Mission

Wir arbeiten auf der Grundlage eines empirisch-analytischen Wissenschaftsverständnisses. Empirische Wissenschaft bemüht sich, Sachverhalte in der Gesellschaft zu entdecken, Aussagen über Zusammenhänge zwischen ihnen zu formulieren und diese Aussagen zu überprüfen. Empirische Sozialforschung wird benötigt, um Theorien zur Erklärung menschlichen Handelns, sozialer Strukturen und Zusammenhänge zu testen.

Wir folgen der Forschungsidee des methodologischen Individualismus (James S. Coleman) und sind bestrebt, kollektive soziale Phänomene auf der Grundlage des Handelns der Akteure auf der Mikroebene zu erklären. 

Methodologisch verfolgen wir einen integrativen Ansatz, in dem sowohl quantitative als auch qualitative Methoden berücksichtigt werden, die als nur graduell und nicht fundamental verschieden betrachtet werden. In der Lehre wollen wir Studierende dazu befähigen, je nach Erkenntnisziel angemessene Verfahren aus dem methodischen Werkzeugkasten auszuwählen und diskutieren wechselseitige Bezugspunkte qualitativer und quantitativer Methoden sowie den Nutzen multimethodischer Ansätze.

Aktuelles

Aktuelle Interviews

Interview mit der Zeitschrift "fluter" zum Thema Ost-West-Paare, 29.10.2019

Beitrag in der Rheinischen Post zum Thema Ost-West-Paare, 09.11.2019

Aktuellste Publikationen

Hängt die Gesundheit von Kindern davon ab, wie ihr eigenes soziales Netzwerk oder das Netzwerk ihrer Eltern zusammengesetzt ist? Sind derartige Netzwerkeffekte unabhängig vom sozio-ökonomischen Status nachweisbar und zeigen sich Unterschiede zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende Forschungsüberblick (open acess):

Lois, Daniel (2019): Soziale Netzwerke, familiales Sozialkapital und kindliche Gesundheit. In: Klärner, A., Gamper, M., Keim, S., Moor, I., von der Lippe, H. & Vonneilich, N. (Hg.): Soziale Netzwerke und gesundheitliche Ungleichheiten. Eine neue Perspektive für die Forschung. Wiesbaden: Springer VS

Abschlussarbeiten

Abschlussarbeiten

 

An dieser Stelle finden Sie Themenvorschläge für mögliche Abschlussarbeiten in Erstbetreuung der Professur für Sozialwissenschaftliche Methodenlehre. Selbst entwickelte Themen mit empirischem Schwerpunkt sind selbstverständlich ebenfalls jederzeit willkommen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an uns, wir können Ihnen im Hinblick auf den Datenzugang und geeignete Methoden weiterhelfen. Allgemeine Hinweise zum Verfassen von Abschlussarbeiten finden Sie hier.

 

„Es wächst zusammen, was zusammen gehört“ – Zur Entwicklung von Ost-West-Unterschieden nach 1990

Die Wiedervereinigung im Jahr 1990 stellt ein natürliches Quasi-Experiment dar: Nachdem beide deutsche Staaten sich in entgegengesetzten politischen Systemen über Jahrzehnte unterschiedlich entwickelt haben, wurde das Institutionen- und Rechtssystem im Zuge der Wiedervereinigung schlagartig ausgetauscht. Dennoch blieben aber Mentalitäten und eingeübte Verhaltensweisen zunächst weiterbestehen. Auf der Basis sozialwissenschaftlicher Umfragedaten – z.B. der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage in den Sozialwissenschaften (ALLBUS) – lässt sich nun untersuchen, inwieweit es in verschiedenen Bereichen nach 1990 Ost-West-Angleichungen gegeben hat und wo nach wie vor Unterschiede bestehen bzw. sogar größer geworden sind. Mögliche Themenfelder sind z.B. Religion, Werte (bspw. Postmaterialismus), familiale Lebensformen oder ökonomische Situation. Da hier im empirischen Teil einfache deskriptive Auswertungen ausreichen, eignet sich dieser Themenvorschlag auch sehr gut für Bachelorarbeiten.

 

Motive der Schulwahl und schulische Leistungen

In einer Masterarbeit soll auf Basis von PISA 2012-Daten die Frage geklärt werden, inwiefern es Zusammenhänge zwischen zwei Faktoren gibt: Erstens den Motiven, die Eltern bei der Wahl einer bestimmten Schule verfolgt haben (z.B. Schulweg, Ruf der Schule, Kursangebot) und zweitens der Leistung des Schülers.

