MORE - Munich Mobility Research Campus

Projektlaufzeit: 01.10.2020 bis 31.12.2024

Das Ziel von MORE ist die ganzheitliche Demonstration einer nachhaltigen und umweltschonenden Mobilität der Zukunft auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München. Ausgehend von den Anforderungen der Nutzer der Modellstadt (Studierende, Forscher, Verwaltung, Mitarbeiter) und denen einer modernen Armee sowie den Klima-  und Nachhaltigkeitszielen der Bundesregierung, werden alle dafür notwendigen Teilsysteme im Rahmen der vier Forschungsaspekte Energie und Antrieb, Raum und Verkehr, Vernetzung und Autonomie sowie Chancen und Auswirkungen vernetzt entwickelt.

MORE wird vom dtec.bw – das neue »Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr« finanziert.

Im Rahmen des dtec.bw-Forschungsprojekts MORE beschäftigte sich die Professur Verkehrspsychologie unter Leitung von Prof. Anja Katharina Huemer mit den Themen Experimentelle Infrastrukturgestaltung und Bedürfnisse und Einstellungen von Nutzenden. Zusätzlich ist sie am Aufbau des Mobilitätsverhaltenslabors, hier insbesondere der vernetzten  Simulatoren für zu Fuß gehende, Fahrrad und PKW beteiligt.

MoVeLab – Labor für Mobilität und Verkehr

Das MoVeLab – Labor für Mobilität und Verkehr ist Teil des Forschungsschwerpunkts „Experimentelle Infrastrukturgestaltung“. In diesem werden im Sinne des Rapid Prototyping - Verkehrskonzepte in Fahrzeug und Infrastruktur in ihren verkehrlichen Auswirkungen und in Bezug auf Verständnis, Umgang und Bewertung durch die Nutzer untersucht. Ziel ist dabei eine gemeinsame Plattform, auf der individuelle Verhaltensdaten experimentell gewonnen werden können. Diese Daten sollen in
Verkehrs-(mikro)simulationen überführt werden, um die evidenzbasierte Entwicklung von Regelwerken des Verkehrs in Straßenentwurf und Verkehrsregulierung zu unterstützen. Im Jahr 2024 konnte der Aufbau des Mobilitätsverhaltenslabors abgeschossen werden. Der SILAB Pkw-Simulator wurde zum Jahreswechsel 2023/2024 geliefert. In der ersten Jahreshälfte 2024 wurde das neue Labor in Halle 150 Nord bezogen. In diesem Zuge wurden der Fahrradsimulator und der neue SILAB Pkw-Simulator vernetzt, sodass nun auch Bewertung des Fahrerverhaltens in der Interaktion von vulnerablen Verkehrsteilnehmenden und Pkw-Fahrenden untersucht werden kann. Im November 2024 wurde der SILAB-Fußgängersimulator geliefert und in das System integriert, sodass nun immer je zwei Interaktionspartner aus Rad fahrenden, Pkw-Fahrenden und zu Fuß gehenden in ein und derselben Simulation interagieren können, während ihr Verhalten dabei aufgezeichnet werden kann.

Vernetzte SILAB-Simulatoren des Mobilitätsverhaltenslabors

Bedürfnisse und Einstellungen von Nutzenden

Im Forschungsschwerpunkt „Bedürfnisse und Einstellungen von Nutzenden“ beschäftigte sich Eva Kastl mit den Anforderungen, die (potenzielle) Nutzende neuer Mobilitätsangebote an diese stellen. Speziell wird die Akzeptanz innovativer umweltschonender (Campus)mobilität mittels Online-Umfragen untersucht. Dadurch werden Bedürfnisse, Hürden, Willingness-to-pay und Empfehlungen zur Gestaltung solcher Systeme abgeleitet. 2024 wurden die halbjährlichen Befragungen zu MORE Sharing weitergeführt. Weiterhin wurde für die jährlichen Befragung zur Campus-Mobilität ein Schwerpunkt zur Bedürfniserfüllung Nutzender durch verschiedene Verkehrsmittel entwickelt und erhoben. 

Experimentelle Infrastrukturgestaltung

Im Forschungsschwerpunkt Experimentelle Infrastrukturgestaltung wurden Konzepte zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur entwickelt, und in Bezug auf Nutzbarkeit, Verständlichkeit und subjektive Bewertung durch die Nutzer untersucht. Verhaltensmaße, wie gewählte Geschwindigkeiten, Spurpositionen, Reaktionszeiten und Blickbewegungen werden analysiert und zur objektiven Bewertung herangezogen. Das Vorgehen ist dabei methodisch am User-Centered Design ausgerichtet: Probanden sollen in der ungefährlichen Simulation aktuell in im realen Verkehr unsichere Szenarien –sowie Vorschläge für „entschärfte“ Lösungen – kennenlernen. Dadurch können mögliche unerwünschte Nebenwirkungen der Lösungsvorschläge frühzeitig erkannt und vermeiden werden.

Infrastrukturvariationen: Haltelinie, vorgezogene Haltelinie, Fahrradbox

Naima Guefif beschäftigte sich mit der Erstellung von Simulator- Szenarien zur Untersuchung der subjektiven und objektiven Sicherheit von Radfahrerenden im urbanen Raum, insbesondere an Knotenpunkten. Mit dem Fahrrad- und Pkw-Simulator soll die experimentelle Erprobung bauliche und signalisierte Maßnahmen an Knotenpunkten für Begegnungen zwischen Rad- und Pkw-Verkehr untersucht werden.