Auswirkungen von Änderungen der Start- und Landebahnrichtung
4 December 2025
Implications of runway direction changes for improved arrival management at Singapore Changi Airport
E Asadi, G Enea, S Alam, M Schultz. SESAR Innovation Days
In diesem Beitrag wird ein landebahn-orientierter Ansatz zur Verbesserung des Ankunftsmanagements am Flughafen Singapur Changi (WSSS) vorgestellt. Häufige wetterbedingte Wechsel der Betriebsrichtung führen dort zu deutlich schwankenden Kapazitäten. Die Analyse basiert auf ATMAP-Werten (abgeleitet aus METAR-Daten), einer Betriebsrichtungserkennung und rollierenden Sektoreintrittszahlen in einem Referenzring von 170 NM. Auf dieser Grundlage wird zunächst eine standardisierte Kapazitätsvorlage definiert. Sie umfasst den Zeitraum vom 5. bis 20. September 2019 und repräsentiert Tage mit überwiegendem Nordbetrieb.
Die Auswirkungen von Betriebsrichtungswechseln („Flips“) werden anschließend über eine kompakte Parametrisierung beschrieben. Vor einem Flip tritt eine leichte Kapazitätsüberschreitung auf. Danach folgt ein Kapazitätstief, gefolgt von einer kurzen Phase der Kompensation. Der Rückgang des Durchsatzes setzt etwa 10 bis 15 Minuten vor einem Flip ein. Flips in den frühen Morgenstunden verursachen Defizite von 8 bis 15 Bewegungen pro Stunde über 45 bis 60 Minuten. Bei gehäuftem Auftreten verlängert sich diese Phase auf bis zu 90 Minuten. Richtungswechsel am späteren Vormittag führen zu geringeren Defiziten von 3 bis 6 Bewegungen pro Stunde für 30 bis 45 Minuten.
Dieser Effekt wird in eine Optimierung mit zeitlichen Verschiebungsoptionen eingebettet, die mit dem Long Range Air Traffic Flow Management (LR-ATFM) kompatibel sind. Die Überlastung kann von 2085 auf 395 Flugminuten reduziert werden (Reduktion um 81%). Die Ergebnisse zeigen, dass vorausschauende und moderat eingesetzte Zeitadjustierungen die Überlastung signifikant reduzieren.