Duroplaste und Thermoplaste gelten als zwei separate Kunststoffkategorien, mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen sowie entsprechenden Einsatzbereichen. Duroplaste werden im strukturellen Bereich hauptsächlich als Infiltrationsharte für Faserverbundwerkstoffe eingesetzt. Thermoplaste werden ebenso in Faserverbundwerkstoffen genutzt aber auch gefüllt oder ungefüllt direkt als Strukturbauteile genutzt.
In der Luft- und Raumfahrt wird aus Gründen des Leichtbaus und den Temperaturanforderungen hauptsächlich auf Duroplast Verbunde als Strukturwerkstoff gesetzt. Diese Materialien sind allerdings nicht schweißbar, haben eine geringere Impactbeständigkeit und sind häufig weniger stabil gegenüber Chemikalien. Auf diesen Gebieten würde Thermoplast sehr gut funktionieren.
Die Vorteile beider Materialklassen zusammenzubringen ist die Grundlage der Forschung an sogenannten Interphasen. Die Forschung beschäftigt sich dabei mit der Ausbildung, den mikroskopischen und makroskopischen Eigenschaften, der mechanischen Kennwerte und den Anwendungsgebieten dieser Hybridmaterialien.
Hierbei werden im Institut für Leichtbau verschiedene Materialpaarungen mit Hinblick auf verschiedene Nutzungsbereiche untersucht. Hierbei wollen wir jedoch einen größeren Bereich möglicher Nutzungsparameter zulassen, um auch Lösungen für Anwendungen zu finden, die nicht im Bereich von Primärstrukturen liegen. Speziell geht es hier um die Bereiche der amorphen „Engineering Plastics“ wie z.B. PSU oder PC, welche bisher wenig in Ihrer Wirkung in Interphasen erforscht sind. Diese Werkstoffe bieten aufgrund der geringeren Schmelztemperatur ein breiteres Anwendungsspektrum im Bereich der Schweißbarkeit, ohne dabei die zugrundeliegende Duroplast -Matrix zu schädigen.