TED-Daten 2011–2023 – wurde deutlich, dass im deutschen Verteidigungssektor niedrige Wettbewerbsintensität, komplexe Regulierungsrahmen und lange Lebenszyklen von Waffensystemen zentrale Herausforderungen darstellen. Prof. Eßig plädierte daher für eine Stärkung strategischer Beschaffungskompetenzen und die Nutzung von Evidenz zur Steuerung von Wettbewerb, Innovation und Effizienz. Der Vortrag knüpft an aktuelle Forschungsarbeiten des Arbeitsgebiets zu strategischer Beschaffung, Innovationsförderung und Wettbewerbssteuerung in der öffentlichen Verwaltung und im Verteidigungssektor an.
Am 17. November 2025 fand im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) in Berlin das High-Level Forum Public IT-Procurement statt. Ziel der Veranstaltung war es, aktuelle strategische Fragen der öffentlichen IT-Beschaffung im europäischen Kontext zu diskutieren – insbesondere mit Blick auf digitale Souveränität, Innovationsförderung und die Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Vergabeverfahren. Prof. Dr. Michael Eßig wirkte als Experte aktiv an der Veranstaltung mit und brachte seine Forschungsperspektive zu evidenzbasierter und strategisch ausgerichteter öffentlicher Beschaffung in die Diskussionen ein.
Prof. Dr. Michael Eßig, Leiter des Arbeitsgebiets Beschaffung an der Universität der Bundeswehr München, wurde am 7. November 2025 als Sachverständiger in den Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestags geladen. Thema der öffentlichen Anhörung war der Entwurf eines Gesetzes zur beschleunigten Planung und Beschaffung für die Bundeswehr (BwPBBG). In seiner schriftlichen Stellungnahme betont Prof. Eßig, dass das Gesetz grundsätzlich geeignet ist, die Beschaffungsprozesse der Bundeswehr zu beschleunigen und wettbewerblicher zu gestalten. Neben der angestrebten Verfahrensbeschleunigung rückt er jedoch insbesondere vier strategische Handlungsfelder in den Mittelpunkt: Innovationsorientierung und Nutzung neuer Technologien, Marktorientierung und Aktivierung ziviler Hochtechnologiemärkte, Wettbewerbsintensivierung zur Begrenzung von Kostensteigerungen, sowie Souveränitätssteigerung durch gezielte Förderung europäischer Lieferketten. Darüber hinaus schlägt Eßig vor, die gesetzliche Weiterentwicklung um flankierende Maßnahmen zu ergänzen – darunter ein Bundeswehr-Technologie- und Innovationsfördergesetz, ein Bundeswehr-Beschaffungsplanungsgesetz sowie ein Gesetz zur strategischen Steuerung des Wettbewerbs in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. 📄 Die vollständige Stellungnahme ist über den Bundestag abrufbar: 👉 bundestag.de/ausschuesse/a09_wirtschaft/wp21_a09_Anhoerungen/1116628-1116628
Am 01.12. wurden Prof. Michael Eßig, Dr. Andreas Glas und Hendrik Bangert (Arbeitsgebiet Beschaffung der UniBw München) als erste Besucher des neuen Innovationszentrums der Bundeswehr in Erding zum operativen Start empfangen. Gemeinsam mit dem Team des InnoZBw wurden die Inhalte des von den Forschern verfassten Strategiepapiers zum „Neuen System Innovationsbeschaffung“ ausführlich erarbeitet und diskutiert: Gemeinsame Diskussion der Bedeutung von Lieferanten, einschließlich neuer potenzieller Lieferanten für die Bundeswehr, im Sinne eines Open-Innovation-Ansatzes Kooperative Analyse der Rolle der Markterkundung als kontinuierlicher Prozess zur Identifikation relevanter Technologien und Anbieter Gemeinsame Ableitung von Ansätzen zur Anpassung und Beschleunigung innovationsrelevanter Prozesse und vergaberechtlicher Verfahren Vorstellung und Reflexion umfangreicher empirischer Befunde, u. a. aus Interviews und großzahlempirischer Analysen: 7 Defence-Start-ups 6 Dual-Use-Start-ups 4 Defence-Intermediären 2 OEMs Datenanalysen der TED-Daten mit Defense-Bezug Durchführung einer gemeinsamen SWOT-Analyse zur Bewertung der aktuellen Ausgangslage und zukünftigen Handlungsfelder des InnoZBw Ausblick: Erarbeitung einer Umfrage zu Markteintrittsbarrieren für potenzielle Lieferanten der Bundeswehr Entwicklung eines Umsetzungspapiers mit konkreten Maßnahmen und Instrumenten der innovationsorientierten Beschaffung
