Ab 01.10.2019: Praktikumsbeauftragte der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften. Praktikumsanträge sowie Praktikumsberichte sind bei Frau Barbara Schmidt, Gebäude 33, Raum 3171 abzugeben.

 

Assoziierte Wissenschaftlerin des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO), Halle (Saale)

 

Laufendes Forschungsprojekt mit dem Titel: „Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik im Osten Kameruns: Menschliche Sicherheit von Flüchtlingen und Bürgern der gastgebenden Gemeinden im Kontext der Hilfsangebote durch humanitäre Organisationen"

 

Zusammenfassung:

Humanitäre Krisen mit steigenden Flüchtlingszahlen und Binnenvertriebenen erregen zunehmend die Aufmerksamkeit von Politikern, humanitären Hilfsorganisationen und Forschern. Allein im Jahr 2017 wurden mehr als 68 Millionen Menschen vertrieben, die Hälfte davon Kinder. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Druck auf humanitäre Hilfsorganisationen zunimmt, wirksame Strategien zur Verbesserung des Status der menschlichen Sicherheit denjenigen anzubieten, die gezwungen sind, aus ihren Heimatländern oder Heimatgebieten zu fliehen, d.h. Flüchtlinge und Binnenvertriebene. Zunehmend unterstützen diese Hilfsorganisationen auch jene Gemeinden, bzw. deren Bürgerinnen und Bürger, die Flüchtlinge und Binnenvertriebene aufgenommen haben, um Konflikten zwischen der einheimischen und zugereisten Bevölkerungsgruppe vorzubeugen. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Flüchtlinge im globalen Durchschnitt 26 Jahre als Schutzsuchende im Gastland verbleiben, bevor sie in ihr Heimatland zurückkehren können.

Die menschliche Sicherheit befasst sich mit zwei grundlegenden menschlichen Ansprüchen, nämlich der Freiheit von Mangel und der Freiheit von Angst. Diese beiden Säulen sind von dem Recht auf ein menschenwürdiges Leben geprägt. Das Konzept der menschlichen Sicherheit betont den Schutz des einzelnen Individuums (und nicht den Schutz des Bürgers) vor chronischen und plötzlichen Bedrohungen sowie die Sicherung seines Überlebens, seines Lebensunterhalts und seiner Würde. Darüber hinaus konzentriert sich das Konzept der menschlichen Sicherheit nicht auf die territoriale Sicherheit von Einzelpersonen als Bürger (zu der auch Binnenvertriebene und Mitglieder von Aufnahmegesellschaften gehören würden) sondern allgemeiner, auf die Sicherheit von Einzelpersonen als Individuen (dazu gehören Binnenvertriebene, Flüchtlinge und Aufnahmegesellschaften). Damit ist es ein idealer konzeptioneller Rahmen für die Analyse des Zusammenspiels von humanitären Hilfsstrategien und der menschlichen Sicherheit der betrachteten Zielgruppe, insbesondere die der Flüchtlinge aber auch die der Bürgerinnen und Bürger von Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen.

