Eric Nawroth, ehem. SaZ 12 und Absolvent des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, berichtet über seine Erfahrungen im Studium für ausscheidende Zeitsoldaten an der Universität der Bundeswehr München.

casc: Herr Nawroth, als ehemaliger Feldwebel haben Sie nun den Bachelorabschluss in der Tasche und sind direkt nach dem Studium in das zivile Berufsleben eingestiegen. Wer ist Ihr aktueller Arbeitgeber und in welcher Position sind Sie dort tätig?

ERIC NAWROTH: Aktuell bin ich als Assistent und Vertretung der Geschäftsführung bei der Eispiraten Crimmitschau GmbH tätig. Die Eispiraten Crimmitschau GmbH nimmt mit einer Profieishockeymannschaft am Spielbetrieb in der 2. Deutschen Eishockeyliga teil. Zu meinem Aufgabenbereich zählen die Steuerung von Gastronomie und Catering, Einkauf und Produktion sowie der Onlinevertrieb. Des Weiteren bin ich für die Führung der Mitarbeiter des Vertriebes sowie der Mitarbeiter des Facility-Managements verantwortlich.

Wie kamen Sie darauf, als Zeitsoldat den Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität der Bundeswehr München zu studieren?

Ich bin eher durch Zufall über die Website dienstzeitende.de darauf gestoßen. Zum damaligen Zeitpunkt war der Studiengang bei den BFD-Beratern noch recht unbekannt. Ich habe mich zunächst mit dem Begriff Wirtschaftsingenieur beschäftigt und welche beruflichen Perspektiven sich bieten, was letztlich ausschlaggebend für die Wahl des Studienganges war. Jedem Absolventen bietet sich eine breite Palette an Möglichkeiten bezüglich der Jobauswahl an. Egal, ob technisch oder kaufmännisch.

Warum haben Sie sich gerade für den WING-Studiengang an der Universität der Bundeswehr München entschieden?

Hier hat einfach das Gesamtpaket überzeugt. Der WING-Studiengang ist passgenau auf Zeitsoldaten zugeschnitten, was den zeitlichen Ablauf und die fachlichen Inhalte betrifft. Ich habe natürlich auch in der Nähe meines Wohnortes nach passenden Studienplätzen geschaut, dann aber recht schnell gemerkt, dass es nicht so richtig passt. Trotz des wöchentlichen Pendelns habe ich mich nach Rücksprache mit meiner Familie am Ende für das Studium an der Universität der Bundeswehr in München entschieden. Mit meinem persönlichem BFD Berater war ich mir sehr schnell einig.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Studium an der Universität der Bundeswehr München?

Es wird individuell und einzeln auf jeden eingegangen. In den Jahrgängen sind in der Regel höchstens 25 Studierende, was den Ablauf der Vorlesungen natürlich positiv beeinflusst. Auch die kurzen Wege zwischen Hörsaal und Unterkunft, die kostenfrei ist, sind hervorzuheben. Bei allen Studierenden handelt es sich um ehemalige Soldaten, welche unterschiedliche Bildungsabschlüsse haben. Im Zuge der angebotenen Vorbereitungsphase werden alle Teilnehmer auf einen gemeinsamen Stand gebracht, welches den Einstieg in das Studieren deutlich erleichtert.

Wie haben Sie Ihre eigene Startphase in Erinnerung?

Die Vorbereitungsphase war zunächst nicht leicht. Man wurde doch recht schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, gerade was die Fächer Mathematik und Physik betrifft. Der Einstieg in das Studium selbst begann mit der 12-monatigen Fernstudienphase. Ich empfinde dies als ideal. So wird der Student langsam herangeführt und kann sich perfekt auf die Präsenzstudienphase vorbereiten. Durch die Fernstudienphase war der Übergang zur Präsenzstudienphase recht unkompliziert. Es galt eigentlich nur, sich an den vollen Stundenplan zu gewöhnen, welcher bedingt durch das Studieren in Trimestern immer recht gut gefüllt war.

Was waren aus Ihrer Sicht die größten Hürden?

