Sebastian Ambros

 

Sebastian Ambros

Professur für Nationales und Internationales Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Kulturgüterschutz 

Institut für Kulturwissenschaften

 

Tel.: +49 89 6004-3008

Geb. 33, Raum 3273

sebastian.ambros@unibw.de

 

Fotograf: Walter M. Rammler

 

Über mich

Nach dem Abitur im Jahr 2008 leistete ich im Norden Frankreichs einen gut einjährigen Europäischen Freiwilligendienst in einem katholischen Verein, der Menschen in Obdachlosigkeit und anderen schwierigen Lebenslagen unterstützt.

Anschließend studierte ich von 2009 bis 2018 Jura sowie Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Passau, der pakistanischen Lahore University of Management Sciences, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der französischen Université de Nantes und der palästinensischen Birzeit University; ergänzt durch Stationen in Lyon, Stuttgart und Frankfurt/Main (Wirtschaftskanzleien), in Berlin (Museum für Islamische Kunst) und Genf (Ständige deutsche Vertretung bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen) sowie durch diverse Reisen.

Die Ausbildungsstationen des juristischen Vorbereitungsdienstes von 2018 bis 2020 absolvierte ich in Fulda (Landgericht, Staatsanwaltschaft, Rechtsanwaltschaft), Frankfurt/Main (S. Fischer Verlage, Städelschule), Kassel (Verwaltungsgericht) und Berlin (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien).

Nach Ablegung der Zweiten Juristischen Staatsprüfung 2020 arbeitete ich knapp zwei Jahre als juristischer Mitarbeiter im Bereich Dispute Resolution des Frankfurter Büros einer internationalen Wirtschaftskanzlei und hatte daneben mehrere Lehraufträge an der Hochschule Fulda inne. Seit Oktober 2022 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr München.

Ebenfalls 2020 begann ich – zunächst am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München, mittlerweile an der juristischen Fakultät der Université de Genève – mit der Arbeit an einer interdisziplinären Dissertation, in der ich zu zeigen versuche, dass es kein Eigentum an Kulturgut geben kann, sich aber trotzdem überlegen lässt, wem es gehören soll.

 

Qualifikation

  • Bachelor of Laws ‚Deutsches und Französisches Recht‘ (Mainz), Abschlussarbeit zur Aufhebung, Anerkennung und Vollstreckung ausländischer bzw. internationaler Schiedssprüche in Deutschland und Frankreich
  • Maîtrise de droit ‚Droit européen et international‘ (Nantes)
  • Erste Prüfung (Rheinland-Pfalz)
  • Zweite Juristische Staatsprüfung (Hessen)
  • Bachelor of Arts ‚Geschichte (Kernfach), Kunstgeschichte (Beifach)‘ (Mainz), Abschlussarbeit zum deutsch-osmanischen Bündnis im Ersten Weltkrieg und seinem Einfluss auf den islamischen Dschihad, ausgezeichnet durch den Fachbereichsrat
  • Erfolgreich absolviertes Ergänzungsstudium (München) für die Zulassung zum zunächst kunsthistorischen Promotionsstudium

 

Worüber ich nachdenke

  • Interdisziplinäre Verknüpfung von Rechts- und Kulturwissenschaften, insbesondere durch den Versuch einer kombinierten Gesellschafts-, Rechts-, Kultur-, Objekt- und Subjekttheorie in Gestalt der „Sphärentheorie“
  • Geschichte, Theorie und Recht des sachlichen und geistigen Eigentums
  • Geschichte, Theorie und Recht des Kulturerbes/Kulturguts, insbesondere
    • seines Schutzes im bewaffneten Konflikt und in Friedenszeiten
      • Verhältnis zu Erinnerung und kollektivem Gedächtnis
      • Zusammenspiel mit dem Nachhaltigkeitsrecht
    • seiner Rückgabe/Restitution nach Entziehung und Translokation
  • Materielle Kultur Europas sowie der arabisch-islamischen Welt

 

Veröffentlichungen

Aufsätze

  • Natürliches Bündnis und Mésalliance. Nachhaltigkeit und der Schutz des Kultur- und Naturerbes, in: Nachhaltigkeitsrecht 5 (2025) 4, S. 314-322.
  • mit Lando Kirchmair: Zum konstitutiven Verhältnis von Gedenkkultur und Kulturgüterschutz, in: Zeitschrift für öffentliches Recht 80 (2025) 1, S. 105-150.

