CODE-Studienpreis 2024

19 Dezember 2024

Das Forschungsinstitut Cyber Defence (CODE) zeichnet gemeinsam mit der Firma Giesecke+Devrient GmbH die Abschlussarbeit von Annika S. mit dem CODE-Studienpreis 2024 aus. In ihrer Masterarbeit befasste sich die Studentin mit der Entwicklung neuer Cybersicherheits-Szenarios und ging methodisch dabei innovative Wege. Der CODE-Studienpreis wurde im Rahmen der großen Masterfeier am 14. Dezember 2024 auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München verliehen.

Die Zunahme von Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen oder die Cyberangriffe im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sind nur zwei Beispiele für die zahlreichen Herausforderungen, denen sich Regierungen und Staaten derzeit gegenübersehen. Gleichzeitig wird die Cybersicherheit in ganz Europa dank der von der Europäischen Union (EU) formulierten Richtlinien stetig verbessert. Um jedoch das Ziel eines einheitlichen Sicherheitsniveaus zu erreichen, ist u. a. auch die Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern zu allen Themen der Cybersicherheit entscheidend.

Im Rahmen des vom European Defence Fund geförderten Forschungsprojekts NEWSROOM werden Systeme und Methoden für das Cyber-Situationsbewusstsein entwickelt. Vor diesem Hintergrund war das Ziel der Arbeit, Workshops zu konzipieren, durchzuführen und auf der Grundlage der Workshop-Ergebnisse verschiedene Szenarios der Cybersicherheit in der EU zu entwickeln.

Als methodischer Rahmen der Arbeit diente der Design-Science-Ansatz für die Entwicklung eines innovativen Workshop-Formats. Aufbauend auf einer State-of-the-Art Analyse wurden innovative effektive, ansprechende Workshops konzipiert und durchgeführt. Aus den Ergebnissen der Workshops wurden  Angriffsvektoren und Mitigationsmaßnahmen abgeleitet. Im Ergebnis präsentiert die Arbeit eine Sammlung von acht verschiedenen, neuartigen Cybersicherheits-Szenarios.

In ihrer Masterarbeit „Szenarioanalyse im Rahmen des Projekts NEWSROOM“ hat Annika S. ein innovatives Format entworfen, das die Entwicklung von Cybersicherheits-Szenarios in einem kollaborativen Setting ermöglicht. Das Format ist dabei auf die Anforderungen des Forschungsprojekts NEWSROOM abgestimmt ist: es adressiert die Sicherheit kritischer Infrastrukturen, die militärische Domäne, Angreifer- und Verteidigersicht und vor allem die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Auch zeigt ihr Format auf, wo Expertinnen und Experten potenzielle Bedrohungen vermuten und wie schwierig es ist, auf europäischer Ebene eine Kooperation zu definieren.

Annika S. hat mit internationalen Partnern des Forschungsprojekts NEWSROOM Szenario-Workshops durchgeführt und diese moderiert, hat die Ergebnisse gesichert und analysiert, um letztendlich die Szenarios zu entwickeln. In ihrer Arbeit hat sie konzeptionelles Neuland betreten und konnte durch Kreativität, Kompetenz und ihre Fähigkeiten in der Moderation sowie der Analyse und dem Design der Szenarios überzeugen. Ihre Masterarbeit gibt der Cybersicherheits-Forschung – nicht nur im Projekt NEWSROOM – neue Impulse.


Teaserbild: Prof. Geralt Siebert (l.), Prof. Karl-Heinz Renner (2.v.l.), Präsidentin Eva-Maria Kern (3.v.l.) und die Preisträgerinnen und Preisträger der diesjährigen Studien- und Sonderpreise nach der Preisverleihung. (Foto: © Universität der Bundeswehr München/Siebold)