Psychologische Beratungsstelle > Prävention > Infothek > Grübeln
Grübeln und Gedankenkreisen – belastend und schwer kontrollierbar
Beim Grübeln kehren die gleichen Gedanken immer wieder, sie drängen sich regelrecht auf. Das Denken wiederholt sich in immer gleichen Schleifen. In der Fachsprache sprechen Psychologen auch von Rumination – lateinisch für Wiederkäuen. Wiederkäuen wiederum ist der Prozess, bei dem Rinder ihre bereits teilweise verdaute Nahrung aus dem Magen wieder ins Maul befördern und nochmals kauen. Was für ein treffendes Bild für einen Vorgang, bei dem auch wir Menschen immer wieder auf den selben Gedanken herumkauen. Aber was Rindern bei ihrer Verdauung hilft, kann für uns Menschen zu einer großen Belastung werden. Das Denken umkreist ewig die gleichen Themen. Es ist unproduktiv. Man kommt auf keine Lösung. Trotzdem kann man sich nicht davon lösen und über andere Dinge nachdenken, es ist schwer zu kontrollieren.
Typische Grübelthemen sind eigene Schwächen oder Fehlleistungen, wie die verpatzte Klausur oder die vermeintlich schlechte Figur, die man bei einem Referat gemacht hat. Oder auch falsche Entscheidungen, gar Zweifel an der Studienwahl. Oder Gedanken an unerfüllte Aufgaben, die Klausur steht an und wieder ist ein Tag vergangen, ohne dass der Lernstoff vorbereitet wurde. Dabei sind die Gedanken immer auf die eigene Person bezogen, sie sind selbstkritisch und abwertend. Wie ein Magnet zieht ein Grübelgedanke weitere Gedanken an – das Denken verdüstert sich. Psychologen nennen das den Hefeteig-Effekt: wie der Hefeteig, der aufgeht, wächst beim Grübeln die negative Stimmung an und man findet sich in einer dunklen Wolke wieder. Denn das müssen wir uns klarmachen: Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle. Grübeln führt dazu, dass bestehende emotionale Zustände wie Traurigkeit, Wut oder Angst aufrechterhalten werden und sich sogar noch verschlimmern können.