 

Handbuchbeitrag

  • mit Kerstin von der Decken: Bildung, Kultur, Forschung und technologische Entwicklung, in: Niedobitek, Matthias (Hrsg.): Europarecht. Grundlagen und Politiken der Union3 (Berlin i. E.), S. 1683-1728.

 

Wörterbucheinträge

  • Cornu, Marie/ Fromageau, Jérôme/Hance, Cléa/Frigo, Manlio/Négri, Vincent/Renold, Marc-André/Wallaert, Catherine (Eds.): Dictionnaire comparé du droit du patrimoine culturel2 (Paris 2025), darin:
    • Confiscation (Einziehung), S. 447-449.
    • Droit de préemption (Vorkaufsrecht), S. 618-621.
    • Expropriation (Enteignung), S. 672-677.
    • Fouilles archéologiques (Archäologische Aus-/Grabungen), S. 725-731.
    • Meuble (Bewegliche Sache), S. 948-951.
    • Propriété (droit de) (Eigentum; Eigentumsrecht), S. 1294-1300.
    • Recel (Hehlerei), S. 1351-1354.
    • Vol (Diebstahl), S. 1544-1549.

 

Bericht

  • Neues Fundament für die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi – juristische Fragen, in: Recht in Afrika 17 (2014) 1, S. 110-112.

 

Lehre

  • Universität der Bundeswehr München
    • Einführung in das juristische Denken und Arbeiten, Übung (im Herbsttrimester)
    • Gehört der Islam zu Europa?, Übung (im Wintertrimester)
    • Kulturgüterschutzrecht, Übung (im Frühjahrstrimester)
    • Zurückgeben?! Fallstudien und aktuelle Debatten zur Restitution von Kulturgut, Übung (im Frühjahrstrimester)
  • Hochschule Fulda
    • Zivilprozessrecht, Vorlesung und Übung (Sommersemester 2021, 2022, 2023)
    • Grundrechte, Vorlesung (Wintersemester 2021/22)
    • Law and Society, englischsprachige Veranstaltung für internationale Studierende (Wintersemester 2021/22, 2022/23)

 

Vorträge

  • Universität der Bundeswehr München
    • Kunst des Islam, Vortrag im Rahmen des Seminars ‚Religiöse Strukturen islamisch geprägter Kulturen‘ (WT 2023, WT 2024)
    • Was schützen wir da eigentlich? Artefaktphilosophische Überlegungen zum rechtlichen Schutz des kulturellen Erbes, Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung ‚Materialität und Kultur‘ (WT 2025, WT 2026)
  • Extern
    • Nachhaltigkeit & Kulturerbeschutz: Überlebt das kulturelle Erbe trotz oder aufgrund eines nachhaltigkeitsorientierten Kulturerbeschutzrechts?, Veranstaltung ‚Hat das Nachhaltigkeitsrecht eine Zukunft? Interdisziplinäre und rechtswissenschaftliche Perspektiven‘, Universität Innsbruck, 10.12.2025.
    • Table ronde: Les initiatives des législateurs européens en matière de restitution, Colloque ‚Patrimoine et conflits – Patrimoines en conflit. Enjeux de vocabulaire’, Musée du quai Branly – Jacques Chirac, Paris, 03.06.2025.
    • mit Lando Kirchmair: Gedenkkultur und internationaler Kulturgüterschutz. Prävention oder Gefährdung?, 47. Österreichischer Völkerrechtstag, St. Gilgen, 06.-08.06.2024.

 

Sonstige Äußerungen