Professur für Verkehrspsychologie

Die Professur Verkehrspsychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden. Wir erforschen insbesondere, wie die gebaute Verkehrsumwelt (Infrastruktur) in ihrer Wirkung auf verschiedene Nutzendengruppen bewertet werden kann und gestaltet werden sollte, um ein sicheres und angenehmes Miteinander im Verkehr zu erreichen. Wesentlich dafür ist ein Verständnis der psychischen (kognitiven) Prozesse beim Unterwegssein.

Dabei wenden wir unterschiedliche Methoden an, z.B. Unfallanalysen, Untersuchungen im Realverkehr (Feldbeobachtungen), Experimente in den Fahrsimulatoren des Instituts und Befragungen von Verkehrsteilnehmenden.

Team

Jennifer Philp-van der Heide

Jennifer Philp-van der Heide

Teamassistenz
Gebäude 41/100, Zimmer 041/6128
+49 89 6004-2527
Marie Klosterkamp M.Sc.

Marie Klosterkamp M.Sc.

Wiss.Mitarbeiter(in)
Gebäude 41/100, Zimmer 041/4135
+49 89 6004-5163
Fabian Niemann M.Sc.

Fabian Niemann M.Sc.

Wiss.Mitarbeiter(in)
Gebäude 41/100, Zimmer 041/4134
+49 89 6004 5165
Stefan Bohmann M.Sc.

Stefan Bohmann M.Sc.

Wiss.Mitarbeiter(in)
Gebäude 41/100, Zimmer 041/4134
+49 (0)89 6004 5166
Dr. Hiba Nassereddine

Dr. Hiba Nassereddine

Wiss.Mitarbeiter(in)
Gebäude 41/100, Zimmer 041/4134
+49 89 6004-5164
Markus Strigel M.Sc.

Markus Strigel M.Sc.

Wiss.Mitarbeiter
Gebäude 41/100, Zimmer 041/4135
089/6004-5162
Dr. Daniel Eisele

Dr. Daniel Eisele

Wiss.Mitarbeiter
Gebäude 41/100, Zimmer 041/4135
089/6004-5163

Angebote für Abschlussarbeiten

Was für ein Verhalten wünschen sich Deutsche von (automatisierten) Fahrzeugen?

 

Regeltreue, Effizienz oder Entgegenkommen: Welche Verhaltensweisen erwarten und bevorzugen Verkehrsteilnehmende von  Fahrzeugen in Fahrzeug-Fußgänger Interaktionen?

 

Die Einführung automatisierter Fahrzeuge (AVs) wird große Auswirkungen auf das Verkehrssystem haben. Befürworter erwarten mehr Sicherheit, eine bessere Auslastung der Infrastruktur, geringere Umweltbelastungen und eine insgesamt verbesserte Mobilität. Damit diese Vorteile jedoch realisiert werden können, müssen AVs nicht nur technisch zuverlässig funktionieren, sondern auch von der Gesellschaft akzeptiert werden. Eine zentrale Herausforderung ist daher die Gestaltung des Fahrzeugverhaltens: Soll ein AV strikt regelkonform agieren, auch wenn dies ineffizient wirkt? Oder wünschen sich Menschen eher ein entgegenkommendes und situationsflexibles Verhalten? In einer Online-Studie wurden deutschen Teilnehmenden verschiedene Szenarien von Fahrzeug-Fußgänger-Interaktionen gezeigt, in denen das Fahrzeug mal Vorfahrt hatte, mal der Fußgänger. Das Fahrzeugverhalten wurde variiert, und die Teilnehmenden bewerteten, ob sie dieses Verhalten erwarteten und ob es ihnen gefiel - sowohl aus der Perspektive eines Fußgängers als auch aus der eines Fahrgasts im automatisierten Fahrzeug.
Die Arbeit bietet die Möglichkeit den vorliegenden Datensatz auszuwerten und so Antworten auf folgende zentrale Fragen zu liefern:

  • Welche Verhaltensweisen bevorzugen deutsche Verkehrsteilnehmende?
  • Werden von automatisierten Fahrzeugen andere Verhaltensweisen erwartet und akzeptiert als von menschlich gesteuerten Fahrzeugen?
  • Unterscheiden sich die Erwartungen und Präferenzen je nach Perspektive (Fußgänger vs. Fahrgast)?

