Zur Auslegung herangezogene Festigkeitskennwerten mit und ohne zusätzliche Messungen
Faserverbundwerkstoffe und insbesondere Kohlenstofffaserkunststoffe (CFK) werden in vielen Produkten branchenübergreifend eingesetzt um Leichtbau zu betreiben. Aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren zeigen sich hier bei der Ermittlung von Materialkennwerten, die zur Auslegung benötigt werden, relativ hohe Streuungen. Diese Streuungen führen zu vergleichsweisen erhöhten Abschlägen bei den zur Auslegung herangezogenen abgeminderten Festigkeitskennwerten (A- und B-Werte, siehe Abb.1)
In Konsequenz müssen Bauteile daher größer dimensioniert werden, was zu einem erhöhten Ressourcen-Einsatz und damit auch zu einer höheren CO2-Emission führt. Daher besteht hierbei ein erhebliches Einsparungspotential, wodurch sich das Thema des Vorhabens ergibt:
Reduktion der CO2-Emission durch Erhöhung der Werkstoffausnutzung mit Hilfe des 3D-Digitalen Zwillings.
Ziel des Vorhabens ist es, durch den Einsatz von Simulationstools und Werkstoffanalyse ein besseres Verständnis für die Streuung der mechanischen Eigenschaften von Faserverbundwerkstoffen zu erlangen. Durch die Identifikation kritischer Einflussfaktoren und die digitale Abbildung des Entwicklungsprozesses sollen diese Streuungen reduziert werden. Der Einsatz von digitalen Zwillingen ermöglicht eine Nutzung der Ergebnisse über die gesamte Lebensdauer des Produkts. Dieser Ansatz führt zu folgenden Effekten:
- Verbesserte Werkstoffausnutzung führt zu Gewichtsreduktion bei Leichtbaustrukturen und als folge dessen zu einer Verringerung von Emissionen durch Kraftstoffeinsparungen
- Einsparung von Ressourcen durch Gewichtsreduktion
- Größere Sicherheitsreserven durch verbesserte Werkstoffkennwerte und damit verbunden längere Lebensdauer und größere Wartungsintervalle
- Reduktion notwendiger physischer (Material-) Prüfungen durch den Einsatz digitaler Tools
Das Projektkonsortium wurde so zusammengestellt, dass alle relevanten Aspekte des Entwicklungsprozesses von erfahrenen Partnern abgedeckt werden. Dies umfasst die Herstellung der Werkstoffkomponenten (Matrixsysteme, Fasern), die Probenherstellung und -prüfung, die numerische Berechnung mit mikro- und makromechanischen Modellierungsansätzen sowie die wissenschaftliche Untersuchung entsprechender mechanischer Testverfahren (siehe Abb.2)