Zusammen anders glauben

8 August 2019

In diesem Jahr feiert die Universitätskirche Jubiläum: 70 Jahre voller Vielfalt, aber auch Veränderung und Entwicklung.

„Die Unikirche ist seit Anbeginn ein Prototyp für die religiöse Zusammenkunft“, erzählt Militärdekanin Dr. Barbara Hepp. Militärisch betrachtet waren im Jahr 1949 circa 90-95 Prozent aller Soldatinnen und Soldaten in Deutschland christlichen Glaubens, heutzutage sind es etwas mehr als 50 Prozent. Auch hier ist die Bundeswehr ein Spiegel der Gesellschaft, setzen sich die verbleibenden Prozent aus vielen weiteren Konfessionen wie beispielsweise dem Islam, Judentum oder der orthodoxen Kirche zusammen. Außerhalb des Militärs hat jede Glaubensrichtung ihre eigenen Gotteshäuser und Gemeinschaften, eine Durchmischung findet außer bei gezielten Kooperationen eher selten statt, teilweise stehen sich die Angehörigen sogar feindlich gegenüber. Doch an der Universität gibt es nur eine Kirche, geleitet von der Militärseelsorge Neubiberg.

Unterschiedliche Perspektiven fördern Dialoge

Ist die Kirche ausschließlich Ansprechstelle für christliche Menschen? Im Gegenteil! Die Unikirche steht allen Glaubensrichtungen offen. Und nur durch die Zusammenkunft von Personen mit unterschiedlichen Denkweisen kann ein Dialog stattfinden. Diese Vielfalt wurde von Anfang an, schon bei der Gestaltung durch amerikanische Soldaten, fest verankert. Das entspricht noch heute der militärischen Auffassung von Kirche und wird aktiv gelebt. Frau Dr. Hepp betont, dass die Unikirche genau aus diesem Grund im Vergleich zu den Kirchen außerhalb der Bundeswehr eine besondere Stellung einnimmt.

„An unserem Gebetsfrühstück hat auch immer ein Muslim teilgenommen – ein großer Freund und Unterstützer sämtlicher unserer Veranstaltungen. An seiner Hochzeit in Berlin werden nun auch einige Mitglieder unserer Gemeinschaft teilnehmen“, freut sich Frau Dr. Hepp. Das Gebetsfrühstück ist nur eine Aktivität von vielen, die über das Jahr hinweg geplant sind. Darunter fallen auch das Erklimmen von Gipfelkreuzwegen und ein internationales Frühstück sowie die Morgenandacht an jedem ersten Mittwoch im Monat.

Denn die Unikirche geht mit der Zeit: Bestehende Angebote werden an die Gegebenheiten angepasst, Veranstaltungen bewusst offen für alle gestaltet. „Diversity“ heißt das Stichwort – Menschen mit unterschiedlicher Weltanschauung, mit oder ohne Einschränkung und jeder Altersklasse sind herzlich willkommen, betont Militärdekanin Dr. Hepp.

Dustin Dreschmann

 


Weitere Informationen zu der evangelischen und katholischen Militärseelsorge finden Sie auf:

https://www.unibw.de/evangelische-militaerseelsorge

https://www.unibw.de/khg-mak