22.05.2023: Wissenschaftler dreier Universitäten haben in einer Studie herausgefunden, dass ältere Menschen beim reinen Atmen mehr Aerosolpartikel ausstoßen als Jüngere.
Start des Verbundprojekts iEFlex
Kläranlagen sind als Kritische Infrastruktur in der modernen Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Durch die Behandlung von Abwasser sichern sie die hohe Qualität unserer Gewässer und verhindern die Verbreitung von Krankheitserregern. Darüber hinaus können Kläranlagen einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende leisten.
Kläranlagen müssen flexibel auf Schwankungen des Zulaufs reagieren und unterliegen somit starken Fluktuationen der energetischen Lasten. Mit dem aktuellen Stand der Technik ist die komplexe Koordination von Energiebedarf und dem ebenfalls stark fluktuierenden Energieangebot (insbesondere aus Erneuerbaren Energien) nur unzureichend möglich. Dadurch kann das vorhandene Potenzial zur Reduzierung des Energiebedarfs, des CO2-Fußabdrucks sowie der Energiekosten nur unzureichend ausgeschöpft werden.
Das von der Universität der Bundeswehr München koordinierte Verbundprojekt „Entwicklung und Aufbau eines intelligenten Energiemanagementsystems für eine flexibilisierte und bedarfsgerechte Faulgasnutzung – iEFlex“ verfolgt den Ansatz der Flexibilisierung von Kläranlagen durch eine vorausschauende Betriebsführung zur Erhöhung der Eigenstromnutzung. „Ein Fokus liegt im Projekt vor allem auf der bedarfsgerechten Faulgaserzeugung sowie deren Speicherung und Nutzung“, erklärt Prof. Christian Schaum von der Universität der Bundeswehr München. Dies kann in weiterer Konsequenz auch für einen effektiven Betrieb der Anlage genutzt werden, um die öffentlichen Stromnetze zu entlasten und verringerte Netzentgelte zu erzielen. So können Kläranlagen zum Ausbau Erneuerbarer Energien beitragen.
Intelligentes Energieeffizienz-Managementsystem als Hauptziel
Ziel von iEFlex ist die Entwicklung eines intelligenten Energieeffizienz-Managementsystems (iEEMS) exemplarisch für die Kläranlage Bad Wörishofen. Die Grundlage des iEEMS stellt eine digitale Abbildung (digitaler Zwilling) der Kläranlage dar. Zudem enthält das iEEMS Modelle zur Prognose der erzeugten Energie und den zu erwartenden energetischen Lasten. Unter Einhaltung der rechtlichen und betriebstechnischen Vorgaben errechnet das iEEMS mögliche Fahrpläne zum Betrieb der Anlage. Es übernimmt dabei die Funktion eines Expertensystems, zunächst aber noch ohne einen aktiven Eingriff in die Steuerung.
Das dreijährige Forschungsvorhaben läuft seit Juli 2025 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms im Förderschwerpunkt „Energetische Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe“ gefördert.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Am Projekt iEFlex sind – neben der Universität der Bundeswehr München – die Glass GmbH & Co. Umwelttechnik KG, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), die Dr.-Ing. Steinle Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik mbH sowie die Siemens AG beteiligt. Das Forschungskonsortium wird zusätzlich von drei assoziierten Verbundpartnern unterstützt, die überwiegend im Bereich der Abwasserbehandlung tätig sind.
Kontakt
Universität der Bundeswehr München
Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik
E-Mail: swa@unibw.de, www.unibw.de/wasserwesen/swa
Neubiberg, 25. September 2025