Prof. Dr. Michael Eßig (Arbeitsgebiet Beschaffung) nahm an der Handelsblatt-Konferenz „Sicherheit und Verteidigung 2026“ teil, die vom 21. bis 23. Januar 2026 in Berlin und digital stattfand. Im Rahmen des Konferenztags am Donnerstag, den 22. Januar 2026, wirkte Prof. Dr. Eßig an der Diskussionsrunde „Mission 2029: Wer jetzt liefern muss – Organisatorische Reformen & Beschleunigung: Wie muss sich die Beschaffung weiter verändern?“ mit. Im Zentrum der Diskussion stand die Rolle der Beschaffung als strategischer Hebel zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit sowie zur Öffnung des Marktes für neue Akteure und Technologien. Ausgehend von der aktuellen sicherheits- und industriepolitischen Dynamik thematisierte Prof. Dr. Eßig insbesondere die Notwendigkeit, Beschaffungsprozesse strukturell zu beschleunigen, ohne dabei Transparenz, Wettbewerb und Governance zu vernachlässigen. Dabei wurde deutlich, dass das Sondervermögen der Bundeswehr zwar einen kurzfristigen Investitionsschub ausgelöst hat, nun jedoch der Übergang zu langfristig tragfähigen, strategischen Beschaffungsstrukturen im Vordergrund steht. An der Diskussion nahmen neben Prof. Dr. Eßig unter anderem teil: Annette Lehnigk-Emden, Präsidentin des BAAINBw, Andreas Frank, Partner Defence & Security bei EY, Balázs Nagy, CEO & Co-Founder von TYTAN Technologies, sowie Thomas Gottschild, Geschäftsführer der MBDA Deutschland GmbH und Vorsitzender des BDI-Ausschusses für Sicherheit.
Dr. Andreas Glas (Arbeitsgebiet Beschaffung) hat am 3. Nachhaltigkeitsgipfel Sachsen am 21. Januar 2026 im Landratsamt Bautzen teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der Auftragsberatungsstelle Sachsen e. V. (ABSt Sachsen) und der Kompetenzstelle für Nachhaltige Beschaffung Sachsen (KNB Sachsen) ausgerichtet und richtete sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik und Praxis. In seinem Vortrag „Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung? – Blick auf den aktuellen Stand“ stellte Dr. Glas die zentrale Rolle der öffentlichen Beschaffung als strategischen Hebel für nachhaltige Entwicklung heraus. Öffentliche Beschaffung verantwortet einen erheblichen Anteil an Wirtschaftsleistung und Staatsausgaben und besitzt damit sowohl eine starke Innenwirkung auf die Leistungsfähigkeit staatlicher Organisationen als auch eine Außenwirkung auf Märkte und Lieferketten.
Dr. Andreas Glas (Arbeitsgebiet Beschaffung) sprach am 20. Januar 2026 bei der Veranstaltung „Verteidigungswirtschaft – Potenziale für den Mittelstand“ der IHK zu Leipzig. In seinem Vortrag widmete er sich der Frage, wie eine zukunftsfähige Beschaffungsstrategie für ein wehrhaftes Europa unter den Bedingungen zunehmender geopolitischer Unsicherheit gestaltet werden kann. Ausgangspunkt des Beitrags war die zentrale Rolle der öffentlichen Beschaffung als strategischer Hebel für Staat und Wirtschaft. Gerade im Verteidigungsbereich gewinnt dieser Hebel angesichts stark steigender Beschaffungsvolumina und wachsender sicherheitspolitischer Anforderungen weiter an Bedeutung. Dr. Glas ordnete diese Entwicklung als Übergang von einer kurzfristig beschleunigten Beschaffung hin zu einer langfristig strategischen Ausrichtung ein, bei der Zeit, Kosten, Leistungsfähigkeit und Innovation gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Wettbewerbsrealität in der wehrtechnischen Beschaffung. Empirische Auswertungen zeigen, dass trotz des vergaberechtlichen Leitprinzips des Wettbewerbs in der Praxis häufig nur eine geringe Wettbewerbsintensität besteht. Vor diesem Hintergrund argumentierte Dr. Glas für eine stärkere strategische Steuerung der Lieferantenbasis und eine systematische Betrachtung von Lieferketten – sowohl in ihrer Breite (Marktzugang neuer Anbieter, insbesondere des Mittelstands) als auch in ihrer Tiefe (Abhängigkeiten bis hin zu Rohstoffen und Vorprodukten).