Vorschlag zu Design und Methodik: Sekundäranalyse eines bestehenden Datensatzes; Methodenentwicklung, z. B. unter Einsatz von Multi-Level-Modeling; alternativ: eigene Datenerhebung, etwa für einen Kulturvergleich.
Neben diesen Vorschlägen freue ich mich auch von Ihren eigenen Ideen zur Beantwortung der Forschungsfrage zu hören!

Möglicher Zeitraum/Beginn: Ab sofort

Betreuer und Kontakt Dr. Daniel Eisele

Scheinbar irrationale Entscheidungen im Alltag: Der Einfluss mentaler Anker auf Fußgängerverhalten

Lassen sich scheinbar irrationale Ankereffekte in Alltagsentscheidungen nachweisen?

„Anchoring“ bezeichnet ein psychologisches Phänomen, bei dem Menschen ihre Urteile unbewusst an einem Anfangswert (dem Anker) ausrichten - selbst wenn dieser zufällig oder offensichtlich irrelevant ist. Obwohl Ankereffekte in Entscheidungssituationen gut belegt sind, wurden sie im Kontext komplexer, sicherheitskritischer Alltagssituationen im Verkehr bisher kaum untersucht. Ein alltägliches Beispiel im Straßenverkehr, in dem auf den ersten Blick irrationale Ankereffekte auftreten könnten, ist die Situation, in der ein Fußgänger entscheidet, ob sie vor einem herannahenden Fahrzeug die Fahrbahn überquert.


Diese Arbeit soll erste Evidenz für Ankereffekte in solchen Entscheidungssituationen liefern und so aufzeigen, wie scheinbar irrationale psychologische Mechanismen das Verhalten im Straßenverkehr prägen können.

Vorschlag zu Design und Methodik: Empirisch-experimentell: Online-Experiment mit Manipulation verschiedener Ankerwerte und Messung der getroffenen Entscheidungen.
Neben diesen Vorschlägen freue ich mich auch von Ihren eigenen Ideen zur Beantwortung der Forschungsfrage zu hören!

Möglicher Zeitraum/Beginn: Ab sofort

Betreuer und Kontakt Dr. Daniel Eisele

Die Wunschbreite von Radwegen und ihre Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit

 

Wie wirkt sich die Umsetzung einer (aus Radlersicht) gewünschten Breite von Radfahrstreifen auf die Sicherheit in Interaktionen mit Autofahrenden aus?

Radfahrende wünschen sich Radfahrstreifen mit einer Breite von rund 2,75 m – deutlich breiter als die derzeit empfohlenen Mindestbreite von 1,65 m. Es ist unklar, ob sich eine solche Verbreiterung positiv auf die Sicherheit auswirkt. Diese Arbeit soll Erkenntnisse hierzu gewinnen. Dabei soll sowohl die Perspektive von Radfahrenden als auch die von Autofahrenden berücksichtigt werden. Übergeordnetes Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Infrastrukturmaßnahmen das Sicherheitserleben und das tatsächliche Verhalten im Straßenverkehr beeinflussen.

Vorschlag zu Design und Methodik: Empirisch-experimentell: Simulatorstudie mit Within-Subjects-Design, Perspektivwechsel (Rad vs. Pkw).
Neben diesen Vorschlägen freue ich mich auch von Ihren eigenen Ideen zur Beantwortung der Forschungsfrage zu hören!

Möglicher Zeitraum/Beginn: Ab sofort

Betreuer und Kontakt Dr. Daniel Eisele

 

Beeinflusst die bauliche Gestaltung von Radwegen, ob abbiegende Fahrer einen Schulterblick durchführen?

Beim sogenannten bedingt verträglichen Abbiegen haben Autofahrende und Radfahrende gleichzeitig Grün: Fahrer können rechts abbiegen, müssen aber geradeaus fahrenden Radlern Vorrang gewähren. In dieser Situation passieren besonders viele Unfälle, weil Radfahrende übersehen werden - etwa, weil kein Schulterblick ausgeführt wird.
Diese Arbeit geht der Frage nach, ob baulich abgesetzte Radwege (z. B. durch einen Grünstreifen) zwar die subjektive Sicherheit auf freier Strecke (beim Geradeausfahren) erhöhen, an Kreuzungen aber gleichsam die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Autofahrende an Kreuzungen einen Schulterblick ausführen.
Durch die Beantwortung dieser Frage lassen sich wichtige Erkenntnisse für eine sichere und zugleich effiziente Gestaltung von Radverkehrsinfrastruktur gewinnen.

