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Wider das Vergessen

Die Universitätsbibliothek eröffnet ihre Jahresausstellung „Zukunft braucht Erinnerung“ in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. . Anlass ist das Gedenkjahr 2014, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Male jährt.
Wider das Vergessen

Geschäftsführer Fritz Vollmöller und Vorsitzende Johanna Rumschöttel (Bezirksverband), Präsidentin Prof. Merith Niehuss, Bibliotheksdirektorin Dr. Maria Mann-Kallenborn und der Generalsekretär des Volksbundes Dt. Kriegsgräberfürsorge e.V. Rainer Ruff

Die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München Prof. Merith Niehuss, selbst Historikerin, begrüßte die mehr als 100 Gäste im Hauptlesesaal der Universitätsbibliothek und wies auf die besonderen Merkmale des „Großen Krieges“, wie der 1. Weltkrieg genannt wurde, hin: Die modernen Mittel der Kriegsführung, die Masse an Toten und Verletzten, die er hervorbrachte, und die Tatsache, dass die deutschen Soldaten fern der Heimat fielen und beerdigt wurden. Sie lobte die Leistung des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der mit Soldatengräbern und Denkmälern „Orte und Momente des Gedenkens“ schafft. „Ob in Wort, Bild oder Schrift – die Erinnerung darf nicht verblassen“, so Prof. Niehuss.

Ein Stück Außenpolitik

Der Generalsekretär des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. Rainer Ruff beeindruckte die Zuhörer mit den Zahlen, die er zu den Aktivitäten des Vereins präsentierte. 830 Friedhöfe in über 45 Ländern betreut der Volksbund selbst. Er betonte die Bedeutung dieser Aufgabe: „Wo sonst als an den Gräbern wird das unvorstellbare Leid des Krieges begreifbar?“ Der Volksbund will aber nicht nur zurückblicken, sondern mit seinen Aktivitäten vor allem zu Versöhnung und Verständigung beitragen. „Unsere Arbeit ist auch ein Stück Außenpolitik“, so Ruff. So liegt ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit im Bereich Jugend und Bildung, es finden beispielsweise regelmäßig Workcamps für Jugendliche aus verschiedenen Ländern statt. In 34 Plakaten informiert die Ausstellung über die Arbeit des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Wertvolle Quellen

Zweiter Schwerpunkt der Ausstellung sind die biografischen und autobiografischen Schriften zu beiden Weltkriegen, die die Universitätsbibliothek aus ihrem Bestand zusammengetragen hat. Darunter sind z.B. Feldpostbriefe der Soldaten, Kriegstagebücher und Erfahrungsberichte – wertvolle Quellen, die das Schicksal des Kriegs auch nach Jahrzehnten erfahrbar machen. Wie wichtig es ist, sich mit solch einer Ausstellung gegen das Vergessen zu engagieren und auf die Schrecken des Kriegs aufmerksam zu machen, zeigt sich beispielhaft an einem der ausgestellten Bücher: Das Buch hat Hans Tintrup, ein deutscher Offizier, verfasst. Es stammt aus dem Jahr 1938 und hat einen Titel, der erschreckend aktuell ist: „Krieg in der Ukraine“.

Weitere Veranstaltungen im Gedenkjahr

Die Ausstellung „Zukunft braucht Erinnerung“ ist noch bis 29. Oktober 2014 im Hauptlesesaal zu sehen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Erster Weltkrieg“ des Kulturamts Neubiberg hält Prof. Hermann Rumschöttel am 22. Oktober um 19 Uhr den Vortrag „Bayern und der Erste Weltkrieg“ im Neubiberger Haus für Weiterbildung. Am 12. November findet eine Lesung „Der Erste Weltkrieg in der bayerischen Literatur“ statt.

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