Aktuelle Dissertationsprojekte

Forschungsprojekte

 

Humanressourcen-Management

 

Personalmanagement unter Perspektive der Dienstleistungsforschung

Untersuchungen belegen, dass die Personalabteilungen in den Unternehmen verstärkt beim Management einen schlechten Ruf haben. Den „Personalern“ wird vielfach die Kompetenz abgesprochen, nach betriebswirtschaftlichen Methoden zu arbeiten. Hinzu kommt der (scheinbar) fehlende Wertbeitrag des Personalmanagements zum Unternehmenserfolg. Gleichzeitig nehmen die Herausforderungen an die Personalabteilungen in Zeiten der Demographie, Internationalisierung, Beschleunigung und Flexibilisierung der Wirtschaftswelt zu. Diese Anforderungen müssen mit einer effektiven und effizienten Steuerung der Personalmanagement-Aufgaben vereint werden.

Ziel des Forschungsprojektes: Ziel der Dissertation ist es, Aufgaben der Personalabteilung im Unternehmen als Dienstleistung zu beschreiben und zu untersuchen, inwieweit sich Instrumente des Dienstleistungsmanagements auf diese anwenden lassen. In diesem Zusammenhang stellt sich u.a die Frage, wer Kunden der unternehmensinternen Personalarbeit sind, wie sich deren Bedürfnisse vereinbaren lassen und wie Prozesse im Personalmanagement sowie eine Ergebnismessung gestaltet werden können.

Theoretischer Hintergrund und Methode: Als theoretischer Ausgangspunkt dienen zum einen die Erkenntnisse des Human Resource Management – Ansatzes sowie die der Dienstleistungsforschung. Letztere insbesondere dahingehend, welche Kriterien für erfolgreiches Dienstleistungsmanagement  zu beschreiben sind. Auf Basis einer theoretisch-abstrakten Diskussion werden die Erkenntnisse  praxisorientiert im Sinne von Fallstudien auf die Personalgewinnung als Bestandteil des Aufgabenportfolios der Personalabteilung anwendet und überprüft.

Kontakt: Stefan Döring

 

Weiterentwicklung internationaler Personaleinsatzstrategien in der AUDI AG

Auf Grund der zunehmenden Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten der AUDI AG steigt die Bedeutung des internationalen Personaleinsatzes, über alle hierarchischen Ebenen hinweg, stark an. Für das Jahr 2013 lassen sich ca.1000 Entsendungsfälle (inkl. Rückkehrer) prognostizieren und eine ähnlich hohe Anzahl an Impatriates (ca. 750). Diese hohen Entsendungszahlen führen, sowohl auf Unternehmens- wie auf Mitarbeiterebene, zu komplexen Anforderungen und Herausforderungen die es zu identifizieren und aufeinander abzustimmen gilt.

Forschungsziel: Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojekts besteht darin, wissenschaftlich und methodisch fundiertes Wissen und praktisch-anwendbare Konzepte bereitzustellen, um den internationalen Personaleinsatz der AUDI AG auch in Zukunft erfolgreich zu gestalten. Dabei soll insbesondere den Fragen nachgegangen werden, wie geeignete, qualifizierte Mitarbeiter zu internationalen Einsätzen (evtl. globalen Karrieren) motiviert werden können und wie internationale Personalstrukturen, eine globale Unternehmenskultur, etc., vor dem Hintergrund bestehender Werthaltungen, vermittelt und umgesetzt werden können.

Theoretischer Hintergrund und Methode: Aufbauend auf der einschlägigen „Expatriation-Management-Literatur“ wurde ein Bezugsrahmen generiert, der eine weitreichende Übereinstimmung zwischen Unternehmens- und Mitarbeiterzielen als Idealzustand anstrebt. Zudem wurde ein Analyserahmen entwickelt, der Analyseperspektiven und entsprechende Abstimmungsprozesse aufzeigt und somit als Grundlage für die empirische Untersuchung genutzt werden kann. Im Rahmen einer qualitativen Vorstudie dienen semi-strukturierte Interviews als Möglichkeit relevante Themen aus Mitarbeiter- und Unternehmenssicht zu erfassen und abzugleichen. Die Erkenntnisse werden für eine vertiefende quantitativ-empirische Analyse der Mitarbeiterperspektive genutzt. Der differenzierte Untersuchungsansatz soll Aufschluss darüber geben, wie ein mehrdimensionaler Fit-Zustand hinsichtlich internationaler Personaleinsätze (in der AUDI AG) erreicht werden kann.

