Kinderschutz in Chats

18 Juni 2026

Beim Streit um die sog. Chatkontrolle entsteht leicht der Eindruck, es gebe nur zwei Optionen: Verschlüsselung aufbrechen oder Kinderschutz aufgeben. Mario Martini und Rene Herrmann machen in zwei Beiträgen deutlich, dass das zu kurz greift. Sie schlagen ein abgestuftes Schutzkonzept auf zwei Ebenen vor. Die erste setzt auf Schutzmaßnahmen, die ohne Zugriff auf verschlüsselte Inhalte auskommen – Metadatenanalyse, Dateipfadklassifikation, verhaltensbasierte Mustererkennung. Die zweite Ebene umfasst insbesondere einheitliche Regelungen zur Altersverifikation, ein eigenes EU-Zentrum nach Vorbild des NCMEC sowie größere Anstrengungen an den Entstehungsorten von CSA-Material: dem privaten Umfeld von Kindern.

Ihr pointiertes Editorial, das in der Zeitschrift für Datenschutz (ZD) erschienen ist, ist hier (Open Access) abrufbar.

Eine ausführliche Analyse haben die beiden Autoren in der Zeitschrift für das Recht der Digitalisierung veröffentlicht: Martini/Hermann, ZfDR 2026, 37 ff.