Neue Studie zu öffentlicher Wahrnehmung des Energieverbrauchs von KI erschienen
26 Juni 2026
Das Paper „Public Perceptions of AI Energy Consumption: Awareness, Responsibility Attribution, and Strategies" von Michael Klesel und Uwe Messer ist im Fachjournal Electronic Markets erschienen.
Kurzfassung
Wie nehmen Nutzer den Energieverbrauch generativer KI wahr, wer trägt die Verantwortung, und was glauben Nutzer, selbst tun zu können? Diesen Fragen geht die neue Studie von Michael Klesel und Uwe Messer nach. Generative KI, darunter Systeme wie ChatGPT, Gemini und Claude, bringen zweifellos viele Vorteile und Annehmlichkeiten mit sich. Dieser Fortschritt hat jedoch seinen Preis: Training und Betrieb dieser Systeme verursachen einen hohen und stetig wachsenden Verbrauch an Strom und Wasser sowie erhebliche CO₂-Emissionen. Die auf einer repräsentativen Stichprobe von 1.080 Personen aus den USA basierende Studie zeigt: Das Bewusstsein für den Energieverbrauch generativer KI ist moderat ausgeprägt und liegt auf einem ähnlichen Niveau wie das Bewusstsein für den Energieverbrauch von Haushaltsgeräten. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Verantwortungsdiffusion: Die Verantwortung wird weniger beim einzelnen Nutzer und stärker bei Entwicklern und der Politik verortet. Dies kann die individuelle Handlungsmotivation untergraben. Auf die Frage, was Nutzer konkret tun können, wird am häufigsten geantwortet, KI schlicht weniger oder gar nicht zu nutzen, eine Strategie, die angesichts der wachsenden Verbreitung generativer KI kaum realistisch ist. Die Studie plädiert für einen sozio-behavioralen Ansatz in der KI-Forschung und liefert empirische Grundlagen für Bildungsmaßnahmen, Interventionen und Regulierung im Bereich nachhaltiger KI-Nutzung.
Electronic Markets ist ein Fachjournal der Wirtschaftsinformatik (VHB-Jourqual: B; Journal Impact Factor: 8,8). Der Artikel ist Open Access verfügbar und kann hier abgerufen werden.