In diesem Zusammenhang wird sich das geplante Forschungsvorhaben mit dem Flüchtlingsstrom aus der Zentralafrikanischen Republik im Landkreis Kadey der östlichen Region Kameruns befassen. Im Landkreis Kadey entspricht der Anteil der Flüchtlinge 18.2% der etwas mehr als 800,000 Bewohner. Dies stellt eine ungeheure humanitäre Belastung für Kamerun dar. Der analytische Rahmen der des Forschungsvorhabens basiert, wie oben erläutert, auf dem Konzept der menschlichen Sicherheit. Methodisch setzt das Forschungsvorhaben auf einem gemischten Methodenansatz auf, d.h. qualitative und quantitative Primär- und Sekundärdaten werden gesammelt und analysiert. Quantitative Primärdaten werden über das Statistische Paket für die Sozialwissenschaften (SPSS) analysiert. Es werden empirische Daten für Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik erhoben, wobei die Stichprobe sowohl Flüchtlinge umfassen soll, die in Flüchtlingslagern untergebracht sind als auch solche, die dezentral logieren. Dabei sollen sowohl Frauen als auch Männer interviewt werden. Kinder sollen innerhalb der qualitativen Forschung „zu Wort" kommen. Weiterhin werden kamerunische Bürger aus den Gemeinden interviewt werden, die Flüchtlinge entweder in einem Lager oder dezentral aufgenommen haben. Insbesondere im Kontext stärker werdender Spannungen ist es zentral zu eruieren, welchen Effekt die Anwesenheit von Flüchtlingen auf die menschliche Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in den Aufnahmegemeinden hat. Dieser Tatsache tragen immer mehr humanitäre Hilfsorganisationen insofern Rechnung als sie nicht nur Strategien für die Flüchtlinge sondern auch für die aufnehmenden Gemeindemitglieder anbieten. Im Rahmen der Kontrollgruppe werden zudem Bürgerinnen und Bürger in Gemeinden ohne Flüchtlinge befragt. Auf der Basis einer mehrstufigen Stichprobenziehung ist geplant ca. 3500 Individuen mittels Fragebogen zu befragen, um eine repräsentative Stichprobe der Flüchtlinge als auch der Bürgerinnen und Bürger in den Schutz bietenden kamerunischen Gemeinen zu konstruieren.

Ziel des geplanten Forschungsvorhabens ist es, den Status und die Triebkräfte der menschlichen Sicherheit von Flüchtlingen und den Mitgliedern der Aufnahmegemeinden in Ostkamerun im Rahmen von verschiedenen Hilfsstrategien humanitärer Organisationen besser zu verstehen.

 

Gefördert durch die Universität der Bundeswehr, München

Laufzeit: 2019-2021

Projektleiterin: Prof. Dr. Gertrud Buchenrieder (UniBw München)

Partner: Dr. Azibo Roland Balgah: University of Bamenda, Bamenda, Cameroon

Doktorandin: Frau Tabi Cherrycharry Agwa

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Laufendes Forschungsprojekt mit dem Titel „Soziale Vergleiche und Ungleichheit – Wahrnehmungen von Ungleichheit durch soziale Vergleiche und deren Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden: Eine Mikro-Studie zu Referenzgruppen"

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 2019-2021

Projektleiterinnen: Prof. Dr. Gertrud Buchenrieder (UniBw, München) & Dr. Judith Möllers (IAMO)

Projektmitarbeiter:

Dr. Thomas Dufhues (Leitender Wissenschaftler)

Dr. Antje Jantsch (Nachwuchswissenschaftlerin)

 

Schwerpunkte in der Lehre

Im Bachelor steht die Vermittlung von grundlegenden volkswirtschaftlichen Theorien im Mittelpunkt der Lehre. Eine zentrale Frage ist, wie sich aus wohlfahrtsökonomischer Sicht staatliche Eingriffe in einer Marktwirtschaft rechtfertigen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf außenwirtschaftlichen Fragestellungen, wobei die wirtschaftliche Integration zum einen global und zum anderen auf der Ebene der Europäischen Union thematisiert wird.

Weiterhin werden theoretische Zusammenhänge zwischen verschiedenen Aspekten der menschlichen Unsicherheit und nachhaltiger Entwicklung vermittelt, dabei werden u. a. Fallbeispiele aus Afrika südlich der Sahara zur Verdeutlichung herangezogen.

Im Master of Security Studies (MISS), der durch die Universität der Bundeswehr München und das George C. Marshall European Center for Securities Studies in Garmisch-Partenkirchen gemeinsam angeboten wird, bringt das Modul „Security and Development“ den Studierenden die sozioökonomischen Zusammenhänge der sozioökonomischen Entwicklung auf der Basis des Konzepts der menschlichen Sicherheit näher, d. h. mit Blick auf die Freiheit von Mangel und Furcht.