Prof. Peters beim Vortrag über den Einsatz von KI in der Arbeitswelt

Expertise aus der UniBw M im KI-Themenmonat der VHS SüdOst

28 November 2025

Für den diesjährigen Themenmonat mit dem Motto „KI & Me“ hat sich die VHS SüdOst wieder Expertinnen und Experten der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) an die Seite geholt. Mit Vorträgen, Live-Demonstrationen von AR- und VR-Brillen sowie Diskussionen über das aktuelle Thema gaben Prof. Philipp Rauschnabel, Prof. Michaela Geierhos und Prof. Christoph Peters Einblicke in ihre Forschung.

Prof. Rauschnabel (Professor für Digitales Marketing und Medieninnovation) wurde bei seinem Vortrag „VR-Brillen im Wandel der Zeit“, der im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Lange Nacht der KI“ im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn gehalten wurde, von den wissenschaftlichen Mitarbeitenden Dominik Hirschberg und Anja Bosse unterstützt.

Im Anschluss an den Vortrag „AI in your face – Wie KI-Brillen (schon heute) den Alltag verändern“ stellte das Team den Teilnehmenden verschiedene VR- und AR-Brillen vor, die diese auch ausprobieren durften. Mit dabei waren ältere Modelle bis hin zu einer brandneuen Brille, die es bisher noch nicht auf dem deutschen Markt gibt.


Prof. Philipp Rauschnabel referiert zum Thema KI im Wolf-Ferrari-Haus

Prof. Philipp Rauschnabel erklärt im Wolf-Ferrari-Haus, wie sich VR- und AR-Brillen im Laufe der Zeit verändert haben und wofür man sie heutzutage einsetzen kann (© UniBw M/ Bosse)


Datenschutz im Fokus: Wie leicht sind wir im Netz zu identifizieren?

In ihrem Vortrag „Wie leicht sind wir im Netz zu identifizieren?” im Stauffenberg-Saal auf dem Campus der UniBw M sprach Prof. Geierhos (Professorin für Data Science am Forschungsinstitut Cyber Defence und Smart Data (CODE) sowie am Institut für Datensicherheit der Fakultät für Informatik) darüber, inwieweit KI unsere Privatsphäre in den sozialen Medien schützen oder gefährden kann. Sie erläuterte, welche technischen Möglichkeiten zur Sammlung und Verknüpfung persönlicher Daten existieren und welche Maßnahmen notwendig sind, um nicht zum „gläsernen Menschen“ zu werden. „Eine einzelne Information kann harmlos erscheinen, aber in Kombination mit anderen Daten wird sie zur Gefahr“, so Prof. Geierhos. Als Beispiel nannte sie den schwedischen Ministerpräsidenten, dessen Privatadresse auffindbar wurde, weil seine Bodyguards eine Fitness-App benutzt hatten. Irgendjemand verglich die in dieser Fitness-App geteilten Laufstrecken und zog aufgrund des immer gleichen Startpunkts den Rückschluss auf den Wohnort des Ministerpräsidenten.

Außerdem stellte Prof. Geierhos das Forschungsprojekt ADRIAN (Authority-Dependent Risk Identification and Analysis in online Networks) vor. In diesem Projekt werden Methoden zur Erkennung von Bedrohungen für Einzelpersonen und Institutionen entwickelt. Das Ziel besteht darin, sogenannte „digitale Zwillinge“ zu erstellen und Nutzer frühzeitig vor Gefahren zu warnen.


Den Abschluss der Veranstaltungsreihe "KI & Me", die im Rahmen des Themenmonats von der VHS SüdOst stattfindet, bildet der Vortrag von Prof. Peters über den Einsatz von KI in der Arbeitswelt (© UniBw M/Saborowski)


KI in der Arbeitswelt: Menschzentrierung als Erfolgsfaktor

Den Abschluss in der Veranstaltungsreihe bildete der Vortrag „KI in der Arbeitswelt – Menschzentrierung als Erfolgsgarant“ von Prof. Peters.

Er ist Professor für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Digital Process Management und zeigte anhand konkreter Beispiele aus Forschung und Praxis, wie Mitarbeitende mithilfe von KI und insbesondere generativer KI ihre eigenen Arbeitsprozesse aktiv mitgestalten können. Sein Fokus lag auf der Frage, wie KI-Lösungen gestaltet sein müssen, damit sie den Menschen unterstützen und nicht ersetzen.

Laut Prof. Peters sind durch den Einsatz von KI aktuell insbesondere jüngere Menschen auf dem Arbeitsmarkt betroffen. Er erklärte, dass die Arbeitsnachfrage sich genau dort verschiebt, wo generative KI die Routine- und Junior-Aufgaben ersetzt. In vorherigen Generationen war das anders, denn die Berufseinsteigende sind mit den neuen Technologien aufgewachsen und konnten die Kenntnisse direkt effektiv einsetzen.

Außerdem stellte Prof. Peters sein Forschungsprojekt „Human-centered AI and Process Management Lab“ (HAIPro-Lab) vor. Das Labor befindet sich derzeit noch im Aufbau. Ab 2026 soll es mithilfe von KI möglich sein, dort Prozesse zu besprechen. Diese werden aufgezeichnet, automatisiert ausgewertet und direkt auf ein Whiteboard projiziert. Auf dieser Grundlage können die erzeugten IST- und SOLL-Modelle gemeinsam weitergedacht und neue Prozessideen realitätsnah bewertet werden, bevor sie in einer Organisation eingeführt werden.

 


Titelbild: Prof. Michaela Geierhos erklärt den Teilnehmenden, wie es Betrügerinnen und Betrügern anhand von online preisgegebenen Informationen gelingen kann, Identitäten zu klauen und zu verwenden (© UniBw M/Saborowski)