Highlights im Wintertrimester 20

19 Dezember 2019

Das Zentralinstitut studium plus bietet im Wintertrimester 20 folgendes Highlight an:

 Holocaust und Erinnerungskultur: Veranstaltung mit der Zeitzeugin Henriette Kretz

Foto_Kretz_tif.tifWir freuen uns, auf eine besondere Veranstaltung im Wintertrimester 2020 hinzuweisen: Im Rahmen des studium plus-Seminars „Holocaust und Erinnerungskultur“ wird am 1. Februar 2020 mit Frau Henriette Kretz aus Antwerpen ein Zeitzeugengespräch über den Holocaust stattfinden. Das Seminar wird geleitet von Dr. Tamás Kanyo-Fischer, der sich gemeinsam mit den TeilnehmerInnen des Seminars dem Umgang mit Erinnerung an den Holocaust widmet und historische wie ideologische Hintergründe der NS-Verfolgungspolitik aufarbeitet.

Henriette Kretz wurde am 26. Oktober 1934 im polnischen Stanisławów (heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) geboren. Seit 1935 lebte die Familie in der Nähe von Opatów im südöstlichen Polen, wo Henriette Kretz‘ Vater als Arzt tätig war.

Im Herbst 1939 musste die Familie zuerst nach Lemberg, dann ins Sambor fliehen, wo ihr Vater Direktor eines Sanatoriums für tuberkulosekranke Kinder wurde. 1941 zwangen die Nazis die Familie in den jüdischen Stadtbezirk, der kurz darauf in ein Ghetto umgewandelt wurde. Mit der Hilfe nichtjüdischer Bekannter und durch Bestechungen gelang es Henriettes Vater wiederholte Male, die Familie vor der Erschießung zu retten und aus dem Gefängnis zu befreien. Henriette Kretz überlebte die NS-Zeit in einem katholischen Nonnenkloster. Ihre Eltern waren vor ihren Augen erschossen worden.

Nach dem Krieg studierte Henriette Kretz in Antwerpen Kunstgeschichte und ging 1956 als Französischlehrerin nach Israel. 1969 kehrte sie nach Antwerpen zurück. Für das Maximilian-Kolbe-Werk ist Henriette Kretz seit vielen Jahren als Zeitzeugin aktiv.