Kryptoanalyse Klassischer Chiffren

Dieser Forschungsschwerpunkt liefert Erkenntnisse, die nicht nur für die Informatik von Bedeutung sind. Bei der "Kryptoanalyse klassischer Chiffren" werden historische Verschlüsselungsverfahren wie die sogenannten Spaltentranspositionen mithilfe moderner metaheuristischer Verfahren wie z.B. dem Hill Climbing automatisiert gebrochen. Die vollständige Automatisierung der Entschlüsselung entlastet die beteiligten Historiker*innen und ermöglicht die Untersuchung von bisher nicht entschlüsselten historischen Texten durch Personen, die a priori kein oder nur wenig Hintergrundwissen zur Kryptographie oder Informatik mitbringen. Die erstellten Algorithmen fließen zumeist auch in die Entwicklung der offenen Kryptographie-Lernsoftware CrypTool ein.

Die meisten modernen Verschlüsselungsverfahren basieren ganz grundlegend auf mathematischen Konzepten aus dem Gebiet der Zahlentheorie. Diese mathematische Disziplin bietet auch unabhängig von den Anwendungen für die Kryptographie und trotz Jahrhunderten der Forschung und Weiterentwicklung viele ungelöste Vermutungen und interessante Fragestellungen. Die "Iwasawa-Theorie" ist ein sehr aktives Teilgebiet der algebraischen Zahlentheorie, das sich sowohl durch die Verknüpfung vieler unterschiedlicher mathematischer Disziplinen als auch durch die hohe internationale Diversität auszeichnet. An der Professur wird vor allem die Variation sogenannter Iwasawa-Invarianten über Familien von Iwasawa-Moduln studiert, und zwar sowohl im klassischen Rahmen von Idealklassengruppen als auch im modernen Kontext der Iwasawa-Theorie von elliptischen Kurven und auch Graphen.

Projekt: CrypTool 2DECRYPT, Analyse klassischer Chiffren mit (meta) heuristischen Verfahren
KonferenzHistoCrypt