Förderung durch

  • Deutschland: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); FKZ 13N15070 bis 13N15076
  • Österreich: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie; Projektnummer 867015

Ausgangslage und Motivation

Die Internationalisierung und Digitalisierung bei Produktion und Handel führt zu hochkomplexen und vernetzten Strukturen. Daher haben Österreich und Deutschland beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und auf bilateraler Ebene gemeinsam zu forschen,
um sicherheitsrelevante Handelsketten bestmöglich zu schützen. Die Skandale um EHEC und Fipronilhaben gezeigt, dass die Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit der Lieferkette nicht nur im Krisenfall wichtig sind. Informationssysteme spielen dabei eine zentrale Rolle und neue Technologien können helfen, diese möglichst sicher zu gestalten.

Zielsetzung

Das Projekt NutriSafewill Distributed-Ledger-Technologie in Wertschöpfungsketten einsetzen, um die Resilienz dieser Wertschöpfungsketten zu erhöhen und Akteuren, die bisher nicht in digitalen Prozessen beteiligt sind, eine einfache und auch sichere Anbindung an digitale Prozesse der Wertschöpfungskette in Lebensmittelproduktion und -logistik zu ermöglichen.

Das Zielvon NutriSafeist es daher, zunächst die Resilienz der Lebensmittelversorgung sowie die Reaktion der Wertschöpfungskette auf Störungen für die Industriestandorte Deutschland und Österreich grundlegend zu untersuchen. Basierend auf diesen Untersuchungen soll in der Folge ein Baukasten an Technologien, Datenmodellen, Geschäftsprozessen, Servicearchitekturen und Geschäftsmodellen mit Distributed-Ledger-Technologie sowie Handlungsempfehlungen bereitgestellt werden und somit die Resilienz von Wertschöpfungsketten erhöht werden. Dieser Baukastensoll vor allem KMU – für welche die Einfachheit der Technologie sowie Kosteneffizienz besonders wichtig sind – adressieren. Daher wird der Baukasten für KMU zielgerichtet und auf Open-Source-Technologie aufbauend entwickelt.

Zwei Szenare leiten und motivieren die Forschung

Im Szenario 1 – das im Schwerpunkt vom deutschen Konsortium entwickelt wird – werden Supply Chains der Lebensmittelproduktion mit kleinen und mittleren sowie industriellen Strukturen mit Unternehmen der Privatwirtschaft und Verbrauchern betrachtet. Verschiedene Formen der Integration der Supply Chain werden neuen Strukturen einer Supply Chain, die Distributed-Ledger-Technologie verwendet, gegenübergestellt. Themen sind Informationslogistik inkl. der Nachvollziehbarkeit von Transaktionen und unterschiedliche Formen der Steuerung der Supply Chain. Als Sicherheitsvorfälle werden betrachtet: kleine und mittlere Krisen wie Änderungen der Nachfrage oder Ausfall von Produktionskapazitäten genauso wie Cybervorfälle, die Dokumentation und/oder Produktions- und Steuerungsanlagen und damit die Lebensmittelsicherheit betreffen.

Im Szenario 2 – das im Schwerpunkt vom österreichischen Konsortium bearbeitet wird – soll ein Großschadensereignis betrachtet werden, das die Versorgung der Bevölkerung soweit beeinträchtigt, dass Produktion und Distribution von außen bspw. durch Behörden gesteuert werden müssen, um sicherzustellen, dass die verfügbaren Ressourcen gerecht verteilt werden.