Mitglied im Netzwerk "Global Campus of Human Rights"

14 März 2024

Die Universität der Bundeswehr München (UniBw M) ist als dritte deutsche Universität in das weltweite Netzwerk der Menschenrechtsuniversitäten, den Global Campus of Human Rights, aufgenommen worden.

Um die Mitgliedschaft der UniBw M im Netzwerk zu würdigen, fand am 5. März 2024 ein wissenschaftliches Kolloquium "Human Rights at the University of the Bundeswehr Munich" statt. Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass die Aufnahme als dritte deutsche Universität eine Besonderheit ist. Denn bislang galt die Regel, dass pro Mitgliedsland nur zwei Universitäten – im Falle Deutschlands die Universität Hamburg und die Ruhr-Universität Bochum – einen Sitz bekleiden können. Doch die UniBw M profitiert von einer Neuregelung – und wird künftig ihren wissenschaftlichen Schwerpunkt im Bereich Völkerrecht und internationaler Menschenrechtsschutz in das Netzwerk einbringen.

Interdisziplinarität der Menschenrechtsforschung

Prof. Christina Binder, Professorin für Internationales Recht und Menschenrechtsschutz, und Prof. Friedrich Lohmann, Professor für Evangelische Theologie und Ethik, haben von Seiten der UniBw M den komplizierten Aufnahmeprozess vorangetrieben. Während des Aufnahmeverfahrens wurde vor allem der praxisorientierte Fokus der Menschenrechtsausbildung ebenso wie die Interdisziplinarität der Menschenrechtsforschung und -ausbildung, die insbesondere die Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften aufweist, positiv hervorgehoben.

Dies betonte im Rahmen des wissenschaftlichen Kolloquiums auch Orla Ní Cheallacháin, akademische Direktorin des European Master’s Programme in Human Rights and Democratisation (EMA) in Venedig. Dieses Programm besteht bereits seit 1997 und macht den Gründungskern des 2019 entstandenen weltweiten Menschenrechtsnetzwerks aus. Orla Ní Cheallacháin freute sich, dass mit der UniBw M ein weiterer kompetenter Partner an der Menschenrechtsbildung künftiger Entscheidungsträger und professioneller Eliten mitwirkt. Auch der Völkerrechtsprofessor Daniel-Erasmus Khan von der UniBw M hob hervor, dass mit drei Professuren im Bereich Internationales Recht/Völkerrecht (Prof. Binder, Prof. Khan, Prof. Lando Kirchmair), aber auch den weiteren Forschungs-, Lehr- und Publikationsaktivitäten zu Sicherheit in Technik und Gesellschaft viele Anknüpfungspunkte bestehen. Dazu gehört nicht zuletzt auch die Juniorprofessur für „Unsicherheitsforschung und gesellschaftliche Ordnungsbildung“ von Timothy Williams. Williams erläuterte in seinem Beitrag die Bedeutung der „Transitional Justice“ in Ländern, die schwere Menschenrechtsverletzungen und Völkermord erlebt haben, und betonte, dass Vergangenheitsbewältigung eigentlich in die Zukunft gerichtet ist. Vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg berichtete Juristin Sara Mansour Fallah über Fälle, in denen die Interventionen des Gerichts zwar keine unmittelbaren, aber doch längerfristige Wirkungen zeigen, wie etwa im Fall Polens.

Engagement für Menschenrechte notwendig wie nie

In der Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass es beim Eintreten für Menschenrechte langen Atem und hohe Frustrationstoleranz brauche. Es gäbe jedoch in Zeiten der Krise, in denen menschenrechtsfeindliche Parolen und Parteien die Oberhand zu gewinnen drohen, keine Alternative. Engagierte Menschen, Netzwerke wie der Global Campus of Human Rights und auch aufklärerische Publikationen, wie sie z. B. mit der Elgar Encyclopedia of Human Rights am Ende der Veranstaltung noch vorgestellt wurden, leisten ihren Beitrag dazu.


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Titelbild (v. l. n. r.): Orla Ní Cheallacháin, Timothy Williams und Sara Mansour Fallah diskutieren im Rahmen des wissenschaftlichen Kolloqiums über Menschenrechte in Krisensituationen (© Universität der Bundeswehr München)