 

Zuwanderung und Einstellungen zum Wohlfahrtsstaat

In einer aktuellen Studie stellen Schmidt-Catran & Spiess (2017) mit ALLBUS-Daten fest, dass Befragte sich eher für einen Abbau des Sozialstaats aussprechen, wenn Ausländer in ihre Wohnregion zuwandern. Eine mögliche BA- oder MA-Arbeit könnte diese Befunde unter Einbezug der aktuellsten ALLBUS-Wellen fortschreiben und vor dem besonderen Hintergrund der Flüchtlinskrise ab 2015 diskutieren. 

 

Welche Frauen steigen in Führungspositionen auf?

In einer Bachelor- oder Masterarbeit soll auf Basis von Daten des Familienpanels (pairfam) der Frage nachgegangen, welche speziellen Merkmale Frauen haben, die in Führungspositionen aufsteigen. Dazu sollen Frauen in solchen Positionen deskriptiv mit Vergleichsgruppen (nicht erwerbstätige Frauen, erwerbstätige Frauen ohne Führungsposition) hinsichtlich Bildung, Familienbiographie oder Arbeitsteilung in der Partnerschaft verglichen werden.

 

Beziegungsqualität von Pendlern

Aufbauend auf einer Arbeit von Feldhaus & Schlegel (2013) soll mit den aktuellsten Daten des Familienpanels (pairfam) überprüft werden, inwieweit die Partnerschaftszufriedenheit bei Pendlern geringer ausgeprägt ist als bei nicht mobilen Personen. Dazu ist eine Typologie verschiedener Pendel-Formen (z.B. tägliches Pendeln über geringe Distanz, Fernpendeln, Fernbeziehung mit getrennten Haushalten, "Vari-Mobilität") zu bilden. Das Thema ist für Bachelor- und Masterarbeiten geeignet.

 

Anwesenheitseffekte im Interview

Die Anwesenheit Dritter im Interview wird mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für sozial erwünschtes Antwortverhalten in Verbindung gebracht. In einer Abschlussarbeit könnte zunächst theoretisch aufgearbeitet werden, wie sich die Interviewsituation durch die Anwesenheit von Dritten wie z.B. den Ehepartner verändert. Empirisch könnte anschließend mit Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage in den Sozialwissenschaften (ALLBUS) untersucht werden, ob sich a) die Anwesenheit Dritter durch Variablen wie z.B. Bildung des Befragten vorhersagen lässt bzw. b) ob Befragte bei Anwesenheit Dritter bestimmte (heikle) Fragen anders beantworten. Hier besteht insbesondere die Möglichkeit einer Aktualisierung einer älteren Studie von Lander (1990). Das Thema eignet sich für Bachelor- und für Masterarbeiten. 

 

Familienformen und Bildungserfolg

Für den Bildungserfolg und die Wahl der Bildungslaufbahn spielt die Herkunftsfamilie eine bedeutende Rolle. Bisher wurde häufig der Einfluss des soziökonomischen Status der Eltern (Bildung, Berufsposition) betrachtet. Weniger gut erforscht ist dagegen, welche Rolle verschiedene Familienformen – z.B. alleinerziehende Eltern oder Stieffamilien – spielen. Das Ziel der Abschlussarbeit besteht daher darin, den Zusammenhang zwischen Familienformen und der Wahl der Bildungslaufbahn zu untersuchen. Die Datenbasis ist das Beziehungs- und Familienpanel (pairfam). Das Thema ist sowohl für Bachelor- als auch für Masterarbeiten geeignet.

 

Geschlechtsrollen im Wandel

Traditionale Geschlechtsrollenorientierungen, die das männliche Ernährermodell favorisieren, haben sich in den letzten Jahrzehnten abgeschwächt. In der Abschlussarbeit könnten zum einen mögliche Ursachen theoretisch herausgearbeitet werden, die für diese Entwicklung verantwortlich sind. Dazu zählen z.B. die verschiedenen Phasen der Frauenbewegung oder sozialstrukturelle Veränderungen wie die zunehmende Frauenerwerbstätigkeit. Mit Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage in den Sozialwissenschaften (ALLBUS) kann zum anderen empirisch untersucht werden, wie sich Geschlechtsrollenorientierungen im Zeitraum 1990-2016 verändert haben. Für Bachelorarbeiten reichen hier einfache deskriptive Analysen aus; bei Masterarbeiten könnten komplexere Auswertungen bis hin zu einer Alters-Perioden-Kohorten-(APK)-Analyse durchgeführt werden.