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Die Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft beschäftigt sich mit der Theorie und Geschichte der Erziehung und Bildung. Sie erforscht die Entstehung und den Wandel pädagogischer Leitmotive und Zielvorstellungen, die jede Praxis bewusst oder unbewusst legitimieren und beeinflussen. Ihr Auftrag ist die kritische Reflexion und Ausarbeitung pädagogischer Begriffe, zentraler Wissensbestände und normativer Handlungsorientierungen, in die philosophische, anthropologische und ethische Grundannahmen mit eingeflossen sind.
Es gilt demnach, das implizite, vorwissenschaftliche Wissen über Erziehung und Bildung, das Menschen allein dadurch teilen, dass niemand 'nicht erzogen' bzw. 'gänzlich ungebildet' ist, mit den Methoden der geisteswissenschaftlichen Forschung in explizites Wissen zu überführen. Die Professur knüpft in ihrem Selbstverständnis bei der traditionell engen und vielschichtigen Verbindung zwischen Pädagogik und Philosophie an. Sie folgt somit der Maßgabe, dass Allgemeine Pädagogik nicht einen "Restbestand an 'allgemeinen' Fragen und Themen" meint, "der übrig bleibt, wenn sich die Erziehungswissenschaft im Prozess ihrer Ausdifferenzierung in immer mehr Spezialdisziplinen aufspaltet" (Winfried Böhm), sondern ihnen gemäß der Leitfrage nach der Grundstruktur und der Eigenart pädagogischen Handelns allen zugrunde liegt.