Münchner Merkur: Die Angreifer im Internet schlafen nie

11 April 2019

Freising Da tut Gegenwehr Not, damit man den Angreifern im Netz zuvor kommen und die Attacken abwehren kann, bedarf es einer fortwährend aktualisierten Strategie. Ein weites Feld und ein eigener Forschungszweig wie sich jetzt beim „Wintervortrag“ des örtlichen Reservistenverbandes im Rathaus zeigte: Da referierte Professor Arno Wacker vom Institut für Informatik an der Bundeswehr-Universität München zum Thema „Die Bedrohung durch Cyberkrieg – Das Forschungsinstitut Cyber Defence (Code) an der Universität der Bundeswehr als Antwort“.

Mit einem Referat, einem Fachvortrag und dem Hinweis auf „innovative technische Neuerungen und Konzepte zum Schutz von Daten, Software und IT-Systemen“ sei es nicht getan, betonte der Wissenschaftler. Man müsse vierlmehr ständig auf der Hut vor Attacken sein. Er führte zusammen mit seinem Mitarbeiter Christoph Ruhl vor, wie leicht es ist, in einen Computer, ja in ein ganzes System einzudringen und einen Rechner zu manipulieren. „Das geht binnen zehn Sekunden, da muss die Sekretärin nur mal schnell einen Kaffee holen gehen“, erklärte Wacker: Nur schnell einen USB-Stick eingesteckt und schon habe man Zugriff auf Daten. Als die beiden Wissenschaftler das live vorführten, staunten die rund 80 Besucher nicht schlecht.

Dateien hochzuladen sei tatsächlich kein Problem. Sogar eine Webcam, um zu sehen wer vor dem Rechner sitzt, könnte laut Wacker und seinem Assistenten von „außerhalb“ eingeschaltet werden. Ein Angreifer müsse nicht vor Ort sein, um Hand an den Rechner zu legen, den er manipulieren will, denn: Eine einfache E-Mail, ein unachtsam angeklickter Anhang reichten schon aus, um ins Programm eindringen zu können. Wacker und Ruhl machten es vor Ort anschaulich. Auf die Frage, ob derlei Angriffe rückverfolgbar seien, gab es von Wacker eine ernüchternde Antwort: „In 90 Prozent aller Fälle nicht.“

Quelle: Alexander Fischer, Müncher Merkur, April 2019


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