Sonderbestände im Gebäude 33

Gebäude 33/100 und 200, 1. Stock (frei zugänglich)

Ergänzend zum umfassenden Freihand- und Lesebereich im Geb. 35/200 bietet die Universitätsbibliothek weitere Bestände frei zugänglich an. Die Signaturen der dort aufgestellten Medien beginnen mit der Gebäudenummer 33, also z.B. 33/WBB/2016.123.
Alle Sonderbestände können vor Ort genutzt und größtenteils auch entliehen werden.

Ehemalige Wehrbereichsbibliothek VI

Die Wehrbereichsbibliothek VI (WBB) wurde 1956 als wissenschaftliche Fachbibliothek der Bundeswehr zur Literaturversorgung im Wehrbereich VI (deckungsgleich mit dem Freistaat Bayern) gegründet. Aus diesem Auftrag ergaben sich die Sammelgebiete: Bundeswehr, Sicherheitspolitik, Wehrtechnik, Militär- und Zeitgeschichte, Geschichte, sowie allgemein Literatur mit militärischem Bezug. Dazu kam ein regionaler, insbesondere regionalgeschichtlicher bayerischer Schwerpunkt.

Die WBB wurde bei der Gründung der Hochschulen der Bundeswehr im Jahr 1973 der Universitätsbibliothek der Universität der Bundeswehr München (UB UniBw M) zugeordnet und zunächst weitgehend eigenständig weitergeführt. Der Bestand befand sich in einem geschlossenen Bibliotheksmagazin. Bei der Auflösung des WB VI im Jahr 2001 wurde entschieden, dass die WBB komplett in den Bestand der UB UniBw M übernommen und dort weiter betreut und ausgebaut wird.

Damit ergänzt die von der WBB gesammelte Literatur den fachwissenschaftlichen Bestand der UB auf den entsprechenden Gebieten und bildet auch eine Grundlage für die allgemeine Weiterbildung der studierenden Offiziere in ihrem beruflichen militärischen Umfeld unabhängig vom Studienfach.

Um den Nutzern einen direkten Zugang und schnelleren Zugriff auch auf diese Literatur zu ermöglichen, ist die WBB nun frei zugänglich. Sie behält dabei allerdings ihren ursprünglichen Charakter als Magazinbibliothek, bei der die Bücher nicht fachlich zusammengehörig, sondern rein formal nach den Signaturen geordnet sind. Außerdem enthält sie auch ältere, seltener genutzte und teilweise auch nur eingeschränkt nutzbare Werke.

Der frei zugänglich aufgestellte WBB-Bestand umfasst ca. 140.000 Bände. Er wird laufend erweitert.

Bis zum Jahr 1984 wurde der WBB-Bestand durch einen eigenen Zettelkatalog mit einer speziellen Systematik sachlich erschlossen. Hier sind auch einzelne Aufsätze nachgewiesen.

Der Systematische Katalog der WBB VI steht als IPAC (Image Public Access Catalog) campusintern zur Verfügung. Nähere Angaben zur Systematik und der Nutzung des Kataloges finden sie dort im Hilfe-Text.

Großformatige Karten und Atlanten

Atlanten und Karten, die wegen ihres Formats nicht im allgemeinen Freihandbestand im Gebäude 35/200 aufgestellt werden können, werden im Gebäude 33 angeboten. Bis auf Ausnahmen (z.B. Atlanten mit losen Einzelblättern) können sie auch entliehen werden.

Gedruckte DIN-Normen

Nur für Angehörige der Universität stehen ergänzend zum Online-Zugriff über das Normsearch-Portal die gedruckten DIN-Normen bis zum Erscheinungsjahr 2000 zur Verfügung. Diese Normen dürfen nicht eingescannt, sondern nur kopiert werden. Kopien müssen vom Bibliothekspersonal mit einem bestimmten Stempel gekennzeichnet werden.

Ehemalige Privat- und Gelehrtenbibliotheken

Im Bestand der Universitätsbibliothek befinden sich auch geschlossene Sammlungen bzw. Bibliotheken, die auf speziellen Wunsch einzelner Fakultäten oder Professoren erworben wurden. Die Ankäufe wurden teilweise mit Fakultätsmitteln unterstützt.
Titel aus diesen Sondersammlungen sind mit der Bemerkung
„Aus der Bibliothek von …“
gekennzeichnet und können so auch im OPAC gezielt recherchiert werden,
z.B. Schriften von Immanuel Kant aus der Bibliothek Ebbinghaus:
Autor="Kant, Immanuel" und Freie Suche="Bibliothek Ebbinghaus"

Bibliothek von Hermann und Julius Ebbinghaus

Prof. Hermann Ebbinghaus (1850-1909): Psychologe, Begründer der experimentellen Gedächtnisforschung
Prof. Julius Ebbinghaus (1885-1981): Philosoph und Politikwissenschaftler
Erworben: 1982
Thematik: Theoretische Philosophie, Rechts- und Staatsphilosophie, Ethik und Moralphilosophie, Ästhetik
Umfang: 1.874 Bände
Aufstellung: geschlossen im Magazin

Die Bibliothek Ebbinghaus ist ein Beispiel für eine Gelehrtenbibliothek, die von Vater und Sohn Ebbinghaus über einen Zeitraum von fast einhundert Jahren aufgebaut wurde. Sie kann außerdem als das wissenschaftsgeschichtliche Lebenswerk von Julius Ebbinghaus angesehen werden, der in der Nachfolge und Kritik des Marburger Neukantianismus eine besondere Stellung einnimmt. Das Julius-Ebbinghaus-Archiv befindet sich in der Kant-Forschungsstelle der Universität Trier.

