Neuer Fachartikel zur Beschaffungsmarktorientierung im Management Review Quarterly erschienen
Wie können öffentliche Auftraggeber innovative und leistungsfähige Lieferanten identifizieren, bevor ein Vergabeverfahren beginnt? Dieser Frage widmet sich der neue Fachartikel „Adapting signaling and screening theory to advance supply market orientation in public procurement: A review-based typology“ von Hendrik H. Bangert, Julia Werneth, Christian von Deimling und Michael Eßig (Arbeitsgebiet Beschaffung), der im renommierten Fachjournal Management Review Quarterly erschienen ist. Ausgangspunkt der Studie ist die Erkenntnis, dass öffentliche Beschaffung ihre strategischen Ziele – etwa Innovation, Nachhaltigkeit oder Resilienz – nur erreichen kann, wenn öffentliche Auftraggeber ihre Beschaffungsmärkte systematisch verstehen und aktiv erschließen. Während sich die Forschung bislang vor allem auf das eigentliche Vergabeverfahren konzentriert hat, rückt der Beitrag die Beschaffungsmarktorientierung als zentrale Fähigkeit der vorgelagerten Beschaffungsplanung in den Mittelpunkt. Durch eine frühzeitige Identifikation neuer Lieferanten, Technologien und Markttrends können Informationsasymmetrien reduziert, Wettbewerb gestärkt und bessere Beschaffungsergebnisse erzielt werden. Auf Grundlage einer systematischen Literaturanalyse übertragen die Autorinnen und Autoren die Signaling- und Screening-Theorie aus der Informationsökonomik auf die öffentliche Beschaffung und entwickeln erstmals eine Typologie von fünf Strategien der Beschaffungsmarktorientierung – von der Beschaffungsmarkterkundung bis hin zur kontinuierlichen Beschaffungsmarktbeobachtung und langfristigen Beschaffungsmarktprognose. Damit zeigt der Beitrag Wege auf, wie öffentliche Auftraggeber ihre Beschaffung von einer überwiegend reaktiven Informationsbeschaffung zu einer strategischen und zukunftsorientierten Marktbearbeitung weiterentwickeln können.