Forschungspreis Ethnographie für Dr. Valerie Nur
2 Juli 2026

Dr. Valerie Nur (geb. Hänisch) wurde auf den diesjährigen Feldarbeitstagen an der Technischen Universität Dortmund mit dem Forschungspreis Ethnographie ausgezeichnet. Der von der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie verliehene und mit 1.500 Euro dotierte Preis würdigt alle zwei Jahre herausragende und innovative Arbeiten der ethnographischen Sozialforschung. In diesem Jahr wurde die Auszeichnung an Dr. Valerie Nur und den Soziologen Dr. Luis Bastidas vergeben.
Ausgezeichnet wurde Valerie Nurs Buch Die Unbeständigkeit der Dinge. Handwerk, Familie und Mobilität bei den Tuareg in Niger (Dietrich Reimer Verlag, 2024). Auf der Grundlage einer 21-monatigen ethnografischen Feldforschung untersucht sie das Handwerk der Tuareg als eine soziale Praxis, in der handwerkliches Können über Generationen hinweg weitergegeben wird. Das Buch zeigt, dass handwerkliche Fertigkeiten nicht nur die Herstellung von Dingen ermöglicht, sondern auch die Wahrnehmung der materiellen Welt sowie die Möglichkeiten, in ihr zu handeln, prägt. Damit leistet die Studie einen Beitrag zu aktuellen Debatten über Handwerk, Lernen und materielle Kultur.
Valerie Nur promovierte an der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS). Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Flucht, Migration und soziale Mobilität der Universität der Bundeswehr München.