Aufruf zur Einreichung von Papieren für die Jahrestagung der Themengruppe Kritische Sicherheitsstudien!
6 Mai 2026
Das interdisziplinäre Forschungsgebiet der Critical Security Studies (CSS)/Kritische Sicherheitsstudien vereint vielfältige Perspektiven auf die Politik und die Praktiken von (Un-)Sicherheit. Ausgehend von einem kritischen Ansatz liegt ein zentrales epistemologisches Interesse häufig darin, zu untersuchen, wie soziale und politische Machtverhältnisse die Form und Funktion von Sicherheitsinstitutionen und Sicherheitsdiskursen hervorbringen und neu gestalten, sowie die sich daraus ergebenden normativen Implikationen.
Vor diesem Hintergrund lassen sich die aktuellen Dynamiken von (Un-)Sicherheit gewinnbringend unter den Gesichtspunkten von Krise, Krieg und Kritik beleuchten. Einerseits stellen die gegenwärtigen geopolitischen Brüche und das Wiederaufleben großer zwischenstaatlicher Kriege zentrale Annahmen der kritischen Sicherheitsforschung infrage. Schließlich entstand dieses Forschungsfeld im Nachgang des Kalten Krieges, als das Ende der Konfrontation zwischen den Blöcken und die damit verbundenen unmittelbaren militärischen Risiken zu einer Ausweitung der Sicherheitsdiskurse und -praktiken auf andere Bereiche führten – von der Umwelt über Entwicklung bis hin zur Migration. Andererseits erfassen diese Konzepte nicht nur zentrale aktuelle empirische Entwicklungen, sondern dienen auch als analytische Ansatzpunkte, um zu hinterfragen, wie Sicherheit konstruiert, umkämpft und transformiert wird.
Die Themengruppe "Kritische Sicherheitsstudien" greift diesen Dreiklang von „Krise, Krieg, Kritik“ für ihre diesjährige offene Tagung auf und lädt Forschende ein, sowohl Papiere zu „Krise, Krieg, Kritik“ als auch zu allen anderen Themen der Kritischen Sicherheitsstudien einzureichen. Denn die jährlich stattfindende offene Tagung versteht sich ausdrücklich als „ein offenes, nicht an ein bestimmtes Paradigma gebundenes Forum für Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Bereichen der Politikwissenschaft und verwandten Disziplinen, um Ideen zu gemeinsamen Interessen und Fragen rund um die ‚Politik der (Un-)Sicherheit‘ auszutauschen“ versteht (https://www.dvpw.de/gliederung/themengruppen/kritische-sicherheitsstudien/ueber-uns/).
Die Tagung findet in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg vom 5.-6. November 2026 statt. Vorschläge für Papers (maximal 200 Wörter) können bis zum 16. Juni 2026 unter kritischesicherheitsstudien@dvpw.de eingereicht werden.
Der vollständige Call for Papers findet sich hier.