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Veranstaltungsreihe „Medien auf dem Prüfstand“ startet

Digitale Medien, möglichst kostenlos verfügbare Echtzeit-Informationen – mit der Veranstaltungsreihe „Qualitätssache – Medien auf dem Prüfstand“ gehen der Bayerische Rundfunk und die Universität aktuellen Entwicklungen und Perspektiven in der Medienlandschaft auf den Grund. Erster Gast: SZ-Redakteurin Dr. Franziska Augstein.
Veranstaltungsreihe „Medien auf dem Prüfstand“ startet

Dr. Franziska Augstein und Prof. Sigmund Gottlieb im Gespräch

Namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Presse und Fernsehen nehmen in den nächsten Wochen Stellung zur täglichen Herausforderung einer qualitativ hochwertigen Berichterstattung, geben Einblick in ihren Arbeitsalltag und äußern sich zu zukünftigen Perspektiven. Organisiert und moderiert wird die Reihe von Prof. Manuela Pietraß, Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienbildung. Die Präsidentin der Universität, Prof. Merith Niehuss, eröffnete die Veranstaltungsreihe am 14. April 2016 im Audimax der Universität der Bundeswehr München.

Nichts geht über das persönliche Gespräch

Im offenen Gespräch mit dem Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks (BR), Prof. Sigmund Gottlieb, erzählte Franziska Augstein, dass sie durch ihren Vater, den Spiegel-Gründer Rudolf Augstein, schon früh mit interessanten Büchern in Kontakt gekommen sei. In ihrer heutigen journalistischen Tätigkeit für die Süddeutsche Zeitung – sie betreut die Rubrik „Das politische Buch“ – hob sie die Notwendigkeit des persönlichen Kontakts mit Informanden hervor und warnte davor, sich rein auf Internetquellen zu verlassen. „Heutzutage sind wir auf dem Günther Jauch-Tripp“, beurteilte Augstein die aktuelle Medienlandschaft. Journalisten müssten das schreiben, was die Leserinnen und Leser wollen.

Bei der Ausgestaltung des TV-Programms zum Beispiel sollte auch das jüngere Publikum stärker berücksichtigt werden, stellte Gottlieb fest und setzte sich mit einem Augenzwinkern dafür ein, das Alter des durchschnittlichen BR-Zuschauers zumindest um einige Jahre auf Anfang statt Mitte 60 zu heben.

Qualitätsbewusstsein muss auch beim Nutzer ankommen

Zahlreiche Publikumsfragen bezeugten das große Interesse an der Veranstaltung. Mehrere Zuschauerinnen und Zuschauer beklagten eine zu einseitige Berichterstattung in der heutigen Medienlandschaft. Ein Artikel solle alle Seiten eines Themas beleuchten, wünschte sich ein Gast. Auf die Frage, was Qualität für sie bedeute, antwortete Augstein, dass es wichtig sei, das Gespräch mit den Menschen zu suchen und Geschichten so zu schreiben, dass sie nicht langweilig seien. Geschichten sollten interessant, politisch relevant sein. Gottlieb fügte hinzu, dass gerade auch Themen, die noch nicht die gesellschaftliche Diskussion bestimmen, sondern sich erst anbahnen, kommuniziert werden müssten.

Am Ende liegt es aber auch am Nutzer, eine kritische Medienkompetenz und damit ein Qualitätsbewusstsein zu entwickeln – nur so können Medien ihrem gesellschaftlichen Auftrag gerecht werden. Die Veranstaltungsreihe soll einen Beitrag dazu leisten, das dafür notwendige Wissen zu vermitteln.

Die Diskussion zur Qualität in den Medien geht am Donnerstag, den 21. April, in die nächste Runde. Zu Gast ist Ulrich Deppendorf, ehemaliger Chefredakteur und Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. Die Gespräche finden im Zeitraum von April bis Juni von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr im Audimax (Gebäude 33) der Universität statt. Hier finden Sie weitere Veranstaltungen der Reihe

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