Am 28. Januar 2026 besuchte eine Delegation des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), Rü I.5, das Arbeitsgebiet Beschaffung an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg. Seitens des BMVg nahmen Herr George Monney, Herr Simon Thürnagel, Herr Ministerialrat Thomas Frankenberger sowie Herr Jörg Greve an dem Austausch teil. Die Veranstaltung wurde durch die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München (Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. mont. Eva-Maria Kern MBA) eröffnet, die die Gäste begrüßte und die inhaltlichen Schwerpunkte des Tages einordnete. Darauf folgten Fachpräsentationen von Dr. Andreas Glas sowie Prof. Dr. Michael Eßig, die aktuelle Forschungsergebnisse und praxisrelevante Fragestellungen der Beschaffungsforschung – insbesondere im Verteidigungskontext – adressierten. Den Abschluss bildeten interaktive Poster-Präsentationen der Doktorandinnen und Doktoranden, die einen vertieften Einblick in laufende Dissertationsprojekte ermöglichten und Raum für Diskussion und Austausch boten (u.a. Geschwindigkeit, Innovation, Software und Nachhaltigkeit in der Beschaffung). Der Besuch unterstrich die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis sowie die Bedeutung evidenzbasierter Beschaffungsforschung für die Weiterentwicklung der Verteidigungsbeschaffung.
Am Montag, den 2. Februar 2026, hielt Prof. Dr. Michael Eßig einen Vortrag im Rahmen einer sicherheitspolitischen Runde in Ulm/Dornstadt. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Das Beschaffungswesen der Bundeswehr – viel kritisiert und wenig verstanden?!“ und wurde im Casino der Rommelkaserne durchgeführt. In seinem Vortrag ordnete Prof. Eßig die häufig geäußerte Kritik an der Beschaffung der Bundeswehr sachlich ein und erläuterte die besonderen Rahmenbedingungen, Zielkonflikte und strukturellen Herausforderungen der Verteidigungsbeschaffung. Ein besonderer Fokus lag auf den aktuellen Veränderungen im rüstungswirtschaftlichen Umfeld sowie auf der strategischen Bedeutung leistungsfähiger Beschaffungsprozesse für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr. Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), Sektion Ulm, in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), dem Deutschen Bundeswehrverband (DBwV) sowie der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP) organisiert.
Am Freitag, den 13.02., fand das Munich Young Forum als offizielles Side Event der Münchner Sicherheitskonferenz in der Siemens Zentrale in München statt. Auch fünf Doktorandinnen und Doktoranden der Fakultät WOW der Universität der Bundeswehr München konnten an der Veranstaltung teilnehmen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen der inneren und externen Sicherheit, insbesondere Cybersicherheit und Raumfahrt, geopolitische Herausforderungen sowie die strategische Bedeutung neuer Technologien – etwa im Zusammenspiel von Start-ups, Rüstungsindustrie und staatlichen Akteuren. Das Forum bot eine wertvolle Plattform für den Austausch mit jungen internationalen Teilnehmenden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Militär, Industrie und Wissenschaft.
Vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen „Zeitenwende“ war auch die Tagung „Angewandte Forschung für Verteidigung und Sicherheit 2026“ in Bonn sehr gut besucht. Vom 3. bis 5. März 2026 kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Industrie und Bundeswehr zusammen, um innovative Technologien sowie begleitende Managementansätze für Verteidigung und Sicherheit zu präsentieren und zu diskutieren. Im Rahmen des vielseitigen Programms hielt Maximilian Holzner vom Arbeitsgebiet Beschaffung der Universität der Bundeswehr München einen Vortrag zum Thema „Vom Projektgeschäft zum Integrationsgeschäft: Software Defined Defence und die Auswirkungen auf die Beschaffung“. Der Beitrag beleuchtete insbesondere die Herausforderungen, die sich aus softwaredefinierten Gütern für Beschaffungsorganisationen ergeben. Im Mittelpunkt standen dabei die Auswirkungen unterschiedlicher Innovationszyklen innerhalb softwaredefinierter Systeme sowie die daraus resultierenden Anforderungen an Beschaffung und Integration. Zudem wurde die Software Supply Chain als zentrale Grundlage softwaredefinierter Verteidigungssysteme und als wichtiger Baustein zur Sicherstellung digitaler Souveränität diskutiert.