Vorschlag zu Design und Methodik: Empirisch-experimentell: Fahrsimulation und anschließende Videocodierung, Analyse der Auftretenshäufigkeit des Schulterblicks in verschiedenen Szenarien.
Neben diesem Vorschlag freue ich mich auch von Ihren eigenen Ideen zur Beantwortung der Forschungsfrage zu hören!

Möglicher Zeitraum/Beginn: Ab sofort

Betreuer und Kontakt Dr. Daniel Eisele

 

Subjektive Sicherheit beim Radfahren: Validierung eines Erhebungsinstruments & Evaluation von (Rad)Verkehrsinfrastruktur und -situationen

  1. Wie beeinflussen Infrastrukturelemente (z. B. Fahrradschutzstreifen mit unterschiedlichen Breiten, Hochbordradwege, Bikebox) oder Konfliktsituationen (z. B. Rechtsabbiegen mit Vorrang Rad, Überholen mit geringem Seitenabstand) die subjektive Sicherheit von Radfahrenden?
  2. Vergleichsubjektiver Sicherheitsbewertungen mit objektiven Sicherheitsindikatoren (z. B. Unfallraten, Post-Encroachment Time (PET), Überholabstände).

 

Wer sich subjektiv sicherer fühlt, nutzt das Fahrrad möglicherweise häufiger; allerdings kann ein hohes Sicherheitsgefühl bei geringer objektiver Sicherheit zu fehlender Kompensation führen und riskantes Verhalten begünstigen. Subjektive Sicherheit spielt somit eine wichtige Rolle für die Bewertung von Radverkehrsinfrastruktur. Diese Arbeit evaluiert Verkehrsinfrastruktur und -situationen hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Sicherheitserleben und validiert den Einsatz einer bestehenden Skala zur subjektiven Sicherheit im Kontext städtischer Knotenpunkte und Alltagsfahrten.

Vorschlag zu Design und Methodik:

  • Online-Videostudie mit Szenen von Knotenpunkten/Infrastrukturtypen (Within-Subjects-Bewertungen).
  • Feldstudien: Kurzbefragungen an Knotenpunkten; Between- oder Within-Subject-Designs; Tagebuch/Experience-Sampling unmittelbar nach Fahrten; und/oder Verhaltensbeobachtungen.

Möglicher Zeitraum/Beginn: Ab Februar 2026

Betreuer und Kontakt: Stefan Bohmann

Perceived safety and willingness to cross at zebra and mid-block crossings: Do approaching vehicles, bicycles, and e-scooters make a difference?

How do different design features (zebra crossings, mid-block crossings) affect pedestrians’ perceived safety and willingness to cross? And how does the type of approaching road user (vehicle, bicycle, e-scooter) influence these perceptions?

As cities move toward sustainable, walkable, and multimodal environments, pedestrian safety remains a central concern. While zebra and mid-block crossings are widely used, pedestrians’ perceptions of safety and willingness to cross depend not only on infrastructure but also on the type of approaching traffic participant. Vehicles, bicycles, and e-scooters pose different levels of perceived risk due to size, speed, and predictability. Research has traditionally focused on motor vehicles, with limited attention to new mobility forms such as e-scooters and their influence on pedestrian decision-making. This thesis addresses these gaps by investigating how pedestrians evaluate crossing situations in the presence of different approaching road users and under varying infrastructure designs.

Proposal for design and methodology: Online video/image-based survey: Participants are shown short clips or animations of pedestrians at crossings with approaching vehicles, bicycles, or e-scooters. After each scenario, they evaluate perceived safety and their willingness to cross.

Possible start: Immediately

Contact/advisor: Dr. Hiba Nassereddine

Schriftliche Veröffentlichungen der Professurangehörigen

Vorträge der Professurangehörigen

Folgen Sie unserer Arbeit in sozialen Netzwerken

Anfahrt

Sie erreichen uns über das Westtor (Ecke Zwergerstraße / Universitätsstraße).
Bitte halten Sie einen gültigen Personalausweis oder Reisepass bereit, mit dem Sie sich an der Wache ausweisen können.

Zugang für Besuchende über das Westtor Professur für Verkehrspsychologie – Gebäude 41/100, 4. Stock Zugang für Besuchende über das Westtor Professur für Verkehrspsychologie – Gebäude 41/100, 4. Stock

Legende

  • 1: Zugang für Besuchende über das Westtor
  • 2: Professur für Verkehrspsychologie – Gebäude 41/100, 4. Stock