Eine vielseitige Forscherin

21 Januar 2020

Im November 2019 hieß das Institut für Psychologie mit Prof. Dr. Merle Fairhurst die neue Inhaberin des Lehrstuhls für Biologische Psychologie willkommen. Eine besonders vielfältige und facettenreiche Karriere zeichnet die Forscherin im Bereich Kognitive Neurowissenschaft aus: Neben den internationalen akademischen Höhepunkten ihres Werdegangs an der Universität Oxford und am Max-Planck-Institut in Leipzig blickt sie auf eine Ausbildung und Tätigkeit als Opernsängerin zurück. Nach ihrem ersten Trimester am Institut berichtet Prof. Fairhurst über ihre ersten Eindrücke von der Forschung und Lehre an der Universität der Bundeswehr München und gewährt einige Einblicke in ihre kommenden Projekte.

Familie, Wissenschaft und Kunst im Gleichgewicht

Als eine ständige Herausforderung ihres Berufslebens sieht Merle Fairhurst die Aufgabe, ihren beiden Leidenschaften, die Forschung und den Gesang, in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen.  „Das war nicht immer einfach, da ich in erster Linie Mutter von vier Kindern bin“, sagt die Professorin, „aber in vielerlei Hinsicht haben sich die Puzzleteile teils durch gezielte Zuarbeit, teils durch einen Wink des Schicksals zusammengefügt“. So benutzt Prof. Fairhurst ihr profundes musikalisches Wissen zur Bereicherung ihrer Forschungen über die Dynamik der sozialen Koordination. Die tiefgreifende interdisziplinäre Herangehensweise ist einer der Grundsteine ihrer Arbeit. Am Max-Planck-Institut in Leipzig kombinierte sie Kunst und Wissenschaft in einer unabhängigen Forschungsgruppe für Musik, Kognition & Action. Bei der Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und Verarbeitung multisensorischer Informationen am Centre for the Senses der Universität London kooperierte die Forscherin mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Philosophie, dem London Science Museum und den Tate Galleries.

Unter ihren Mentorinnen und Mentoren aus der ganzen Welt hebt Prof. Fairhurst die Betreuerin ihrer Doktorarbeit an der Universität Oxford, Prof. Irene Tracey, hervor: „Diese inspirierende Person hat mir am eigenen Beispiel gezeigt, wie es einer Frau gelingen kann, wissenschaftliche Hochleistungen mit einer großen Familie zu vereinbaren.“

„Einen besseren nächsten Schritt hätte ich mir weder planen noch erträumen können“

Nach ihrem ersten Trimester an der Universität der Bundeswehr München resümiert die Neurowissenschaftlerin: „Einen besseren nächsten Schritt hätte ich mir weder planen noch erträumen können. Bereits seit meinem ersten Tag auf dem Universitätsgelände bin ich von den Forschungseinrichtungen als auch von der dynamischen Macher-Mentalität am Institut für Psychologie begeistert. Dank der Hilfe und Unterstützung dieses wunderbaren Teams, das durch eine besonders starke Kollegialität geprägt ist, konnte ich sofort in neue Aktivitäten durchstarten. Ich bin überzeugt: Diese Universität ist der perfekte Ort für produktive und glückliche Arbeit, und die kommende Zeit bringt bestimmt viele spannende Erkenntnisse.“ Insbesondere freut sich Prof. Fairhurst über anbahnende Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit: „Meine Arbeit zur sozialen Interaktion in der Gruppe hat mehrere Überschneidungen mit den Forschungsinteressen des Bereichs Sportwissenschaften“. Die Forscherin hat vor, sich auf zwei Projekte zu konzentrieren, in denen die Wahrnehmung sensorischer Informationen und ihre Verarbeitung zwecks Interaktion mit Anderen behandelt werden. Einer der Projekte fokussiert auf der Zusammenarbeit und Koordination zwischen Gruppen, etwa auf dem Austausch nonverbaler Informationen in einem Sportteam. Ein weiteres Vorhaben widmet sich der Untersuchung der kognitiven und neuronalen Mechanismen der Berührungen.

Was gefällt Prof. Fairhurst an unserer Universität noch besonders gut? Die positive, gewissenhafte Einstellung der Studierenden: „Ihre akademische Neugier und ihr Engagement waren für mich eine angenehme Überraschung. Für mich als Lehrende ist es sehr belohnend und gleichzeitig unterhaltsam, mit ihnen zu arbeiten, und ich habe mich sehr gefreut, meine Studierenden nach der Weihnachtspause wiederzusehen.“

 

Neugierig? Mehr über die Forschungsthemen von Prof. Merle Fairhurst erfahren Sie in diesem Video, gedreht auf dem Campus unserer Universität: https://www.youtube.com/watch?v=MJMMEUDhyYI