Kontakt: Armand Treffer

 

Professional Service Firms

 

Virtuelle internationale Zusammenarbeit in wissensintensiven Unternehmen - Eine empirische Analyse der individuellen Determinanten für einen erfolgreichen Wissensaustausch

Globalisierungsgetrieben und durch eine weltweit optimale Verteilung der Wertschöpfung nimmt die intra- und interorganisationale Kooperation von Unternehmen über zeitliche, räumliche und organisationale Grenzen hinweg stetig zu. Für den einzelnen Mitarbeiter bedeutet dies, dass die Zusammenarbeit und der Wissensaustausch mit internationalen Kollegen via digitaler Technologien bzw. Medien in verstärktem Maße zum Arbeitsalltag gehören. Dabei stellen die Virtualität sowie die Interkulturalität besondere Anforderungen an die Eigenschaften und Fähigkeiten des Einzelnen, um Wissen optimal austauschen zu können.

Ziel des Forschungsprojektes:Ziel der Forschungsarbeit ist es, die im Individuum begründeten Determinanten für einen erfolgreichen Wissenstransfer bei einer virtuellen internationalen Zusammenarbeit zu untersuchen. Wissen stellt für Unternehmen eine besonders wertvolle Ressource dar, die jedoch ihren Wert verliert, wenn sie nicht weitergegeben und genutzt wird. Daher soll analysiert werden, welche Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Mitarbeiters besonders wichtig sind, um im virtuellen internationalen Kontext erfolgreich Wissen austauschen zu können.

Theoretischer Hintergrund und Methode: Als theoretische Basis der Arbeit sowie für die Ableitung der Hypothesen dienen verschiedene Theorien zur virtuellen Zusammenarbeit, zum Wissensaustausch und zur Persönlichkeit, wie beispielsweise die Channel Expansion Theory, die Social Exchange Theory, die Social-cognitive Theory und das Big Five Modell der Persönlichkeit. Für die Untersuchung wird ein Forschungsansatz gewählt, der sich auf quantitative Methoden der Datenerhebung stützt. Dies umfasst die Entwicklung eines Fragebogens, die Durchführung einer Online-Umfrage sowie die Auswertung der Ergebnisse mit Hilfe einschlägiger Verfahren zur statistischen Hypothesentestung.

Kontakt: Sabine Hofinger

 

Die Wirklichkeit der Steuerung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – Eine Anwendung der Praxistheorie Wittgensteins auf den Wandel von Archetypen

Schrumpfende Margen und ein härter werdender Wettbewerb, aber auch immer größer werdende Organisationen verändern den Markt für Wirtschaftsprüfung. Es werden Rufe nach höherer Effektivität und Effizienz bei gleichzeitig höherer Prüfungsqualität laut. Diese beiden Ziele, hohe Prüfungsqualität und hohe Effizienz, müssen in den operativen Steuerungssystemen der Prüfungsgesellschaften miteinander vereint werden.

Ziel des Forschungsprojektes: Ziel des Forschungsprojekts ist es daher das Zusammenspiel von betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten und berufsständischen Regelungen in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu untersuchen. Dabei stellt sich die Frage, wie die Akteure in ihrem alltäglichen Handeln sowohl die betriebswirtschaftliche Logik als auch die berufsständische Logik vereinen und kombinieren.

Theoretischer Hintergrund: Als theoretischer Ausgangspunkt dient die Archetypentheorie, die den Wandel von berufsständisch zu managementorientierten Organsiationen im Feld der Professional Service Firms, beschreibt. Diese soll mit der auf Wittgenstein basierenden praxistheoretischen Konzeption von Theodore Schatzki kombiniert werden, um so eine stärkere Mikrofundierung des Forschungsfeldes zu ermöglichen.

Methode: Es wird ein Multimethodenansatz gewählt, der sich auf qualitative Forschungsmethoden stützt. Dabei soll auf semi-strukturierte Interviews, teilnehmende Beobachtung und Dokumentenanalysen zurückgegriffen werden.

Kontakt: Georg Loscher

 

Interaktion zwischen Inhouse Consultants und Clients - Erklärungsansatz für Inhouse Consulting

Die Organisationsform Inhouse Consulting hat sich in den letzten 25 Jahren von einer Randerscheinung zum Standard deutscher Großkonzerne entwickelt. Diese Entwicklung ist allerdings von der Strategischen Management- und Organisationsforschung nicht entsprechend aufgegriffen worden. Die wenigen bestehenden Studien reduzieren die Existenz von Inhouse Consulting nach wie vor mehrheitlich auf Kostenvorteile. Zudem fehlt ihnen oftmals der Praxisbezug.