Am 5. März 2026 stellte Hendrik Bangert vom Arbeitsgebiet Beschaffung bei der IHK Potsdam aktuelle Erkenntnisse zur innovationsorientierten öffentlichen Beschaffung im Verteidigungsbereich vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Wettbewerb und Innovation in der Beschaffung der Bundeswehr künftig stärker mobilisiert werden können. Zwar ist Wettbewerb ein zentrales Prinzip der öffentlichen Beschaffung und wird in den Verfahren grundsätzlich angewendet, empirische Analysen zeigen jedoch quantitative und qualitative Herausforderungen: In vielen Vergaben beteiligen sich nur wenige Anbieter, und Innovation spielt bei der Zuschlagsentscheidung bislang nur selten eine Rolle. Ein Ansatz zur Verbesserung liegt in einer strategischen Steuerung der Lieferantenbasis. Wettbewerb kann in der Breite der Lieferantenbasis und entlang der gesamten Lieferkette – etwa durch die stärkere Einbindung "neuer" Anbieter, Start-ups und Dual-Use-Unternehmen gestärkt werden. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch das neu etablierte Innovationszentrum der Bundeswehr (InnoZBw), das neue Wege zur innovationsorientierten Beschaffung entwickelt und insbesondere den Marktzugang für innovative Unternehmen erleichtern soll. Grundlage der Zusammenarbeit sind unter anderem Interviews (n=26) mit DefenseTech- und Dual-Use-Start-ups. Im Rahmen des Projekts läuft derzeit außerdem eine Umfrage zur innovationsorientierten Beschaffung und zu Markteintrittsbarrieren für innovative Unternehmen. Die Umfrage richtet sich explizit an alle (potentiellen) Lieferanten der Bundeswehr: Zur Umfrage: https://ww2.unipark.de/uc/WOW_22/7725/
Am 9. und 10. März 2026 fand an der Universität Mannheim das 19. Wissenschaftliche Symposium „Supply Management“ statt. Die vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) gemeinsam mit dem Stiftungslehrstuhl für Procurement der Universität Mannheim organisierte Konferenz gilt als die führende wissenschaftliche Tagung zu Beschaffung und Supply Management im deutschsprachigen Raum und bringt Forschende sowie Praxisvertreter aus Wirtschaft und öffentlichem Sektor zusammen. Das Arbeitsgebiet Beschaffung der Universität der Bundeswehr München war auf der Konferenz mit zwei wissenschaftlichen Beiträgen vertreten. Im ersten Vortrag präsentierten Prof. Dr. Michael Eßig, Dr. Andreas H. Glas und Tim Schmidt das Konferenzpapier „Ist die öffentliche Beschaffung ‚langsam‘? Eine beschaffungsprozessorientierte Analyse von Zeit und Zeitdauern“. Der Beitrag untersucht systematisch die zeitlichen Abläufe öffentlicher Beschaffungsprozesse und analysiert, welche Faktoren zu langen oder kurzen Verfahrensdauern beitragen können. Ziel ist es, die Diskussion über vermeintlich langsame Beschaffungsprozesse auf eine empirisch fundierte Grundlage zu stellen. Ein zweiter Vortrag von Prof. Dr. Michael Eßig, Dr. Andreas H. Glas und Elizabeth Girin widmete sich der Frage der „Vereinbarkeit von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung: Eine Analyse des Vergabeverhaltens öffentlicher Auftraggeber in Deutschland“. In diesem Beitrag wurde das Vergabeverhalten öffentlicher Auftraggeber in Deutschland analysiert, um besser zu verstehen, wie Nachhaltigkeitsanforderungen und wirtschaftliche Kriterien im Vergabeprozess miteinander verbunden werden.
Am 24. Februar 2026 nahm das Arbeitsgebiet Beschaffung an einer hochrangig besetzten Paneldiskussion im Rahmen der GORE-TEX® TAC Lounge auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg teil. Unter dem Titel „Schneller zu den Einsatzkräften – Wege zu mehr Geschwindigkeit bei der Beschaffung im Sicherheitssektor“ diskutierten Vertreter aus Bundeswehr, Wissenschaft und Industrie über Herausforderungen und Lösungsansätze zur Beschleunigung von Beschaffungsprozessen. Dabei wurden sowohl der Status quo der Bundeswehrbeschaffung als auch strukturelle Hemmnisse und mögliche Reformansätze diskutiert.