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Über Krisen und Konflikte

Die Professur für Internationale Politik und Konfliktforschung, Prof. Stephan Stetter, hat gemeinsam mit dem Sicherheitspolitischen Arbeitskreis (SiA) eine neue Vortragsreihe ins Leben gerufen: „Alpine Talks on Conflicts and Security“ (ATaCS). Einer der ersten Gäste: Christophe Ayad, Chefredakteur für Außenpolitik von Le Monde.
Über Krisen und Konflikte

Prof. Stetter (l) und Christophe Ayad diskutieren mit Studierenden und Lehrenden

Im Rahmen der Vortragsreihe „Alpine Talks on Conflicts and Security“ (ATaCS) sind Gastredner eingeladen, über die Sicherheitslage, aktuelle Krisen und Konflikte in Ostasien sowie im Nahen Osten zu berichten. Für den Vortrag zu Ostasien am 23. Januar 2017 konnte der japanische Generalkonsul in München, Herr Hideano Yanagi, gewonnen werden. Den Vortrag zum Nahen Osten, der in Kooperation mit dem Bayerisch-Französischen Hochschulzentrum organisiert wurde, hielt am 27. Januar 2017 der Chefredakteur für Außenpolitik von Le Monde, Christophe Ayad.

Japans sicherheitspolitische Herausforderungen

Generalkonsul Yanagi wurde von Vizekonsul Akira Yosano begleitet und referierte zur Thematik „Sicherheitslage in Ostasien und japanische Außen-und Sicherheitspolitik“. Dem Vortrag folgte eine Diskussion mit Studierenden und Lehrenden über die sicherheitspolitischen Herausforderungen, die sich für Japan in den kommenden Jahren stellen werden. Ein zentrales Element des Vortrags bildete beispielsweise die Frage, wie Japan auf die zunehmende Aufrüstung Chinas reagieren sollte. In diesem Zusammenhang betonte Yanagi die enge Anbindung Japans an die USA und Australien, die sicherheitspolitisch von größter Bedeutung sei. Diskutiert wurde ebenfalls, welche Herausforderungen sich durch die neue US-Administration für die japanisch-amerikanischen Beziehungen ergeben.

Frankreichs Rolle in internationalen Konflikten

Christophe Ayad ist Chefredakteur für internationale Themen bei der französischen Tageszeitung Le Monde. Er hielt den zweiten Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe ATaCS zum Thema „Transatlantic Relations and the Middle East: Challenges and Policy Perspectives“. Ayad lieferte eine umfassende Analyse aktueller politischer Dynamiken im Nahen Osten und Nordafrika. So betonte er, dass die Arabischen Umbrüche seit 2011 dazu geführt haben, dass die Entwicklungen in der Region für Europa nicht mehr nur eine außenpolitische, sondern – angesichts der Flüchtlingskrise – auch eine innenpolitische Bedeutung haben. Dies verstärke den europäischen Handlungsdruck gegenüber der Region. Im Hinblick auf den Nahostkonflikt verdeutlichte Ayad, dass es stärkere Einflussmöglichkeiten für die EU gebe, und zwar durch die Finanzhilfen an die Palästinenser und die Wirtschaftsbeziehungen zu Israel. Insbesondere sollten Frankreich, das eine enge Bindung an die Palästinenser hat, und Deutschland mit seinen besonderen Beziehungen zu Israel, stärker kooperieren, um Druck auf die Konfliktparteien auszuüben. In Frankreich herrscht zudem Besorgnis, dass der Nahostkonflikt sich auf die dortige arabische und jüdische Bevölkerung übertragen könnte.

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