Forschung zu Dopamin und kognitiver Leistungsfähigkeit im Alter mit Best Poster Award ausgezeichnet
27 August 2026
Mit moderner Bildgebung dem alternden Gehirn auf der Spur
Wie verändert sich die Arbeitsweise unseres Gehirns mit zunehmendem Alter – und welche Rolle spielt dabei der Botenstoff Dopamin? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschungsarbeit von Katharina Roscher, Prof. Alireza Salami von der Umeå University und Prof. Anna Rieckmann von der Universität der Bundeswehr München.
Katharina Roscher präsentierte die Ergebnisse beim internationalen Symposium anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Umeå Center for Functional Brain Imaging in Schweden. Für ihr Poster wurde sie mit dem Best Poster Award ausgezeichnet. Das Jubiläumssymposium brachte Forschende aus verschiedenen Ländern zusammen und umfasste neben wissenschaftlichen Vorträgen auch eine Postersession.
Die Studie untersucht das Arbeitsgedächtnis. Es ermöglicht uns, Informationen kurzfristig zu speichern, zu verarbeiten und zur Lösung einer Aufgabe zu nutzen. Diese Fähigkeit ist für zahlreiche Situationen des Alltags von Bedeutung, nimmt jedoch bei vielen Menschen im höheren Alter ab. Um solche Veränderungen besser zu verstehen, ist es wichtig zu untersuchen, welche Prozesse im Gehirn daran beteiligt sind und welche Rolle Botenstoffe wie Dopamin dabei spielen.
Für die Untersuchung wurden Daten von 169 Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 78 Jahren ausgewertet. Die Teilnehmenden bearbeiteten während einer funktionellen Magnetresonanztomografie unterschiedlich schwierige Arbeitsgedächtnisaufgaben. Mithilfe einer zusätzlichen Positronen-Emissions-Tomografie wurde erfasst, wie viele Dopamin-D1-Rezeptoren in einer für Denken und Lernen wichtigen Gehirnregion verfügbar waren.
Die Ergebnisse zeigen, dass altersbedingte Unterschiede in der Gehirnaktivität eng mit der Arbeitsgedächtnisleistung und der Verfügbarkeit von Dopamin-D1-Rezeptoren zusammenhängen. Personen mit einer höheren Rezeptorverfügbarkeit konnten für die Aufgabe wichtige Hirnregionen bei steigenden Anforderungen gezielter aktivieren und erzielten tendenziell bessere Leistungen. Eine geringere Rezeptorverfügbarkeit und ein höheres Alter waren dagegen mit weniger spezifischen Aktivierungsmustern verbunden.
Durch die Kombination verschiedener Bildgebungsmethoden können Prozesse sichtbar gemacht werden, die mit einem einzelnen Verfahren nicht voneinander zu unterscheiden wären. Die Ergebnisse tragen damit zu einem besseren Verständnis der biologischen Grundlagen kognitiver Veränderungen im Alter bei. Langfristig können solche Erkenntnisse auch eine Grundlage für weiterführende Studien bilden, die untersuchen, ob und wie sich altersbedingte Veränderungen durch gezielte Interventionen beeinflussen lassen.