Informationsaustausch über Grenzen hinweg

12 November 2025

In Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen und wachsender Abhängigkeiten von digitalen Infrastrukturen ist die Stärkung der bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit im Cyberspace zu einer strategischen Priorität für Regierungen, Streitkräfte und Industriepartner geworden. Polen und Deutschland nehmen als NATO-Verbündete und EU-Mitglieder mit gemeinsamen Sicherheitsinteressen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Cyber-Resilienz und der Förderung von Innovationen im Verteidigungsbereich ein.

Das Verteidigungsministerium der Republik Polen lud Mitte Oktober zur Konferenz „Sharing Cyber 2025 Warsaw – Berlin“ nach Berlin in die Botschaft ein. Die Veranstaltung bot eine spezielle Plattform für den hochrangigen Dialog zwischen Entscheidungsträgern, Militärführern, Branchenexperten und Wissenschaftlern aus beiden Ländern. Im Mittelpunkt standen die operative Zusammenarbeit, technologische Innovationen und die Talentförderung, um den sich wandelnden Herausforderungen im Cyberspace zu begegnen.

Als Vertreterin des Forschungsinstituts Cyber Defence und Smart Data (CODE), nahm PD Dr. Corinna Schmitt während der Konferenz an einer Paneldiskussion zu Chancen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Kooperation zwischen Deutschland und Polen teil. Dieses Panel widmete sich einem der zentralen Schnittpunkte moderner Sicherheitspolitik: den Dual-Use-Technologien im Bereich der Cybersicherheit. Während sich Cyberbedrohungen zunehmend zwischen zivilen und militärischen Sphären bewegen, wird deutlich, wie unverzichtbar Innovationen sind, die beiden Bereichen dienen – für die nationale wie auch kollektive Sicherheit. Dual-Use-Technologien – also solche, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können – eröffnen enorme Chancen, wie etwa schnellere Innovationszyklen, geteilte Kosten und einen breiteren Talentpool. Gleichzeitig bringen sie auch Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf Sicherheitsfragen, regulatorische Rahmenbedingungen und Marktdynamiken. Gerade für Polen und Deutschland, als NATO-Verbündete und Partner in der Europäischen Union, ergeben sich hier besondere Perspektiven: Während Deutschland über eine starke industrielle Basis und exzellente Forschungsstrukturen verfügt, punktet Polen durch seine strategische Lage und einen dynamisch wachsenden Technologiesektor. Ziel der Paneldiskussion war es, gemeinsam zu beleuchten, wie beide Länder ihre Zusammenarbeit im Bereich dualer Cybersicherheitstechnologien vertiefen könnten – von der Forschung bis zur operativen Umsetzung, von Start-ups bis hin zu militärischen Anwendungen.

An der Konferenz in Berlin nahmen hochrangige Vertreter der polnischen und deutschen Verteidigungsministerien, NATO- und EU-Beamte aus dem Bereich der Cyberabwehr, Militärkommandanten und Cybersicherheitsexperten, Forscher und Wissenschaftler von führenden Universitäten und Instituten sowie Branchenführer und Innovatoren, die Cyber- und KI-Technologien entwickeln, teil.


Fotos: FI CODE / C. Schmitt