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliothek von Harald Vocke

Harald Vocke (1927-2007): Diplomat und Journalist
Erworben: 1988
Thematik: Geschichte, Politik und Landeskunde des Nahen und Mittleren Ostens
Umfang: 813 Bände
Aufstellung: geschlossen im Magazin

Der Nachlass von Harald Vocke befindet sich im Zentrum Moderner Orient Berlin.

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliothek von Reinhard Schaeder

Prof. Reinhard Schaeder (1905-1980): Wirtschaftspolitiker und Verwaltungswissenschaftler
Erworben: 1979
Thematik: Politik, Verwaltungswissenschaften, Soziologie
Umfang: ca. 2.400 Bände
Aufstellung: geschlossen im Magazin

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliothek von Ernst Deuerlein

Prof. Ernst Deuerlein (1918-1971): Historiker und Politikwissenschaftler
Erworben: 1974
Thematik: Geschichte, Zeitgeschichte, Politik
Umfang: ca. 2600 Bände
Aufstellung: teilweise im Freihandbestand, teilweise im Magazin

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliothek von Dieter Meichsner

Dieter Meichsner (1928-2010): Schriftsteller, Dramaturg und Drehbuchautor
Erworben: 2011
Thematik: Indochinakrieg, Vietnamkrieg
Umfang: 380 Bände
Aufstellung: geschlossen im Magazin

Das Dieter-Meichsner-Archiv befindet sich in der Akademie der Künste Berlin.

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliothek von Peter Christian Ludz

Prof. Peter Christian Ludz (1931-1979): Politikwissenschaftler und Soziologe
Erworben: 1982
Thematik: Politik und Gesellschaft mit Schwerpunkt DDR
Umfang: Die Bibliothek Ludz wurde nicht vollständig erworben. In der UB UniBw M befinden ca. 4.000 von insgesamt ca. 5.000 Bänden
Aufstellung: geschlossen im Magazin. Dabei wurde die ursprüngliche systematische Aufstellung bewahrt.

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliothek von William Anderson

Prof. William Anderson (1888-1975): US-amerikanischer Politikwissenschaftler
Erworben: 1977
Thematik: amerikanische politische Literatur
Umfang: 2.479 Bände
Aufstellung: geschlossen im Magazin

Alle Titel finden Sie hier.

Bibliotheken der ehemaligen HOS III und FHSLw

Bei der Auflösung der Heeresoffizierschule III (HOS) München im Jahr 1974 und der Fachhochschule der Luftwaffe, früher Höhere Technische Schule der Luftwaffe bzw. Technische Akademie der Luftwaffe, (FHSLw), Neubiberg im Jahr 1975 wurden die jeweiligen Bibliotheken der Hochschule der Bundeswehr zugeteilt.

Der Bestand der HOS umfasst ca. 12.300 Bände mit Schwerpunkt Militärwesen und Militärgeschichte, die Signaturen beginnen mit HOS.
Die Bibliothek der FHSLw mit Signatur FHS… enthält ca. 12.800 Bände mit hauptsächlich technischer Literatur.
Beide Bibliotheken sind in ihrer ursprünglichen Ordnung geschlossen im Magazin aufgestellt. Recherche und Bestellung erfolgen über den OPAC.

Seltene und alte Schriften

Die wertvollsten Bestände der Bibliothek sind in einem speziell dafür eingerichteten Bereich des Magazins untergebracht.
Sie können über den OPAC recherchiert und bestellt werden, dürfen aber nur im Lesesaal der Bibliothek unter Aufsicht eingesehen werden.

Es handelt sich um ca. 3.700 Bände aus allen Wissenschaftsbereichen.
Die Signaturen beginnen mit Sep/.

Die ältesten Werke stammen aus dem Jahr 1512: „Geographia“ und „Cosmographia“ von Pomponius Mela und „De situ Orbis sive geographia“ von Dionysios von Alexandria (auch Dionysios Periegetes).
Geographie und Kosmographie sind mit weiteren frühen Büchern und Atlanten vertreten, u. a. mit der sechs-bändigen Ausgabe des „Toonneel des aerdrycx, ofte nieuwe atlas“ (1648-1655) von Willem Janszoon Blaeu, dem teuersten Buch des 17. Jahrhunderts.

Von großer Bedeutung für die Geschichte der Astronomie sind die „Sfera del mondo“ (1595) von Alessandro Piccolomini, der erste gedruckte Sternatlas, und die „Tabulae Rudolphinae“ (1627) von Johannes Kepler.

Ältestes Buch zum Militärwesen ist die „Schola militaris moderna“ (1665) von Georg Andreas Böckler.

Wissenschaftshistorisch wichtige Zeitschriften sind u. a. das „Journal des scavans“ (1665-1776), die erste wissenschaftliche Fachzeitschrift Europas, die „Philosophical transactions“ de Royal Society (1751-1799) und die „Acta eruditorum“ (1682-1736), die bedeutendste wissenschaftliche Zeitschrift Deutschlands im 17. Jahrhundert.