
Bei der im Labor für Strömungsmaschinen vorhandenen Kaplanturbinenanlage kann das Betriebsverhalten einer Modell-Kaplanturbine der Firma Voith untersucht werden.
Der am Eintritt in die Turbinenstufe über eine radiale Kreiselpumpe erzeugte Wasserdruck entspricht im Auslegungspunkt der Turbine einer Fallhöhe von h = 6,1 m. Die in der Turbine umgesetzte Energie wird in einem Gleichstrom-Generator in Strom umgewandelt und anschließend ins öffentliche Stromnetz eingespeist.
Technische Daten
| Fallhöhe: 6,1 m |
Wasserstrom: 113l/s |
Nenndrehzahl: 3000 min-1 |
Generatorleistung: ca. 8 kW |
Leistungsregelung
- Bypass(leitung)
- Leit- und Laufschaufelverstellung
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Durch eine Änderung der Leitradöffnung kann der Massenstrom und damit die Turbinenleistung variiert werden. Dies bewirkt in der Regel eine ungünstige Anströmung des Laufrades und damit eine Erhöhung der Stoßverluste bzw. eine Verschlechterung des Wirkungsgrades. Um diesen Nachteil zu kompensieren, kann bei der Kaplanturbine auch das Laufrad verstellt werden. Durch diese gekoppelte Leit- und Laufschaufelverstellung ist eine Optimierung des Wirkungsgradverlaufes (Hüllkurve) und damit eine Verbesserung des Teillastverhaltens möglich.

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Leitrad
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Laufrad
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Prüfstand

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1. Untersuchung von Kativationserscheinungen
Bei einer Kaplanturbine kann am Turbinenaustritt der Wasserdruck örtlich unterhalb des Dampfdrucks sinken. An diesen Stellen bilden sich Dampfbalsen. Man spricht hier von Kavitation. Wandern diese Dampfblasen nun in Gebiet höheren Drucks, dann implodieren sie. Die dabei freiwerdenden Kräfte sind enorm und können unter Umständen das Laufrad zerstören. Am Prüfstand wurde deswegen bewusst ein besonders weiches Material für das Laufrad gewählt. Um diese Kavitationserscheinungen näher betrachten zu können, ist das Turbinengehäuse am Turbinenaustritt aus Plexiglas gefertigt. Das Laufrad wird mit einem Stroboskop so beleuchtet, dass für den Betrachter ein scheinbar stehendes Bild entsteht.
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Kavitation an der Schaufelblattspitze
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Kavitation an der Narbe
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2. Einspeisung des vom Generator erzeugten Stroms
3. Druck- und Temperaturmessung an verschiedenen Stellen der Anlage
4. Venturidüse zur Volumenstrom-Bestimmung
5. Variation des Turbinenaustrittdrucks mit Hilfe einer Vakuumpumpe