Dr. Rudolf Adam trat nach einem Studium in Tübingen, Oxford und München 1976 in den Auswärtigen Dienst ein. Nach ersten Stationen in Singapur und Peking wurde er 1984 Redenschreiber bei Bundspräsident Richard von Weizsäcker. 1987 folgte eine Verwendung als politischer Referent an der Botschaft Moskau; dort erlebte er nicht nur die deutsche Wiedervereinigung sondern auch den Zusammenbruch des kommunistischen Systems und die Auflösung der Sowjetunion.

1991 bis 1995 erarbeitete er im Planungsstab strategische Perspektiven für die östliche Nachbarschaft des vereinigten Deutschland. 1995 wurde er Leiter des Grundsatzreferates in der Abrüstungsabteilung, 1998 Europäischer Korrespondent; 1999 wurde auf dem EU-Gipfel in Köln die Europäische Gemeinsame Außenpolitik um eine sicherheits- und verteidigungspolitische Komponente bereichert.

2001 ging Adam als Vizepräsident zum BND; wenige Monate später stellten die Attentate vom 9. September den Dienst vor völlig neue Herausforderungen. 2004 wurde Adam Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, die kurz zuvor von Bonn nach Berlin umgezogen war.

2008 ging Adam als Gesandter nach Moskau, kurz nachdem Finanzkrise und der Georgienkrieg das Verhältnis zu Russland erheblich belastet hatten. 2011 ging Adam auf seinen letzten Posten als Gesandter nach London, wo er von 2013 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2014 als Geschäftsträger die Botschaft führte.

Adam hat vielfältig zu Sicherheitsthemen publiziert. Seine breite Erfahrung in vier Regierungsstellen (AA, Bundespräsidialamt, Bundeskanzleramt und Bundesverteidigungsminisgterium) haben ihm vielfältige Kontakte verschafft und ihn ein vielschichtiges Herangehen an komplexe Sicherheitsprobleme gelehrt. Adam lebt im Ruhestand in Prien am Chiemsee.