Wie bereits erwähnt, waren gerade Fächer wie Mathematik, Physik und Technische Mechanik eine große Herausforderung. Dennoch sollten auch die anderen Fächer nicht unterschätzt werden. Um am Ende der Module ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, kommt man um das Lernen nicht herum. Viele Jahre nach dem Verlassen der Schule ist das wohl eine der größten Hürden, welche es zu überwinden gilt. Hier ist einiges an Selbstdisziplin gefragt, man befasst sich beinahe täglich mit den Inhalten, oft bis spät in die Abendstunden hinein. Wer diese Hürde meistert, auch mit Hilfe der Lerngruppen, die aus 4-5 Mitstreitern bestehen, dem steht auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss nichts mehr im Weg.

Diesen Herausforderungen haben Sie sich erfolgreich gestellt. Wie zufrieden waren Sie in diesem Zusammenhang mit der Betreuung an der Universität der Bundewehr München?

Die Betreuung während des Studiums kann als vorbildlich bezeichnet werden. Jedem Teilnehmer wird immer Gehör geschenkt und sich dessen Problemen angenommen. Dabei ist es gleich, ob es die betreuende Professorin, den betreuenden Professor, die Studiengangsleitung oder Programmkoordination betrifft. Alle waren zu jeder Zeit offen für ein Gespräch.

Nach dem Bachelorabschluss konnten Sie sofort in den zivilen Beruf starten. Was hat Ihnen der WING-Studiengang bisher für Jobeinstieg und Karriere gebracht?

Der Jobeinstieg verlief für mich ohne jegliche Probleme. Ganz im Gegenteil, ich hatte sogar die Qual der Wahl: Ob Automobilhersteller, technische Prüforganisation oder - wie aktuell -sogar der Profisport, der Einstieg in den Berufsalltag hätte nicht optimaler laufen können. Nun gilt es, entsprechende Berufserfahrung zu sammeln. Rückblickend konnte das Studium meine Erwartungen erfüllen, weil es mich sehr gut auf den Berufsalltag vorbereitet hat. Besonders positiv wirkt sich auch die Auswahl der Dozierenden auf das Studium aus. Diese kommen aus ganz Deutschland von den unterschiedlichsten Hochschulen. Das Studium ist in vielen Unternehmen ein Türöffner für höhere Führungspositionen.

Das WING-Studium gilt als besonders praxisorientiert. Inwieweit hilft Ihnen das erworbene Wissen heute in Ihrem beruflichen Alltag?

Es hilft mir sehr weiter. Aktuell sind es vor allem die wirtschaftlichen Fächer, die mir sehr weiterhelfen. Ohne das Studium hätte ich in meinem jetzigen Job wohl keine Chance gehabt.

Haben Sie abschließend noch ein paar persönliche Tipps für unentschlossene Kameradinnen und Kameraden parat?

Ich kann jedem nur raten, der sich mit dem Gedanken trägt, den Studiengang zu belegen, an einem der angebotenen Informationstage vorbei zu schauen. Dort wird alles explizit erklärt, und es werden individuelle Fragen beantwortet. Das Studium bietet - vorausgesetzt man ist bereit, sich auch außerhalb der Vorlesungszeit mit dem Stoff auseinander zu setzen - für jeden eine berufliche Bereicherung. Wer die Chance dazu hat, sollte diese auf jeden Fall nutzen. Die Bedingungen vor Ort sind einmalig, individuell auf ausscheidende Soldaten zugeschnitten, und nicht mit anderen Bildungseinrichtungen zu vergleichen.

Zur Person:

Eric Nawroth wurde 1983 in Werdau geboren. Als SaZ 12 absolvierte er seine Feldwebellaufbahn als Feldjägerfeldwebel in Berlin und Leipzig. Im letzten Dienstjahr vor dem BFD war er bei der Karriereberatung der Bundeswehr des Karrierecenter Erfurt eingesetzt. Im Rahmen seiner Berufsförderung nahm er ab April 2014 das Bachelorstudium WING an der UniBw München auf. Der Eintritt in den BFD und das Vollzeitstudium erfolgte zum 1.10.2015, bevor er zum 30.09.2017 aus der Bundeswehr ausschied. Sein Bachelorstudium schloss er im Frühjahr 2018 erfolgreich ab und begann unmittelbar danach seine zivile Karriere als Assistent der Geschäftsführung bei der Eispiraten Crimmitschau GmbH.

Text & Interview: Dr. Sabine Schmalzer, casc. Das Interview erschien erstmals in der Februarausgabe "Die Bundeswehr", S. 49.

Infos zum Studium und persönliche Beratung unter Tel.: 089 6004 2496 oder per Mail unter: sabine.schmalzer@unibw.de