Besondere Beförderung mit Ehrengast Charlotte Knobloch
23 September 2025
Mit der Beförderung zum Leutnant erreichen die Soldatinnen und Soldaten den ersten Offizierdienstgrad. Dies markiert den Beginn ihrer Karriere als Offiziere in den Streitkräften der Bundesrepublik Deutschland und stellt einen bedeutenden Meilenstein in ihrer militärischen Laufbahn dar. Am 19. September 2025 erhielten 44 Soldatinnen und Soldaten der Luftwaffe ihre Beförderung auf dem Appellplatz der Universität der Bundeswehr München (UniBw M). Das Besondere daran: die studierenden Offizieranwärterinnen und -anwärter erhielten ihre Beförderungsurkunden aus der Luft. Als Überraschung wurden vier Fallschirmjäger von der Luftlande-/ Lufttransportschule Altenstadt über dem Appellplatz abgesetzt. Sie übergaben die Urkunden persönlich an Oberst Matthias Henkelmann, der den Beförderungsappell leitete und die Beförderungen im Namen des Verteidigungsministers Boris Pistorius aussprach.
Oberst Henkelmann schritt die Formation gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der UniBw M, Prof. Karl-Heinz Renner und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, ab. Anschließend begrüßte er die Gäste aus Bundeswehr, Politik, und Kirche sowie die Familienangehörigen der zu Befördernden.
An die Soldatinnen und Soldaten gerichtet sagte er: „Sie werden die Zukunft unserer Streitkräfte gestalten. Eine Zukunft, die durch die sicherheitspolitischen Herausforderungen auch noch reichhaltiger Gestaltung bedarf. Und dabei werden Sie eine tragende Rolle spielen: Als Gestalter, aber auch als die Generation, die künftige Anpassungen mit Leben füllen muss. Sie stehen mit uns allen für die Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr und der Gesellschaft unseres Landes.“
Die Beförderungsurkunden werden von vier Fallschirmjäger von der Luftlande-/ Lufttransportschule Altenstadt geliefert (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)
„Nutzen Sie Ihre Zeit an der Universität und in der Bundeswehr.“
Vizepräsident Renner empfand es als einen „bewegenden Moment“ und als „starkes Symbol für die Solidarität und Verbundenheit mit unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern“ an der Seite von Frau Knobloch die Formation abzuschreiten. Er wandte sich an die zu Befördernden und würdigte die bewusste Entscheidung für den Dienst an unserem Land. „Vor uns stehen junge Menschen in Uniform – ein starkes Zeichen für eine bewusste Entscheidung: die Entscheidung, unserem Land zu dienen, Verantwortung zu übernehmen und für Freiheit, Sicherheit und Demokratie einzustehen“, sagte Prof. Renner.
Um den Herausforderungen von morgen zu begegnen, seien Flexibilität, Lernbereitschaft und Mut zur Innovation entscheidend. Er forderte die Soldatinnen und Soldaten auf, ihre Zeit an der Universität und in der Bundeswehr zu nutzen, um ihre eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Fortschritt aktiv mitzugestalten.
„Die Freiheit gibt es nicht umsonst.“
In ihrer Festrede erzählte die 92-jährige Charlotte Knobloch, eine jüdische Überlebende des Holocausts, dass sie der Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 zunächst skeptisch gegenüberstand. Sie betonte jedoch, dass der Dienst seit dem Gründungstag wertvoll und edel gewesen sei. „Und er ist heute so notwendig wie seit einer Generation nicht mehr. Freiheit und Demokratie sind heute wieder bedroht. Nicht nur abstrakt. Nicht nur in Worten“, ergänzte sie.
Sie sprach den Soldatinnen und Soldaten ihre Hochachtung für die gewählte Berufslaufbahn aus: „Freiheit gibt es nicht umsonst. Wer sie erhalten möchte, muss bereit sein, etwas dafür einzusetzen. Oder aber sie ist nichts wert. Sie, verehrte Studierende, kennen den Wert dieser Freiheit. Sie haben sich bewusst und mit voller Absicht dafür entschieden, Verantwortung zu übernehmen. Sie sind bereit, persönliche Risiken einzugehen, und nehmen Unannehmlichkeiten in Kauf. Alles, um Ihr Land und seine Menschen zu schützen. Jeder in der Gemeinschaft ist wichtig, aber das, was Sie leisten, ist etwas Besonderes. Das hat besondere Anerkennung verdient.“
Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern gratuliert der Ehrendelegation persönlich zur Beförderung (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)
Der Gebirgsmusikkorps Garmisch-Patenkirchen sorgte für die musikalische Untermalung der Veranstaltung. Prof. Thomas Adam und sein Team schickten einen weiteren Gruß aus der Luft: Sie ließen den neuen Forschungszeppelin über dem Appellplatz schweben. Nach dem militärischen Zeremoniell nutzten die Studierenden gemeinsam mit ihren Angehörigen die Gelegenheit, den neuen Dienstgrad zu feiern.
Herzlichen Glückwunsch im neuen Dienstgrad!
Der Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen begleitet den Auszug der Truppenfahne musikalisch (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)
Titelbild: (v.l.n.r.) Oberst Matthias Henkelmann, Charlotte Knobloch und Vizepräsident der UniBw M Prof. Karl-Heinz Renner schreiten gemeinsam mit Oberstleutnant Stefan Mühlich im Hintergrund die Formation ab (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)