Degeneration im Network Revenue Management
Im Network Revenue Management geht es darum, begrenzte Kapazitäten, etwa Sitzplätze in Flugzeugen, Fahrten im Bahnverkehr oder Fahrzeuge im Car Rental, so zu verteilen, dass der Gesamterlös maximiert wird. Ein weit verbreiteter Ansatz dafür sind Bid-Price-Verfahren: Sie entscheiden, ob eine Anfrage angenommen wird, indem sie den Erlös mit den erwarteten Opportunitätskosten vergleichen.
Doch diese Verfahren haben eine wenig beachtete Schwachstelle. Wenn das zugrunde liegende Optimierungsmodell mehrere duale Lösungen besitzt, ein Effekt, der als primale Degeneration bezeichnet wird, können die berechneten Bid-Preise uneindeutig sein. Das führt dazu, dass Kapazitäten mitunter für wenig profitable Produktanfragen verbraucht werden, obwohl sie später für profitablere Buchungen benötigt würden.
Unsere Arbeit zeigt, dass dieses Phänomen im Network Revenue Management häufig anzutreffen ist, und erklärt, wie es die Entscheidungsqualität klassischer Bid-Price-Verfahren beeinflusst. Zudem stellen wir neue Steuerungsansätze vor, die auch bei Degeneration optimale Entscheidungen treffen und in unseren Experimenten deutliche Profitsteigerungen erzielen.