Between Tactical Success and Strategic Failure: Rethinking Effectiveness in Counterterrorism and Counterinsurgency

16 Juni 2026

Der Beitrag „Between Tactical Success and Strategic Failure: Rethinking Effectiveness in Counterterrorism and Counterinsurgency” von Laurence Jost ist in der Reihe CISS Munich Working Papers erschienen. Seit den 1990er Jahren und insbesondere nach dem 11. September 2001 betonen westliche Counterterrorism (CT)- und Counterinsurgency (COIN)-Doktrinen die Bedeutung von Legitimität, Bevölkerungsschutz und zivil-militärischer Integration. In der Praxis haben sich diese Ansätze jedoch häufig auf kurzfristige, kinetische Maßnahmen verengt, die vor allem auf messbare operative Ergebnisse abzielen.

Das Working Paper zeigt anhand von Fallbeispielen wie Vietnam, Somalia, dem Irak und Afghanistan eine Diskrepanz zwischen taktischen Erfolgen und nachhaltiger politischer Wirksamkeit. Diese ist nicht nur auf operative Herausforderungen, sondern vor allem auf ein grundlegendes Problem der Messbarkeit zurückzuführen. Gängige Indikatoren wie „Body Counts” oder die Zerschlagung von Netzwerken erfassen die entscheidende Dimension der politischen Legitimität nicht.

Aufbauend auf aktuellen Forschungsansätzen entwickelt der Beitrag Vorschläge, wie die Effektivität von CT (Counterterrorism) und COIN (Counterinsurgency) systematischer bewertet werden kann, indem politische und gesellschaftliche Faktoren wie das Vertrauen in staatliche Institutionen, die lokale Kooperation und die institutionelle Resilienz stärker berücksichtigt werden. Ohne eine solche evidenzbasierte und multidimensionale Bewertung droht die westliche Terrorismusbekämpfung in einem Kreislauf aus kurzfristiger Effizienz und langfristiger Instabilität zu verbleiben.

Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zur Working Paper Series des CISS Munich finden sich hier.

 

Bild: CISS