Erst die Praxis lässt den Wert einer Theorie erkennen...

Für strukturmechanische Untersuchungen steht unserem Institut ein umfangreiches Prüflabor zur Verfügung. Mit Hilfe unterschiedlicher Prüfsysteme kann dabei ein breites Prüfspektrum mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen, Prüfarten sowie den meisten Proben- und Bauteilabmessungen abgedeckt werden. Neben der Prüfung nach den einschlägigen Normen kommen dabei sehr oft auch individuell angepasste Prüfmethoden zur Anwendung, die gezielt auf die zu untersuchenden Phänomene zugeschnitten sind.

Statische und zyklische Prüfung

Schwerpunkt der statischen und dynamischen Prüfung ist eine mehrkanalige servohydraulische Prüfanlage auf aktuellstem technischen Stand. Mit Hilfe verschiedener Prüfrahmen und einer großen Auswahl unterschiedlicher Zylinder (von 20kN bis 1000kN) kann ein individueller, an die jeweiligen Erfordernisse angepasster Aufbau realisiert werden. So ist eine Prüfung kleiner Prüfkörper auf Coupon-Ebene ebenso möglich wie die Prüfung größerer Komponenten und Bauteile. Dank aktueller Software (Instron) sind beliebige Prüfabläufe bis hin zu Nachfahrversuchen realisierbar.

Für kleine Kraftbereiche und Probenabmessungen steht zudem eine kalibrierte Universalprüfmaschine (Z150, Fa. Zwick) zur Verfügung. Diese wird häufig für Prüfungen an Couponproben im Rahmen der Werkstoffcharakterisierung oder für die Untersuchung kleinerer Bauteile (z.B. Detailausschnitte oder Subkomponenten) genutzt.

Dynamische Prüfung

Die Untersuchung des strukturdynamischen Verhaltens (z.B. Eigenmoden, Betriebsschwingungsformen) von Bauteilen wird an elektrodynamischen Schwingungssystemen durchgeführt. Mit den am Institut vorhandenen Schwingerregern (Kraftbereich bis 20kN) ist dabei die Anregung in einem Frequenzbereich bis zu ca. 2000 Hz möglich. Mit Hilfe eines digitalen Bildkorrelationssystems oder eines Laser-Scanning-Vibrometers können die entsprechenden Schwingungsformen visualisiert und ausgewertet werden.

Messtechnik & Datenerfassung

Neben den in den Prüfanlagen genutzten Sensoren (Traversenweg, Zylinderweg & -kraft) ist meistens die Erfassung weiterer Messdaten notwendig. Dazu werden am Institut für Leichtbau verschiedene Messsysteme genutzt, die je nach Anwendungsbereich Daten mit bis zu 1 MS/s erfassen und aufzeichnen können. Als Sensoren kommen dabei typischerweise Kraft-, Weg- und Beschleunigungssensoren zur Anwendung. Für die Messungen von Dehnungen wird neben der DMS-Technik zumeist auf optische Bildkorrelationssysteme zurückgegriffen.