
In den vergangenen Jahren haben weltweite Entwicklungen im militärischen Bereich zur Entstehung neuartiger, manövrierfähiger Flugkörper mit großer Reichweite geführt, die mit mehr als dem Fünffachen der Schallgeschwindigkeit durch die obere Atmosphäre gleiten. Diese sogenannten Hyperschall-Gleitfahrzeuge (Hypersonic Glide Vehicles, HGV) sind in der Lage, bodengestützten Radarsystemen mühelos auszuweichen. Beim Durchflug oder Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit Hyperschallgeschwindigkeit sind sie jedoch einer intensiven aerothermodynamischen Erwärmung ausgesetzt – ein Effekt, der zu einer charakteristischen Strahlungssignatur führt, die von weltraumgestützten Sensoren erfasst werden kann.
Ein zentrales Ziel des Projekts Multispectral Object Sensing by Artificial Intelligence processed Cameras (MOSAIC) ist der Nachweis einer zuverlässigen Erkennung, Identifikation und Verfolgung solcher Flugkörper anhand ihrer Signaturen im sichtbaren und infraroten (IR) Spektralbereich. Gelingt der Nachweis dieser Fähigkeiten aus Low Earth Orbit (LEO), kann das Experiment einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung zukünftiger globaler Erkennungssysteme leisten – basierend auf einer vernetzten Infrastruktur aus LEO- und Geostationary Earth Orbit (GEO)-Satellitenkonstellationen.