Ziel des Forschungsprojektes: Ziel dieser Dissertation ist es, einen Erklärungsansatz für Inhouse Consulting zu erarbeiten, der auf der Praxis interner Beratungsprojekte aufsetzt. Darüber hinaus sollen Gestaltungsempfehlungen für Inhouse Consulting formuliert werden, die für die Managementpraxis relevant sind. Zu diesem Zwecke wird erstens die Perspektive derjenigen Akteure, die in ein internes Beratungsprojekt involviert sind, berücksichtigt: Inhouse Consultants und ihre Kunden. Zweitens werden ihre Zusammenarbeit, Arbeitsinhalte und -methoden analysiert. Zum Dritten werden die übergreifenden organisatorischen, finanziellen und sonstigen Rahmenbedingungen beleuchtet.

Theoretischer Hintergrund und Methode: Das übergreifende Thema Inhouse Consulting soll der Professional Service Firms-Forschung zugeordnet werden. Als theoretischer Bezugspunkt innerhalb der strategischen Management- und Organisationsforschung dient Strategy-as-Practice. Dadurch sollen sowohl theoretisch wie praxisrelevante Erkenntnisse gewonnen werden. Die Forschung basiert auf einer Triangulation qualitativer Methoden. Diese umfasst neben Experteninterviews, halbstrukturierte Leitfadeninterviews, Dokumentenanalysen und Introspektion.

Kontakt: Dorothee Wulfert-Markert

 

Organisationale Routinen

 

Die Rolle impliziten Lernens bei der Replikation organisationaler Routinen - Eine experimentelle Studie

Diese Studie führt zwei auf den ersten Blick wenig verwandte Forschungsfelder zusammen, das organisationstheoretische Forschungsfeld der organisationalen Routinen und das in der Psychologie angesiedelte Phänomen des impliziten Lernens. Organisationale Routinen sind als wesentlich für jede Art von Organisation zu verstehen und stellen ein Abbild ihrer typischen Abläufe dar. Routinen sind dabei durch Wiederholung, beobachtbare Muster und interdependente Handlungen verschiedener Akteure charakterisiert. Die Vervielfältigung von Routinen, auch Replikation genannt, ist heute eine wichtige Quelle zum Aufbau und zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen. Bisher lassen sich Routinen nur kostenintensiv und mit Abweichungen zur Quelle replizieren.

Forschungsziel: In dieser Studie wird untersucht, inwiefern durch implizites Lernen die mentalen Modelle von Routinen auf Individuumsebene angeglichen werden können, um die Variabilität in der Routinenausführung zu mindern und ein homogeneres Leistungsbild auch bei Replikation einer Routine zu verwirklichen. Durch das Analyselevel wird dabei zur Mikrofundierung von organisationalen Routinen beigetragen.

Theoretischer Hintergrund und Methodik: Aufbauend auf den Erkenntnissen der Dual-Prozess Theorie von Strack und Deutsch (2006) wird ein implizites Trainingsverfahren aus der klinischen Psychologie erstmals auf die wirtschaftswissenschaftliche Forschung übertragen. Dabei wird ein Experiment mit circa 80 Probanden durchgeführt, bei dem Prinzipien einer Routine implizit, also auf einer unbewussten Ebene erlernt werden.

Strack, F. und Deutsch, R., 2004. Reflective and impulsive determinants of social behavior. Personality and Social Psychology Review, 8(3), pp. 220-247.

Kontakt: Maximilian Eberl

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

 

Drittmittelprojekt IPOB

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Work-Life-Balance für Unternehmensberater ist der Fokus eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts, das Prof. Kaiser als Gastprofessor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt leitet.
 

Drittmittelprojekt FlinK

In diesem von Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt wird unter Leitung von Prof. Kaiser erforscht, wie Unternehmen neue Formen der Beschäftigung, insbesondere Freelancer, erfolgreich managen können. Mehr zu den Inhalten des Projekts sowie zu den Partnern aus Wissenschaft und Praxis finden Sie hier:
www.flink-projekt.de.


Personalethik - Die ethische Dimension personalwissenschaftlicher Forschung

Die Berücksichtigung ethischer Aspekte in der personalwissenschaftlichen Forschung ergibt sich nicht von selbst, sondern verlangt nach einem detaillierten Verständnis der Zusammenhänge ethisch und nichtethisch orientierter Forschung. Das Forschungsvorhaben rekonstruiert daher zunächst in theoretischer Perspektive die ethische Dimension der Personalwirtschaftslehre. Darauf aufbauend werden zur umfassenden Berücksichtigung ethischer Fragestellungen in der personalwissenschaftlichen Forschung Perspektiven eines personalethischen Forschungsprogramms aufgezeigt.
Kontakt: Dr. Arjan Kozica