Gesunde Führung zwischen Führungskräften
17 Februar 2026
Wie wirkt gesundheitsorientierte Führung, wenn Führungskräfte selbst geführt werden? Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Studie von Susanne Beyerlein und Hendrik Hüttermann gemeinsam mit den Kolleg:innen Annika Krick und Jörg Felfe von der HSU Hamburg, die nun in der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie veröffentlicht wurde.
Im Fokus der Studie steht das Konzept der gesundheitsorientierten Führung (Health-Oriented Leadership). Dieses umfasst zwei zentrale Komponenten: SelfCare, also den achtsamen Umgang von Führungskräften mit der eigenen Gesundheit, sowie StaffCare, die gesundheitsbezogene Unterstützung von Mitarbeitenden. Während die positiven Effekte gesundheitsorientierter Führung auf Mitarbeitende gut belegt sind, ist bislang sehr wenig darüber bekannt, unter welchen Bedingungen gesundheitsorientierte Führung entsteht und insbesondere wie sie sich zwischen Führungsebenen überträgt.
Die Studie zeigt, dass die gesundheitsorientierte Führung höherer Führungsebenen das Verhalten nachgeordneter Führungskräfte nicht direkt, sondern indirekt beeinflusst. Eine zentrale Rolle spielt dabei die SelfCare der nachgeordneten Führungskräfte: Nur wenn diese selbst auf ihre Gesundheit achten, können sie ihre Mitarbeitenden konsequent gesundheitsförderlich unterstützen. Zudem verdeutlichen die Ergebnisse, dass stigmatisierende Einstellungen gegenüber betrieblicher Gesundheitsförderung diese Übertragungsprozesse beeinträchtigen können.
Die Studie liefert damit wichtige Erkenntnisse über die Mechanismen gesundheitsorientierter Führung jenseits einfacher „Trickle-Down“-Annahmen und unterstreicht die Bedeutung organisationaler Rahmenbedingungen für nachhaltige Gesundheitsförderung in Unternehmen.
Ein Volltext der Studie ist hier frei verfügbar.